Arme Emma

Gestern Abend haben wir das Buch „Emma oder Die unruhige Zeit“ fertiggelesen. Das heißt, ich habe es den Kindern fertig vorgelesen. Ich weiß nicht, wie viele Eltern ihren größeren Kindern noch vorlesen, wir finden jedenfalls, dass es wunderbare Stunden sind, in denen unsere Gedanken sich auf eine gemeinsame Reise machen.

Das  Buch, das von den Erlebnissen eines Mädchens während des zweiten Weltkrieges in Deutschland handelt, hat ein etwas trauriges Ende. Die Hauptpersonen sind zwar alle mit dem Leben davongekommen, aber die Puppe Emma ist auf der Strecke geblieben, nach all den Jahren auf der Flucht ganz am Ende irgendwo verlorengegangen.

Danach haben wir beratschlagt, welches Vorlesebuch als nächstes drankommen wird. John plädiert für Kafkas „Die Verwandlung“, von dem er schon einige Male gehört hat. Sandro will davon absolut nichts wissen, ihn gruselt es. Er hat mir ganz genau den Unterschied zwischen „grausig“ und „gruselig“ erklärt. Grausig wäre in Ordnung, aber gruselig absolut nicht, sagt er.

Heute werde ich durch die Räume gehen und die Bücher auf den Regalen und in den Schränken einer eingehenden Begutachtung unterziehen.Emma oder Die unruhige Zeit

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