Nun wissen wir, was „kafkaesk“ bedeutet *** Ora sappiamo cosa signivica „kafkiano“

Auf den Pfaden des Expressionismus: Literatur mit Franz Kafka und Georg Trakl.

Wir lasen gemeinsam die Parabel von Franz KafkaDer Schlag ans Hoftor“ und diskutierten darüber, welche Gefühle dabei zum Ausdruck kommen. (Ich hänge den Text unten an)

Im ersten Teil der Geschichte fühlt man sich, wie der Erzähler, noch beruhigt, denkt einfach an ein „seltsames“ Dorf.
Doch als er die Schwester mit einer Ausrede fortschickt, damit sie sich in Sicherheit bringt, wird es langsam unheimlich. Trotzdem glauben wir noch daran, dass das Missverständnis aufgeklärt wird.
Als aber der Richter feststellt: „Dieser Mann tut mir Leid“, und klar wird, dass es sich bei der Bauernstube eher um ein Gefängnis handelt, steigt die Beklemmung.

Anhand der Beschreibung der Inhalte der Romane „Der Prozess“ und „Das Schloss“ stellen wir die Merkmale von Kafkas Literatur fest. Der Mensch ist dargestellt als Wesen, das einer unbekannten Macht ausgeliefert ist; als unter dem Zwang stehend, den Sinn des Lebens zu suchen und zugleich außerimstande, ihn zu finden.
Noch heute hört man hin und wieder den Begriff „kafkaesk„, wenn es sich um unverständliche, undurchsichtige bürokratische oder andere Vorgänge handelt.

Dann gehen wir über zur expressionistischen Lyrik – zu Georg Trakl. Nach einer Kurzeinführung in seine Biografie lasen wir das Gedicht „Grodek“. Wir schilderten uns gegenseitig, welche Bilder und Farben bei diesen Zeilen in unseren Gedanken entstanden.

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Nach diesen beklemmenden und dunklen Texten wenden wir uns als nächstes der expressionistischen Musik zu…

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Der Schlag ans Hoftor

Es war im Sommer, ein heißer Tag. Ich kam auf dem Nachhauseweg mit meiner Schwester an einem Hoftor vorüber. Ich weiß nicht, schlug sie aus Mutwillen ans Tor oder aus Zerstreutheit oder drohte sie nur mit der Faust und schlug gar nicht. Hundert Schritte weiter an der nach links sich wendenden Landstraße begann das Dorf. Wir kannten es nicht, aber gleich nach dem ersten Haus kamen Leute hervor und winkten uns, freundschaftlich oder warnend, selbst erschrocken, gebückt vor Schrecken. Sie zeigten nach dem Hof, an dem wir vorüber gekommen waren, und erinnerten uns an den Schlag ans Tor. Die Hofbesitzer werden uns verklagen, gleich werde die Untersuchung beginnen. Ich war sehr ruhig und beruhigte auch meine Schwester. Sie hatte den Schlag wahrscheinlich gar nicht getan, und hätte sie ihn getan, so wird deswegen nirgends in der Welt ein Beweis geführt. Ich suchte das auch den Leuten um uns begreiflich zu machen, sie hörten mich an, enthielten sich aber eines Urteils. Später sagten sie, nicht nur meine Schwester, auch ich als Bruder werde angeklagt werden. Ich nickte lächelnd. Alle blickten wir zum Hofe zurück, wie man eine ferne Rauchwolke beobachtet und auf die Flamme wartet. Und wirklich, bald sahen wir Reiter ins weit offene Hoftor einreiten. Staub erhob sich, verhüllte alles, nur die Spitzen der hohen Lanzen blinkten. Und kaum war die Truppe im Hof verschwunden, schien sie gleich die Pferde gewendet zu haben und war auf dem Wege zu uns. Ich drängte meine Schwester fort, ich werde alles allein ins Reine bringen. Sie weigerte sich, mich allein zu lassen. Ich sagte, sie solle sich aber wenigstens umkleiden, um in einem besseren Kleid vor die Herren zu treten. Endlich folgte sie und machte sich auf den langen Weg nach Hause. Schon waren die Reiter bei uns, noch von den Pferden herab fragten sie nach meiner Schwester. Sie ist augenblicklich nicht hier, wurde ängstlich geantwortet, werde aber später kommen. Die Antwort wurde fast gleichgültig aufgenommen; wichtig schien vor allem, dass sie mich gefunden hatten. Es waren hauptsächlich zwei Herren, der Richter, ein junger lebhafter Mann, und sein stiller Gehilfe, der Aßmann genannt wurde. Ich wurde aufgefordert, in die Bauernstube einzutreten. Langsam, den Kopf wiegend, an den Hosenträgern rückend, setzte ich mich unter den scharfen Blicken der Herren in Gang. Noch glaubte ich fast, ein Wort werde genügen, um mich, den Städter, sogar noch unter Ehren, aus diesem Bauernvolk zu befreien. Aber als ich die Schwelle der Stube überschritten hatte, sagte der Richter, der vorgesprungen war und mich schon erwartete: „Dieser Mann tut mir leid.“ Es war aber über allem Zweifel, dass er damit nicht meinen gegenwärtigen Zustand meinte, sondern das, was mit mir geschehen würde. Die Stube sah einer Gefängniszelle ähnlicher als einer Bauernstube. Große Steinfliesen, dunkel, ganz kahle Wand, irgendwo eingemauert ein eiserner Ring, in der Mitte etwas, das halb Pritsche, halb Operationstisch war.
Könnte ich noch andere Luft schmecken als die des Gefängnisses? Das ist die große Frage oder vielmehr, sie wäre es, wenn ich noch Aussicht auf Entlassung hätte.
(Franz Kafka, Sämtliche Erzählungen, hg. v. Paul Raabe, Fischer Taschenbuch 1078, Frankfurt/M. 1970, S.)

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Lungo i sentieri dell‘ Espressionismo nella letteratura: Franz Kafka e Georg Trakl.


Insieme abbiamo letto la parabola di Franz Kafka „Il colpo alla porta“, e abbiamo discusso sul tipo di sentimenti che suscita in noi.

Nella prima parte della storia ci si sente abbastanza tranquilli, come il narratore, pur pensando che qui si tratta di un villaggio di „strani“.
Ma quando lui manda via la sorella con una scusa in modo che almeno lei sia in sicurezza, ci viene qualche dubbio sulla pericolositá della situazione. Tuttavia continuiamo a credere che l’equivoco venga presto chiarito.
Ma quando il giudice ritiene: „Mi dispiace per quest’uomo“,  diventa chiaro che da questa situazione non ci sará piú scampo…

Sulla base della descrizione del contenuto dei famosi romanzi „Il Processo“ e „Il Castello„, cerchiamo di trovare le caratteristiche della letteratura di Kafka.
Ancora oggi si sente di tanto in tanto il termine „kafkiano“ quando ad esempio si tratta di una situazione incomprensibile, di burocrazia impenetrabile ecc.

Poi si passa alla poesia espressionista di Georg Trakl. Dopo una breve introduzione alla sua biografia leggiamo la poesia „Grodek.“ Senza entrare troppo nei particolari, abbiamo discusso dei colori e degli immagini che ci vengono in mente in base alle frasi di questa poesia.

Dopo questi testi bui ora ci occuperemo un po‘ dell’espressionismo nella musica

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