Buntglas Interview: How to become a Learning Companion

Carmen Gamper (ganz vorne in hellblau * davanti, in maglietta turchese)

The following article can be read here in English. Enjoy and leave a comment!

Nach dem Interview mit G. kommt diesmal nicht eine Mutter, sondern meine liebe Freundin Carmen, eine Expertin im Bereich Lernen zu Wort.
Carmen Gamper aus Südtirol lebt seit vier Jahren San Francisco, wo sie New Learning Culture Consulting gegründet hat, um Eltern und Lehrpersonen zu helfen, Kinder mit Freude in einer entspannten Umgebung zu erziehen. In ihrer Arbeit geht sie auf die Bedürfnisse der Eltern oder der Schule ein, und findet zusammen mit ihnen heraus, welche ihre jeweiligen Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen für ihre Kinder sind. Gleichzeitig versucht sie auch das Verständnis für die authentischen Bedürfnisse, natürlichen Interessen und Vorlieben von Kindern zu vertiefen, indem sie Erwachsenen hilft, mit ihrem eigenen inneren Kind in Kontakt zu bleiben.

Carmen, früher warst du direkt in Schulen tätig und hast daher viel praktische Erfahrung gesammelt. Ja, ich arbeitete als Lehrerin und pädagogische Leiterin an der Schule ‚Miteinander‘ in Wörgl (Österreich), deren Lernumgebung ich neu gestaltet habe, und welche unter meiner Leitung staatliche Anerkennung erhalten hat. Danach habe ich mit einer Elterngruppe in Meran die „Aktive Montessori-Schule Meran mit nicht-direktiver Begleitung – Die Pfütze“ mitaufgebaut. Gleichzeitig war ich Lernberaterin für die „Schule Umaduma“ in Auer und für einige interessierte Eltern. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin ich in San Francisco gelandet, wo ich mich von Anfang an für Beratungen für Schulen und für heimschulende Familien zur Verfügung gestellt habe. Durch das rege Interesse wurde ich bestärkt, New Learning Culture Consulting zu gründen.

Welcher war bisher dein persönlicher Bildungsweg? Ich habe Deutsch/Englisch Literatur und Linguistik mit pädagogischer Ausrichtung studiert, bin also Magister, ausgebildete Mittel-und Oberschullehrerin und habe eine MontessorilehrerInnen-Ausbildung mit Klaus-Dieter Kaul am „Institut für ganzheitliches Lernen“ gemacht. Ich habe auch mehrere Workshops mit Rebeca und Mauricio Wild und Ulla Kiesling besucht. Ich bilde mich laufend weiter, besuche Schulen und Lernzentren an den Orten, an die ich reise (europaweit, US, Mexico, Hawaii ), spreche mit Lehrpersonen, Eltern, Direktorinnen und Direktoren, und mit Kindern, um mit den Bedürfnissen meiner Klienten in Kontakt zu bleiben. Ich fühle mich meinem eigenen inneren Kind sehr verbunden, pflege meine Gesundheit und trainiere meine linke Hand, um die jahrelange Überanstrengung der rechten Hand in der Schule und Universität durch das stundenlange Schreiben auszubalancieren. Ich habe auch eine Ausbildung zur Prana-Heilerin mit Master Choa Kok Sui, Sai Cholletti und Frau Dr. Lun gemacht.

Du förderst in deiner Tätigkeit „selbsttätiges Lernen“ (self-directed learning) im Bereich Familie, Homeschooling und Schule (verschiedene Schultypen), ohne eine Lernmethode gegen die andere auszuspielen, sondern indem überall nach der Umsetzbarkeit von Verbesserungen im Sinne der Kinder gefragt wird. Welche wesentlichen Ansatzpunkte, die beim Umgang mit Kindern und Lernen beachtet werden sollten, gelten deiner Erfahrung nach grundsätzlich für alle diese Lernwege? Für mich gilt grundsätzlich für alle Lernwege Folgendes:
-Ein Kind soll nicht gegen seinen Willen gezwungen werden, über einen längeren Zeitraum Dinge zu lernen, an denen es nicht interessiert ist, oder die seiner natürlichen Entwicklung nicht angemessen sind.
-Kinder lernen fast mühelos, wenn sie sich sicher und geliebt fühlen, und je mehr ihre authentischen Bedürfnisse erfüllt werden.
-Kinder, in den frühen Jahren, oder wenn sie die Möglichkeit zu freiem Spiel und nicht-direktivem Lernen von Geburt an gehabt haben, sind mit ihrer eigenen inneren Führung und Neugier verbunden, und können ihren Lernweg mitbestimmen. Kinder, die dauernd über viele Jahre Anweisungen folgten, verlieren die Verbindung zu ihrer inneren Führung; sie können diese jedoch als Erwachsene wieder aktivieren.
-Erwachsene können lernen, mit ihren Ängsten umzugehen, um auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen zu können.
-Erwachsene können sich selbst auch als Lernende sehen, um freudvoll mit Kindern in Beziehung zu treten.
-Erwachsene sollen die Verantwortung für Kinder übernehmen und es wagen NEIN zu sagen, wenn ein Nein erforderlich ist.
-Kinder brauchen starke Grenzen, um soziale Kompetenz zu entwickeln.
-Die mutigsten Eltern versuchen herauszufinden, was ihr Kind wirklich braucht, und versuchen diese authentischen Bedürfnisse zu erfüllen.

Mit welchen Fragen von LehrerInnen und Eltern im Bezug aufs Lernen wirst du am häufigsten konfrontiert?
Eltern fragen mich oft: Wie soll ich Grenzen setzen? Was tun, wenn ein Kind eine Grenze nicht respektiert? Was tun, wenn ein Kind etwas Bestimmtes nie lernen mag? Was tun, wenn ein Kind faul ist? Was tun, wenn mein Kind lügt/stiehlt? Welche Lernmaterialien sind gut für mein Kind?
Lehrpersonen fragen oft: Wie kann ich Elemente aus Waldorf und Reggio-Pädagogik in meiner Montessori-Schule anbieten? Wie gehe ich mit Eltern um, die zuviel Angst haben? Wie zeige ich die Materialien den Kindern? Wie setze ich Grenzen respektvoll?

Durch welches Verhalten kommt zum Ausdruck, dass es einem Kind nicht gut geht? Wie Du schon sagst, Kinder können oftmals nicht direkt verbal ausdrücken, wenn es ihnen nicht gut geht, nur ein offenes Herz kann das sehen. Chronische körperliche Krankheitssymptome, wie Kopf-und Bauchschmerzen, Bettnässen und Ekzeme sind oftmals verzweifelte Hilferufe. Auf emotionaler Ebene sind die Symptome übermäßige Aggression, Angst oder Traurigkeit.
Die Natur hat eingerichtet, dass ein gesundes Kind in einer entspannten Umgebung neugierig, entspannt und meistens aktiv ist, damit es so viel wie möglich lernen kann. Für viele Kinder ist die Struktur der öffentlichen Schule schädlich: Das lange Sitzen, der Zeitdruck und Stress beim Lernen, das unnatürliche Wechseln der Lerninhalte/Fächer im Stundenrhythmus, die Angst vor dem Test und vor Noten und negativer Bewertung, das Stigma als „schlechtes“, oder „freches“ Schulkind, Lehrpersonen mit Burn-out-Syndromen, das frühe Aufstehen, welches Schlafdefizit bewirkt, das Verbot während des Unterrichts mit anderen Kindern zu sprechen, die problematischen Beziehungen mit anderen Kindern, die auch unter Druck stehen, keine oder wenig Begleitung im Erlernen sozialer Kompetenzen, wie z.B. Konfliktlösung, wenig Rücksicht auf natürliche Entwicklungsstadien und Lernprozesse, usw. All diese Elemente können bei Kindern oben genannte Symptome hervorrufen. Maria Montessori und Rudolph Steiner schreiben auch mehrmals in verschiedenen Worten, dass der Erfolg einer Erziehungsmethode am Wohlbefinden des Kindes messbar ist. Ich weiß, dass eine einzige Schulmethode – die öffentliche Schule – nicht für alle Kinder und Jugendliche angemessen ist. Verschiedene Kinder haben verschiedene Bedürfnisse. Manchen Kindern fällt es leicht, sich anzupassen, für andere ist es unmöglich.

Welche ersten Maßnahmen kann man in diesem Fall setzen, welche Fragen nach Veränderung sollte man sich stellen? Eltern können viel tun, um ihr Kind glücklich zu machen und das Lernen zu erleichtern. Es hängt ganz von den Eltern ab, in wieweit sie auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen wollen oder können. Es gibt unzählige Möglichkeiten, jede Familie findet ihre eigenen Lösungen, die sich über die Jahre verändern. Kurz gesagt:
1. Öffentliche Schule: Liebevolle Eltern können ihre Kinder durch die Jahre in der öffentlichen Schule mit Verständnis und Geduld begleiten, im vollen Bewusstsein, das das Schulsystem selbst Spannungen hervorruft. Sie können eine entspannte Umgebung zu Hause pflegen, ihrem Kind bei der Hausaufgabe helfen, und ihm versichern, dass die Leistung und Vorkommnisse in der Schule ihre Liebe zu dem Kind nicht beeinträchtigen können. Sie können die Schullektionen und Hausaufgaben zu Hause mit Lernmaterialien, z.B. Montessorimaterialien, Plakaten ecc. unterstützen.
2. Part-time Homeschooling: Sie können es mit Part-time Homeschooling versuchen… Du hast mir kürzlich von dieser Idee erzählt: eine Mutter verbringt alle zwei Wochen einen Tag mit ihrer Tochter, an dem sie nicht zur Schule geht und an dem sie Dinge tun, die ihnen beiden Spaß machen.
3. Zu Hause unterrichten und mit anderen Heimschul-Familien zusammenarbeiten, Materialien austauschen, Vereine gründen, Treffen organisieren und einander unterstützen.
4. Eine (private) Alternativ-Schule finden oder gründen.

Welche sind die wesentlichen Elemente, die man berücksichtigen sollte, wenn man einem Kind, das Schwierigkeiten in einigen Fächern hat, Lernhilfe geben möchte? Um dem Problem auf den Grund zu kommne, sollte man versuchen, einige Fragen zu beantworten: Warum hat das Kind Schwierigkeiten in diesen Fächern? Hat der Lernstoff mit dem persönlichen Leben des Kindes zu tun? Ist das Kind fähig, den Stoff zu verstehen, zu begreifen, oder ist es ein Auswendiglernen? Überspannt der Lernstoff das abstrakte Denkvermögen des Kindes? Ist der Lernstoff altersgerecht? Kann man abwarten und diese Lektion später versuchen? Kann man mehr Anschauungsmaterial und Spiel- und Lernmaterialien anschaffen, und Ausflüge zu relevanten Orten oder Ähnliches organisieren?

Was bewirken Bewertungen und Noten über die Leistung von Kindern? Wie kann man ihnen helfen, damit zurechtzukommen? Das Konkurrenzdenken, das mit dem Noten-System genährt wird, ist problematisch auf vielen Ebenen – und es bereitet „nutzloses Leiden“, „unnecessary suffering“. Auf philosophischer Ebene bestärkt es die Unterschiede zwischen den Klassen und Kindern, den „Wertvollen, Guten“ und den „Schlechten“. Auf emotionaler Ebene bringt es den „Schlechten“ viel Leid und verringert Selbstbewusstsein, und es erschwert oder verhindert Freundschaften und Zusammenarbeit zwischen den Kindern. Es erschwert oder verhindert auch authentische Beziehungen zwischen Lehrpersonen und Kindern.
Die Bewertung des Lernfortschrittes kann im Vergleich mit sich selbst Sinn machen, um herauszufinden wieviel man denn schon von einem bestimmten Lernstoff weiß. Ein Kind oder Jugendlicher vergleicht sich gerne mit selbstgewählten „Konkurrenten“, die ähnliche Fähigkeiten haben, und wo ein Wettkampf auf dem Papier Spaß macht. Lehrpersonen können Lernfortschritte mit speziell angefertigten Beobachtungsbögen messen, und dann mit Schülern und Schülerinnen und Eltern besprechen.

Viele Eltern sind mit dem System der traditionellen öffentlichen Schule nicht einverstanden, haben aber konkret nicht die Möglichkeit zu Alternativen (Homeschooling, alternative Schulformen). Oft gibt es Klagen wie „Früher hat XY immer gerne gemalt, seit sie zur Schule geht hasst sie es“ oder „Dieses ewige Rumsitzen an den Hausaufgaben ist zermürbend für die ganze Familie.“ Was können Eltern tun, damit ihre Kinder den angeborenen positiven Zugang zum Lernen nicht verlieren bzw. wiederfinden? Wenn man sein Kind in die öffentliche Schule schickt, muss man fast damit rechnen, dass es die Freude am Lernen verliert. Das System ist nicht dafür gemacht, um die Freude am Lernen zu erhalten, sondern um Kontrolle über den Lernfortschritt und die Lerninhalte der Kinder zu haben. Eltern können oftmals nur Schadensbegrenzung leisten, indem sie das Kind verständnisvoll begleiten, und ihm in der Freizeit andere Lernmöglichkeiten anbieten. Oftmals jedoch brauchen Kinder ihre Freizeit, um Spannung abzubauen, zu rasten, oder zu freiem Spiel.

Viele Eltern sind mit Themen konfrontiert, die sie aus ihrer eigenen Kindheit nicht kennen, und reagieren mit Unsicherheit darauf. Sollen bei einem Schulkind (6-14 J.) Grenzen beim Umgang mit PC, Fernsehen, Computerspielen usw. gesetzt werden, und nach welchen Kriterien sollten solche Grenzen gesetzt werden? Ich glaube, dass Kinder feste Grenzen im Umgang mit Medien brauchen, da sie eine starken Abhängigkeitsgefahr darstellen. Grundsätzlich finde ich: je weniger desto besser, ich würde jedoch Medien und Technologie nicht ganz aus dem Kinderleben verbannen. Ich glaube, dass wenige wohlgewählte Programme eine Inspiration für Kinder sein können. Als Kriterium würde ich die z. B. Langsamkeit der Bilder und Inhalte des Films berücksichtigen. Eine rasante Abfolge von Effekten und Bildern ruft mehr Stressreaktionen im Körper hervor als langsamere. Der Inhalt sollte gewaltfrei sein. Hierzu gibt es viiiiiel mehr zu sagen, aber ich habe wahrscheinlich jetzt schon den Rahmen deines Blogs gesprengt…🙂

Erzähle eine der schönsten Erfahrungen aus deiner Beratungstätigkeit. Meine schönsten Erfahrungen sind immer, wenn ich spüre, dass ich wirklich jemanden geholfen habe, eine bessere Lebensqualität mit Kindern zu erreichen. Ich freue mich immer wenn ich sehe, wie wirkungsvoll die Mathematik-Montessorimaterialien sind, in der Erwachsenen-Bildung und für Kinder. Da höre ich dann oft: „Was, das ist so leicht??? Ich hab geglaubt das ist viel schwerer, deshalb hab ich es nicht verstanden…“

Deine Meinung: Was macht Kinder und was macht Eltern glücklich? Erwachsene werden glücklich, wenn sie das Gute, Schöne und Wahre in sich erkennen und es wagen, das in ihren Kindern zu sehen. Kinder sind glücklich, wenn Erwachsene nie aufgeben, das Gute, Schöne und Wahre in ihnen zu sehen. …die Liebe macht’s!!

Wer noch mehr wissen möchte, kann Carmen gerne Fragen auf diesem Blog stellen oder sie direkt kontaktieren, oder kann Carmen Gampers Handbuch „Kinder heilend begleitenhier bestellen (Englisch und Deutsch, Italienisch ist in Bearbeitung).
Carmen kommt im Juli/August 2010 nach Südtirol, und wird wieder einige Vorträge geben und für Beratungsgespräche und Dialogrunden mit Eltern und Lehrpersonen zur Verfügung stehen. Kommt vorbei und lasst Euch inspirieren! Bitte schaut später nochmal für genaue Daten hier vorbei.

(picture from Carmen’s Website)

Dopo l’intervista con Mamma G. questa volta a rispondere alle mie domande ci pensa un’esperta di apprendimento, la mia cara amica Carmen.
Carmen Gamper, sudtirolese, da quattro anni vive a San Francisco, dove ha fondato New Learning Culture Consulting per aiutare genitori ed insegnanti a educare i bambini con piacere, gioia e in un ambiente rilassato. Nel suo lavoro risponde alle esigenze dei genitori o della scuola e scopre insieme a loro quali sono i loro desideri individuali, le esigenze e i limiti per i loro figli. Sempre in cerca di capire e interpretare le reali esigenze dei bambini, aiuta a valorizzare gli interessi naturali e le preferenze dei bambini anche aiutando gli adulti a ristabilire il contatto con il proprio “bambino interiore”.

Carmen, in passato eri direttamente coinvolta in diverse scuole e hai quindi acquisito molta esperienza pratica.
Sì, ho lavorato come insegnante e direttrice didattica della scuola ‘Miteinander’ a Wörgl (Austria), ho riprogettato l’ambiente di apprendimento, e sotto la mia direzione la scuola ha ricevuto il riconoscimento statale. Dopo di che con un gruppo di genitori ho fondato a Merano la scuola montessoriana “Die Pfütze„. Allo stesso tempo ho dato supporto pedagogico-didattico alla scuola di spirito montessoriano „Umaduma„. In cerca di nuove sfide sono arrivata fino a San Francisco, dove sto lavorando per diverse scuole e anche famiglie che praticano l’homeschooling. Visto il grande interesse a queste materie sono stata incoraggiata di fondare New Learning Culture Consulting.

Qual è stata la tua formazione personale? Ho studiato inglese/tedesco letteratura e linguistica, con particolare attenzione pedagogica. Sono insegnante di scuola media e superiore e ho concluso una formazione montessoriana per insegnanti presso l’Istituto di Klaus-Dieter Kaul. Ho anche partecipato a diversi seminari con Rebeca e Mauricio Wild e Ulla Kiesling. Anche adesso, quando sono in viaggio, visito sempre scuole e centri di apprendimento in Europa, negli Stati Uniti, in Messico, alle Hawaii, parlando con gli insegnanti, i genitori, gli amministratori e con i bambini per conoscere meglio le esigenze dei miei clienti. Mi sento molto legata al mio “Io-bambino interiore”, mi prendo cura della mia salute e per la formazione della mia mano sinistra per bilanciare gli anni di un eccesso di sforzo della mano destra a scuola e all’università attraverso le troppe ore di scrittura.
Ho concluso anche un apprendistato come guaritrice pranica con Master Choa Kok Sui, Sai Cholletti e Dr. Lun.

Nella tua attivitá promuovi il metodo “self-directed learning” dal punto di vista della situazione individuale, sia in scuole di diverso tipo che nell’ambito dell’homeschooling, senza proclamare un metodo migliore dell’altro, orientandoti alla fattibilità dei miglioramenti in termini di esigenze e possibilitá dei bambini. Quali sono i punti principali che dovrebbero essere rispettati in linea di principio in tutti i metodi di insegnamento e apprendimento?
Secondo la mia esperienza valgono sempre questi punti:
-Un bambino non dovrebbe essere costretto contro la sua volontà per periodi prolungati di occuparsi di qualcosa che non gli interessa o che non rispetti il suo naturale sviluppo.
-I bambini imparano quasi senza sforzo quando si sentono sicuri e amati, meglio ancora quando sono soddisfatte le loro esigenze reali.
-I bambini che hanno avuto l’opportunità del libero gioco e di un libero apprendimento fin dalla nascita, rimangono collegati alla loro ‚guida interiore‘ e sono guidati dalla naturale curiosità di imparare;
cosí sono capaci di determinare in grande autonomia il loro percorso di apprendimento. I bambini che invece per molto tempo sono stati abituati a seguire le indicazioni e le  istruzioni di adulti in modo strutturato, perdono questo collegamento con il loro naturale “programma interiore”; peró é possibile recuperare e riattivare questo collegamento, anche in etá adulta.
-Gli adulti possono imparare a convivere con le loro paure e a trasformarle in modo propositivo, per riuscire a rispondere alle esigenze dei bambini.
-Gli adulti possono accettare se stessi come individui che stanno sempre imparando, per entrare in contatto con i bambini e il loro mondo in modo gioioso.
-Gli adulti devono assumersi la responsabilità per i bambini e trovare il coraggio di dire No quando un No è necessario.
-I bambini hanno bisogno di confini chiari e forti per sviluppare le competenze sociali.
-I genitori piú coraggiosi provano a scoprire di cosa il loro bambino ha veramente bisogno per svilupparsi bene, e cercano di soddisfare queste esigenze.

Quali sono le domande piú frequenti che senti da parte di insegnanti e genitori in riferimento all’apprendimento?
I genitori spesso mi chiedono: Come è possibile impostare i giusti limiti? Cosa fare se un bambino non rispetta un limite? Cosa fare se un bambino proprio non vuole imparare una determinata cosa? Cosa fare se un bambino è pigro? Cosa fare se mio figlio dice le bugie o  ruba? Quali materiali didattici sono adatti al mio bambino?
Gli insegnanti chiedono spesso: Come posso offrire elementi dalla pedagogia Waldorf e Reggio nella mia scuola montessoriana? Come faccio a dialogare con i genitori che hanno troppa paura e poca fiducia? Come faccio a presentare in modo giusto i materiali ai bambini? Come faccio ad impostare i limiti di rispetto?

Quali tipi di comportamento esprimono un ‘disagio di apprendimento’ di un bambino? Come facciamo a capire che il bambino sta male? I bambini spesso non sono in grado di esprimere verbalmente e direttamente cosa non sta andando bene, e certi aspetti solo un cuore aperto può vederli.
Sintomi di malattie fisiche croniche possono essere il mal di testa e dolori allo stomaco, anche enuresi ed eczema sono spesso disperate grida di aiuto.
A livello emotivo sono i sintomi di aggressività eccessiva, la paura o la tristezza.
La natura ha stabilito che in un ambiente rilassato e preparato un bambino agisca con sana curiosità e in modo attivo per imparare il più possibile. Per molti bambini la struttura delle scuole pubbliche è dannosa: il dover stare seduti per lungo tempo, la pressione del tempo e lo stress per l’apprendimento, il cambiamento innaturale delle materie ad intervalli di un’ora, la paura dei punteggi dei test e delle verifiche, una valutazione negativa, la stigmatizzazione come „pigro“ o „non bravo“, insegnanti con sindrome burn-out, doversi alzare presto (significa spesso un debito di ore di sonno), il divieto di parlare durante le lezioni con gli altri bambini, le difficili relazioni con altri bambini che sono anche sotto pressione, poco o nessun sostegno per l’apprendimento delle competenze sociali come ad esempio trovare soluzioni in conflitti, poca attenzione alle naturali e individuali tappe di sviluppo e processi di apprendimento ecc.
Tutti questi elementi possono causare nei bambini i sintomi di cui sopra.
Sia Maria Montessori che Rudolf Steiner hanno scritto piú volte che il successo di un metodo di insegnamento é misurabile dal benessere del bambino stesso.
Sono convinta che
un unico metodo di insegnamento a disposizione – la scuola pubblica – non è adatto per tutti i bambini e gli adolescenti. Bambini diversi hanno esigenze diverse. Alcuni bambini non hanno difficoltá ad adattarsi, per altri invece è impossibile.

Quali passi iniziali per un cambiamento in  meglio possono essere impostati in questo caso?

I genitori possono fare molto per rendere felice il loro bambino e per facilitare l’apprendimento. Tutto dipende fino a che punto i genitori sono disposti ad andare e quali possibilitá concrete hanno per rispondere alle esigenze del loro bambino.
Ogni famiglia puó trovare le proprie soluzioni che possono cambiare nel corso degli anni.
In breve:
1. Scuola pubblica: I genitori possono accompagnare i loro figli nel corso degli anni nella scuola pubblica, con pazienza e comprensione, nella piena consapevolezza che il stesso ‘sistema scuola’ puó essere causa di stress e disagio. È possibile mantenere un ambiente rilassante in casa, aiutare il bambino con i compiti e assicurargli che gli ‘incidenti’ e problemi nel rendimento scolastico non influiscono sull’amore per il bambino. Per dare sostegno nell’apprendimento dei contenuti studiati a scuola, i genitori possono utilizzare materiali di apprendimento come i materiali montessoriani, o dare assistenza mediante la produzione di manifesti, giochi didattici ecc.

2. Part-time homeschooling. Questa é un’alternativa che si puó proporre al bambino nel tempo libero, oppure trovando una giornata ogni due settimane o in un altro arco di tempo, in cui si fanno delle attivitá concrete con contenuti che appassionano il bambino e rendono divertente e interessante l’apprendimento, per fargli riscoprire la gioia di imparare.

3. L’insegnamento familiare, collaborando anche con altre famiglie che fanno questa esperienza per lo scambio di materiale; oppure formando un’associazione che si occupa di questa tematica oppure fare parte di un’associazione che giá esiste.

4. Trovare una scuola alternativa (Waldorf, Montessori, altro) o avviarne una.

Quali sono gli elementi essenziali che dovrebbero essere presi in considerazione quando si ha un bambino che ha difficoltà in alcune materie e si vorrebbe aiutarlo?
Per arrivare alla radice del problema bisognerebbe provare a rispondere ad alcune domande:
Perché il bambino ha difficoltà in questa materia? Il problema puó essere collegabile ad esperienze personali del bambino? Il bambino è in grado di comprendere il contenuto da studiare, lo capisce, oppure si tratta di sola memorizzazione? Il contenuto sovvracarica la possibilitá di pensiero astratto del bambino? Il materiale didattico é adeguato all’età del bambino? È possibile sospendere e riprendere la lezione in un altro momento? È possibile, per sostenere l’apprendimento di questa materia, trovare ausili visivi e giochi e materiali didattici, di organizzare escursioni relativi al contenuto, o altre cose in questo senso?

Che influenza hanno i voti e le pagelle? Come possiamo aiutare i bambini a confrontarsi con questo tipo di giudizio?
Il sistema dei voti nutre una certa  rivalità ed è problematico per molti versi, dando luogo a  „sofferenza inutile“, „unnecessary suffering“.
A livello filosofico, rafforza le differenze tra le classi e i bambini, nel senso di  „bravi e buoni“ e „pigri e cattivi“.
A livello emotivo porta un sacco di sofferenza ai “pigri e cattivi” e l’autostima diminuisce spesso, questo complica o impedisce l’amicizia e la cooperazione tra i bambini. E rende anche difficile o addirittura impedisce rapporti autentici e propositivi tra insegnanti e bambini.
La valutazione dei progressi di apprendimento può avere senso per il bambino in confronto con se stesso per scoprire quanto ha imparato già da un determinato materiale di apprendimento. Un bambino o un adolescente si paragona con „concorrenti“ scelti da lui stesso, che hanno competenze simili, dove concorrere diventa una specie di gioco creativo, una sfida in senso positivo.
Gli insegnanti, come succede in scuole di stile montessoriano, possono misurare i progressi di apprendimento con forme di osservazione appositamente progettati, che poi possono essere discussi con studenti e genitori.

Molti genitori non sono d’accordo con il sistema tradizionale della scuola pubblica, ma non hanno in concreto la possibilità di alternative (homeschooling, scuole alternative). Spesso ci sono lamentele come „In passato mia figlia ha sempre amato disegnare, ma da quando va a scuola odia le lezioni di arte.“ o „Questo eterno star seduti per fare i compiti di casa è snervante per tutta la famiglia.“
Che cosa possono fare i genitori per far (ri)scoprire ai propri figli l’ innato approccio positivo in confronto all’apprendimento?

Se si inserisce il bambino in una tradizionale scuola pubblica, bisogna quasi aspettarsi che perderà la gioia di imparare. Il sistema non è stato fatto per promuovere la gioia di imparare, ma per controllare l’andamento dell’apprendimento e  per programmare i contenuti che i bambini devono studiare e sapere. Spesso i genitori possono soltanto cercare di limitare i danni, dando ai bambini la comprensione e il sostegno pratico per superare i problemi che nascono dalla frequentazione della scuola e offrendo altre opportunitá di apprendimento nel tempo libero. Spesso peró i bambini nel tempo libero hanno un grande bisogno di ridurre le tensioni della scuola giocando liberamente o riposando, questo puó anche rendere difficile un part-time homeschooling.

Molti genitori si trovano ad affrontare problemi che non conoscono dalla propria infanzia, e spesso rispondono con l’incertezza. Quali limiti dunque fissare per televisione, computer, videogiochi e l’uso della tecnologia, per un bambino in età scolare (6-14 anni), e in base a quali criteri fissare tali limiti?
Credo che i bambini hanno bisogno di limiti nei rapporti con i media, perché c’é un forte pericolo di dipendenza. Fondamentalmente, penso che il minor numero di ore trascorse in questo modo sia il migliore, ma non abolirei completamente questo tipo di  tecnologia nella vita dei bambini. Credo che ad esempio alcuni programmi ben scelti possano essere fonte di ispirazione per i bambini.
Come criterio avrei preso in considerazione la lentezza delle immagini e dei contenuti del film. Una rapida successione di immagini e di effetti causa stress nel corpo e nel cervello. I contenuti inoltre non dovrebbero essere violenti. Su questo ci sarrebbe mooooolto altro da dire, ma probabilmente ora ho giá fatto saltare la cornice del tuo blog …🙂

Raccontaci una delle esperienze piú belle nel tuo lavoro di consulenza.
Le mie esperienze piú belle sono sempre quando sento che ho aiutato qualcuno a raggiungere una migliore qualità della vita con i bambini. Sono sempre felice quando vedo l’efficacia dei materiali Montessori di matematica, sia per gli adulti che per i bambini. Spesso sento dire: „Ma no, è davvero così facile? Pensavo che non l’avrei capito mai, é invece non é per niente difficile…!”

La tua opinione: Che cosa rende felice i bambini e cosa rende felici i genitori?
Gli adulti sono felici quando trovano in sé stessi la bontà, la bellezza e la verità, e il coraggio di vedere queste cose nei loro figli. I bambini sono felici quando gli adulti non rinunciano a voler vedere in loro la bontà, la bellezza e la verità.
…È l‘ amore che rende possibile questo!

(picture from Carmen’s Website)

Se volete saperne di più sul lavoro di Carmen, è possibile porre domande a lei attraverso questo blog in „commenti“, oppure potete contattarla direttamente qui. Potete acquistare il libretto-guida di Carmen Gamper qui (in inglese o tedesco, la versione in italiano é in fase di elaborazione).
Carmen verrá in Italia a luglio/agosto 2010 e sarà a disposizione per serate di informazione, lezioni e  consultazioni, momenti di dialogo con genitori e insegnanti. Si prega di consultare piú avanti le date esatte, qui.

(picture from Carmen’s Website)

29 Antworten zu Buntglas Interview: How to become a Learning Companion

  1. d. sagt:

    Vorrei salutare Carmen, di cui tempo fa ho ordinato e letto il libretto-guida in inglese.
    Avrei mille domande, e già in passato avrei voluto contattarla, quindi approfitto di questa magnifica occasione offerta da Sybille e mi limito a una sola domanda:
    personalmente mi trovo in una situazione in cui l’homeschooling per ognuno dei miei figli sarebbe impossibile ma, consapevole delle esigenze soprattutto del penultimo di quasi sei anni, mi sto chiedendo da tempo se ritirare lui e la sorellina più piccola dall’asilo per quest’anno, o eventualmente limitarne la frequenza a tre mattinate la settimana (in modo da poter lavorare in questi giorni). Il punto è che mi sto rendendo sempre più conto che per ognuno dei miei figli ci vorrebbero delle soluzioni fortemente personalizzate (forse è così per ogni bambino), e in particolare Marco dimostra dei problemi di socializzazione distorta (aggressività, scherno, atteggiamento ostile e ostinato), che secondo me vengono accentuati da un piccolo gruppo di bambini che si è creato all’asilo. Vorrei toglierlo da quell’ambiente per permettergli di togliersi da alcune dinamiche ormai consolidate. Il punto è che i suoi atteggiamenti „difficili“ si ripercuotono anche sulle dinamiche tra fratelli (sono in 5) e questo rende più difficile la convivenza serena. Mi chiedo, e vengo alla domanda, se riuscirò a mantenere la lucidità, il buon umore e anche l’energia necessaria per portare avanti questo progetto, e vorrei i tuoi consigli su questo punto: la mia impressione è che ciascuno di loro cinque (o almeno i quattro più piccoli) avrebbe bisogno di una mamma che si dedichi completamente a lui, mentre io invece non solo devo dividermi, ma faccio anche notevole fatica a farlo. Quando leggo consigli, o esperienze interessanti di homeschoolers o anche solo di famiglie che dedicano particolare attenzione ad alcune pratiche pedagogiche, mi rendo conto che non sempre si possono calare su una famiglia in cui la mamma ha 5 figli e lavora (per quanto da casa e part-time). Spero di non essere stata troppo confusa nel presentare il problema e ringrazio nuovamente Carmen e Sybille per questa bella intervista.

  2. Annarita sagt:

    Bellissima intervista! grazie…
    anche se non ho bambini leggo con vivo interesse
    ciao ciao sybille!

  3. Carissima d.,
    Posso solo immaginare la complessita‘ della tua situazione. Hai gia provato a parlare con la maestra al asilo? Se e‘ aperta, potrebbe fare un cerchio con questo gruppo di bambini e parlare delle cose che stanno succedendo e con tanta pazienza trovare delle soluzione. Qualche volta queste situazioni si possono trasformare in un‘ esperienza preziosa per i bambini, dove imparano molto.

    Se vi decidete di fare homeschooling sarebbe piu facile per tutta la famiglia se ci fosse almeno un’altra famiglia, zia o amica con cui potresti collaborare e condividere. Qui nella California le famiglie che fanno l’homeschooling organizzano incontri per i bambini con una mamma ecc. pero so‘ che in Italia non ci sono tanti home-schoolers. Forse qualche volta potresti invitare una maestra a casa vostra , o potresti, almeno per alcuni pommeriggi, trovare un attivita‘ fuori casa con altri bambini a un museo o presso una fattoria…
    Ti mando saluto caloroso e tanta forza!!

  4. Dawn sagt:

    Carmen sounds like a wise woman. Thank you for sharing this wonderful interview.

  5. […] Originale: Buntglas Interview: How to become a Learning Companion « Buntglas Articoli correlati: Ticino.Scuola: «Troppa pedagogia!» di Adolfo […]

  6. Laura sagt:

    Ho letto e riletto questa bella intervista…quanti spunti interessanti ci ho trovato!
    Grazie Sybille

  7. Stavo pensando a degli interventi letti tempo fa sul forum Genitori e figli del Corriere online. C’erano un bel po‘ di persone che hanno tagliato tutto con l’accetta, definendo i genitori che fanno homeschooling ‚gente che ha un rapporto morboso coi propri figli e non vuole lasciarli andare‘.
    Leggendo questo blog e altri simili, mi rendo conto invece che si dá un’istruzione di qualitá nettamente superiore a quella che si riceve nelle scuole tradizionali, unita al rispetto dei tempi e delle inclinazioni dei ragazzi.
    Forse l’ho giá scritto altre volte, ma ammiro profondamente tutto il vostro lavoro e le capacitá pedagogiche che mettete in questa esperienza. Mi auguro anche di vedere il blog Buntglas in un libro, perché ci sono tanti di quegli spunti che mi piacerebbe utilizzare appena mio figlio sará nell’etá giusta.

  8. Daniela B. sagt:

    Io non ho ancora bambini, ma seguo nei compiti ogni pomeriggio 5 bambini (3 fanno terza media e due sono alle elementari), quindi ho letto i suggerimenti di Carmen con molto piacere, non sono un’insegnante ordinaria ma mi piacerebbe riuscire a trasmettere un po‘ più di curiosità e passione per lo studio a questi bambini (alcuni con gravi capacità di apprendimento, causate secondo me non da pigrizia ma da altre problematiche emotive/familiari non molto serene).Grazie per questi spunti ed in effetti a quando un libro ddi Buntglas?’sarebbe utile per tutti (noi) che cerchiamo vie diverse all’apprendimento e che per vari motivi di famiglia o di lavoro passiamo molto tempo con dei bambini.
    un abbraccio
    Daniela

  9. Micha sagt:

    Herzlichen Dank für das ausführliche Interview. Ich kann sehr vielem zustimmen und viele wertvolle Gedanken daraus ziehen.
    Ach ja und natürlich möchte ich sehr gerne an der Verlosung beteiligen.

  10. Alchemilla sagt:

    Naturalmente avevo letto senza lasciare messaggi ma con questo invito…
    Mi è piaciuta molto l’intervista e sono rimasta molto incuriosita.
    Grazie.

  11. […] Sybille from my home in Northern Italy made an interview with me in German and Italian on her blog: https://buntglas.wordpress.com Here it is in English: This is an interview with my dear friend Carmen, an expert on self-directed […]

  12. luci sagt:

    guarda, in questo periodo sto apprendendo molte cose sulla possibilità di un’educazione a misura del mondo del bambino, e questa intervista, queste parole, mi trovano pienamente d’accordo, d’accordo sul fatto che si può, e si deve, parlare anche e soprattutto di felicità del bambino, felicità nell’imparare, felicità nello stare assieme agli altri, felicità come motore per quel lungo, infinito processo che è l’apprendimento, che non è solo apprendimento delle nozioni, ma apprendimento delle „cose della vita“, in tutto il loro insieme. Mi piace molto il concetto del riallacciarsi al „bambino interiore“ per poter capire lo sguardo dei nostri bambini, per poterne condividere l’entusiasmo, per poter dare loro rassicurazione nei momenti di disagio, e sono contenta che se ne parli, che si dia spazio ad altri modi di intendere il sapere, grazie, Sybille, e grazie Carmen, per aver creato un ponte di collegamento tra „vita“ e „sapere“…quello che trasmettiamo ai nostri figli è quello che noi stessi viviamo! un abbraccio!

  13. Catia sagt:

    Bellissima intervista e sentite e profonde le risposte.
    „Se si inserisce il bambino in una tradizionale scuola pubblica, bisogna quasi aspettarsi che perderà la gioia di imparare“.
    Certo questo è molto spesso vero; ecco perchè già dall’anno scorso (Matilde frequenta la seconda elementare) mi sono riproposta di praticare un sistematico homeschooling part time. Ogni argomento che viene proposto a scuola, viene riproposto a casa non tanto presentando metodi di apprendimento diversi, perchè questo creerebbe confusione nella bambina (ultimo esempio le tabelline per le quali l’insegnante ed io abbiamo avuto diversi „scontri“), ma piuttosto un approccio semi-ludico e piacevole.
    Ecco che nascono gli handmade books sulle stagioni, il memory per leggere le ore, il grande gioco delle tabelline, la caccia al tesoro al museo.
    Devo dire che nonostante il mio desiderio rimanga quello di fare homeschooling, ho preferito riflettere su quale fosse il desiderio di mia figlia, la quale mi ha fatto capire che i suoi compagni, le sue insegnanti, ciò che di positivo e negativo vive a scuola, tutto questo riveste una particolare importanza nella sua vita.
    Così come è contenta di „lavorare“ a casa e approfondire con me.
    In ogni caso per me si tratta di un grosso investimento di energie e di tempo che però mi riempie di gioia perchè tutto ciò che è è fatto con amore riempie di gioia.
    Matilde ed io stiamo bene insieme.

    • Sybille sagt:

      Grazie Catia per il tuo commento, penso che il tuo, il vostro, puó essere un buon esempio per molte altre famiglie in cerca della loro „via migliore“ che, come dice Carmen, puó cambiare anche con il tempo cosí come cambiano le esigenze e le prioritá.

  14. Rosalba sagt:

    Mi riconosco pienamente in quanto sostiene Carmen. Da anni ho impostato la mia attività di insegnante di scuola pubblica, nella prospettiva ecologica e di rispetto pieno dei vissuti dei bambini e delle famiglie, finalizzato alla crescita umana individuale e collettiva. All’interno di questo vi anche l’intenzionalità di una mia ricerca personale tesa allo star bene con gli altri (e più che mai con gli alunni) in tutti i contesti.
    Si tratta di scelte educative che richiedono molto autocontrollo interiore ma è una sfida che la scuola può ancora cogliere.
    Ogni docente in questo senso può fare molto in quanto l’atteggiamento del singolo si riflette positivamente verso l’esterno.

    L’homeschooling offre molti spunti di riflessione per una scuola pubblica che più che ai contenuti e ai programmi deve ripensare alle metodologie e ai contesti affettivi interni.

    Grazie Sybille!
    P.S. Se tu mi permetti vorrei segnalare sul mio blog questa preziosa intervista, sia ai colleghi che ai genitori.

    • Sybille sagt:

      Molto volentieri, Rosalba! Mi fa molto piacere il tuo commento positivo. Come dici tu, anch’io credo che molte cose si possano (ancora) fare, e ognuno di noi puó trovare il proprio modo per contribuire.

  15. Palmy sagt:

    Che tristezza per un insegnante leggere che è normale nella scuola pubblica di oggi che il piccolo allievo perda la voglia di imparare… ma io non mi voglio arrendere a questo! Penso che in ogni famiglia si possa trovare una via: trovo un suggerimento in quest’intervista, quando Carmen esorta a ritagliare dei giorni in cui il genitore proponga al figlio un momento di apprendimento gioioso e libero (part time homeschooling)… grazie! Ho spiegato a mia figlia quest’idea e lei mi ha chiesto di poter saper qualcosa sulla storia dell’orsetto Teddy! Forse è un’idea balzana e ridicola ma io seguirò la sua curiosità senza lasciarmi tentare dal proporre argomenti più „seri“.
    Come sa chi ha letto i miei commenti e il mio blog, avevo già preso la decisione di accompagnare mia figlia nei compiti rendendoglieli più giocosi e laboratoriali…

  16. maria sagt:

    Ho scoperto il tuo blog tramite il sito di Barbara Mammafelice. Ho divorato l’intervista letteralmente!!! P.s. piacere di conoscerti!!

  17. bianconiglia sagt:

    Anch’io sono rimasta molto colpita da questa affermazione. Indubbiamente è vero che il sistema scuola pubblica non è perfetto, ma da lì a dire che fa perdere a tutti l’amore per la conoscenza mi sembra ce ne passi. La mia esperienza, come scolara, come figlia di maestra “di frontiera” e come madre di due bambini che frequentano la scuola pubblica, mi fa dire che se questo accade è perché si incontrano le persone sbagliate. Ma queste, purtroppo, si trovano dappertutto. Conosco una mamma che ha ritirato i figli da una scuola genitoriale di ispirazione steineriana che aveva scelto per loro con testa, cuore e anima perché le modalità educative adottate da alcuni insegnanti avevano messo profondamente in difficoltà i bambini.
    Inoltre, per un insegnante che svolge male il suo lavoro ce ne sono 1000 che ci mettono l’anima, combattendo contro difficoltà che nascono dal sovraffollamento delle classi, dalla scarsità di fondi, dal disinteresse di molti dirigenti scolastici e, soprattutto, di una certa classe politica.
    Per favore, non dimentichiamo mai che la scuola pubblica nasce per garantire a tutti i bambini l’accesso all’istruzione: e la cosa non è poi così scontata neanche oggi. Non troppi anni fa mio marito si è trovato a svolgere il servizio militare con coetanei del tutto analfabeti perché anziché andare a scuola si occupavano del bestiame (e parliamo di gente che veniva da ricche province del nord, non da paesini sperduti), e che hanno imparato a leggere e a scrivere dai loro commilitoni.
    Con questo non voglio dire che la scuola pubblica non sia migliorabile (eccome, se lo è), e soprattutto che un genitore debba delegarle in toto il percorso di apprendimento dei propri figli: ma questo, almeno per come la vedo io, non dovrebbe essere fatto con nessuno.

  18. Penso anch’io che „alternativo“ non e‘ sinonimo con „meglio“. Bisogna fare ricerca independente e rigorosa. Ogni scuola e soltanto funzionante quanto le persone che ci lavorano.

    La scuola pubblica potrebbe offrire metodi educativi alternativi per i bambini che si ammalano con i metodi tradizionali. Per esempio, in Alto Adige, varie scuole pubbliche hanno iniziato ad offrire classi basate al metodo Montessori (che e‘ ancora problematico, pero‘ e‘ un’inizio!!) . Tante volte non e‘ la preferenza dei genitori di lasciare la scuola pubblica; so che tanti sarebbereo piu‘ che felice di aver un posto dove mandare i figli, sapendo che ci sviluppano bene. Pero‘ e‘ una realta‘ che tanti bambini hanno esigenze diverse e si ammalano nel sistema.

    Vero, in tantissimi paesi la scuola obbligatoria ha salvato e tuttora sta salvando bambini dal lavoro minorile e sta dando l’opportunita‘ a un futuro meglio. Sono molto riconoscente del lavoro degli insegnati nelle scuole e infatti vorrei assistere maestri/e che sono aperti/e a includere elementi creativi nel loro modo di insegnare.

    In questo mondo multiforme e complesso, con parenti in grado di prendere responsabilita‘ per i loro figli, ci devono essere possibilita‘ di scelta nel mondo educativo.

  19. Di Tommaso sagt:

    Spero che il commento non suoni polemico.
    Leggo il blog di Sybille con interesse e, direi, anche con gioia. Come dice Rosalba, l’homeschooling mi da moltissimi spunti di riflessione, come insegnante di scuola pubblica e come mamma.
    E allo stesso tempo è anche fonte di travaglio.

    Volendo impostare una contrapposizione tra qualità degli apprendimenti nell’homeschooling e nella scuola pubblica, temo che ci sia poco da fare, non c’è partita. Mia zia in campagna direbbe: „lu megliu è sempre lu megliu“.
    La valorizzazione dell’allievo e dei suoi interessi con l’attuale organizzazione scolastica, in classi sovraffollate e prive di mezzi, con alunni spesso fortemente problematici, se è un punto di partenza, non si trasforma sempre in punto d’arrivo.

    Non c’è solo da scegliere per i propri figli. Ci sono i figli degli altri. Famiglie immigrate (ma non solo) che, a causa del lavoro, delegano alla scuola molte delle scelte educative dei loro figli. Questo mondo è proprio multiforme e complesso, Carmen, ma non tutti i genitori hanno la possibilità di secegliere e nemmeno sono in grado di partecipare.
    Un esempio: la riunione per la scelta dei rappresentanti dei genitori in una mia classe. In due anni su due, si sono presentati solo 3 genitori su 19 famiglie. Alla fine i genitori vengono a scuola solo per prendere i documenti valutativi (e a volte lo fanno dopo settimane!) o in situazioni incresciose, per provvedimenti disciplinari dovuti a gravi azioni dei loro figli.
    Detto questo, neanche io, come Palmy mi arrendo. E avverto il bisogno di formarmi su altri sistemi educativi per contribuire a migliorare l’apprendimento dei miei alunni, di questa scuola malata ma necessaria.

    Francesca

  20. Laura sagt:

    Molto bella, quest’intervista. Illuminante, per certi aspetti. Mia figlia inizierà l’anno prossimo la primaria, e quello che mi interessa più di ogni altra cosa è appunto che non perda la voglia e il piacere di apprendere (che ultimamente è più forte che mai). Mi rendo conto che uno dei passaggi scolastici più „traumatici“ è proprio quello dalla materna alla scuola vera e propria. E‘ un passaggio molto delicato, che può compromettere tutto l’andamento scolastico futuro.
    Spero che finisca in buone mani..

  21. Anna sagt:

    Sono semplicemente con le lacrime agli occhi…lo so, non è da persone concrete mettersi a piangere solo perchè si legge un‘ intervista…ma a me a volte capita…Mi capita quando i contenuti di cio‘ che vedo o leggo sono gli stessi che ardono al mio interno e che io vorrei, se ne avessi il potere, spargere ovunque in modo da irradiare tutte le situazioni in cui si sono commessi errori e risanarle in un batter d‘ occhio. Ma l‘ immaginazione ha purtroppo un limite a cui dobbiamo soccombere e io proprio per questo piango…si, lo so, invece di emozionarmi cosi‘ tanto potrei…non so cosa potrei fare, mi viene e me la vivo.
    Quest‘ intervista e il modo di fare di questa donna, che ho avuto il piacere di incontrare stasera, sono una di quelle cose che irradierei volentieri per il mondo…

  22. raffaella sagt:

    Ciao Carmen e ciao Sybille,
    grazie a Sybille per la bella occasione creata, e grazie a Carmen per le parole meravigliose.
    Io credo che siamo in un periodo storico in cui molti genitori e insegnanti sono portati a riflettere sul tema „scuola“ e „istruzione“ perché la scuola sta pian piano subendo quel processo naturale che ogni organizzazione o sistema vive… che potrei chiamare, se me lo concedete – anche se non pertinente- „secolarizzazione“… La scuola è nata con scopi alti e bellissimi, ed è un luogo meraviglioso, ma prima o poi un sistema – la storia ce lo insegna – finisce per „secolarizzarsi“, se non riesce a rinnovarsi, cioè comincia a svuotarsi di senso, l’attenzione si sposta sul funzionamento dell’organizzazione piuttosto che su quello che contiene, sulla cornice più che sul contenuto, e via. Ed ecco che la scuola oggi più che educare o insegnare, tende solo più a scolarizzare… detto in altre parole, sempre di più a scuola si imparare a farsi insegnare più che ad imparare.

    Io credo che oggi più che mai ci sia bisogno di una scuola non scuola. Una scuola che abbia il coraggio di tornare a connettersi con la vita. Perchè la vera maestra del bambino è la Vita, e l’insegnante è solo un tramite. Una scuola quindi che possa uscire dalla classe, uscire dall’impostazione dell’orario, uscire dalla convinzione che si impari solo con la testa. Il mondo ha bisogno di individui nuovi, che sappiano di nuovo usare le mani e l’intuito, che sappiano riconnettersi con l’umano e con la Terra. Una volta imparare a leggere, scrivere e contare rendeva liberi. Ora si è liberi se si sa leggere tra le righe, se si sa cambiare punto di vista, se si è capaci di porsi delle domande piuttosto che saper dare delle risposte…
    Credo che moltissimi genitori e insegnanti sentano queste esigenze umane che girano nell’aria, e ciascuno tenti di trovare la via per rispondere.
    L’importante è trovare il coraggio per fare qualcosa di concreto in questa direzione, anche una piccola scelta.
    E a volte questo coraggio si trova quando qualcuno ci parla di ciò che già in cuor nostro sentiamo, e così ci costruisce una strada per farlo uscire. Grazie Carmen, spero di riuscire a farti venire qui a Udine.
    Un abbraccio
    Raffaella

  23. paomise sagt:

    Grazie Sybille. Ho letto con attenzione ed interesse l’articolo e i vari commenti. Davvero stimolanti.
    Un grazie anche a Carmen
    saluti
    Paola

  24. […] von Mathematik-Montessori-Material im Beitrag vom Mai, befasst sich der Gastbeitrag von Carmen Gamper im Juni mit der Einführung in die […]

  25. […] Nun ist es soweit: Demnächst kommt Carmen Gamper, von der ihr vielleicht schon hier und hier gelesen habt, nach Europa, nach Italien und nach Südtirol! Diese Gelegenheit will das […]

  26. […] CARMEN GAMPER aus Morter lebt seit drei Jahren in San Francisco, Kalifornien. Sie arbeitet als Beraterin für Schulen und Familien, die autonomes Lernen für ihre Kinder sicher und liebevoll ermöglichen wollen. […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: