Buntglas Interview: „And my husband said: Why not try homeschooling?“

5. Mai 2010

Eva with Miriam and Flora

Nach dem Interview mit mir selbst machen wir nun einen Sprung über den Ozean hinüber… nach New York zu Eva!
Eva stammt aus Deutschland und lebt seit 17 Jahren in den USA. Sie ist seit 14 Jahren mit einem Amerikaner verheiratet und hat 5 Kinder im Alter von 12, 10, 7, 4 Jahren und 1 Jahr. Die Kinder im schulpflichtigen Alter, also drei, werden zu Hause unterrichtet.

Eva, wie kamst du auf die Idee, deine Kinder nicht zur Schule zu schicken, sondern Homeschooling zu machen? Du selbst bist in Deutschland doch sicher den traditionellen Bildungsweg gegangen? Wie waren die Reaktionen deiner Familie und Freunde in Deutschland über eure Homeschooling-Entscheidung?
Meine anfängliche Ausbildung war ganz traditionell. Ich bin ganz normal zur Grundschule und später aufs Gymnasium gegangen. Nur nach der 12. Klasse verbrachte ich ein Jahr als Austauschschülerin in Kanada. Nach dem Abitur begann mein Studium der katholischen Theologie, Anglistik und Germanistik (Deutsch als Fremdsprache)in Würzburg und Bonn. Während meines Studiums wurde mir eine Stelle als Assistentin für Deutsch an der Unversity of Columbia, Missouri, angeboten. Damit begann mein Leben in den USA. Neben meiner Unterrichtstätigkeit arbeitete ich auch an einem Magister in Germanistik, den ich an der katholischen University of Notre Dame, Indiana, beendete. Dort lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich schließlich in einen ländlichen Teil des Staates New York zog.
Als unser Ältester ins schulpflichtige Alter (6 Jahre hier im Staate New York) kam, informierten wir uns über die verschiedenen Schulen, die zur Verfügung standen. Es gab natürlich eine nahe öffentliche Schule, aber auch eine katholische Schule, die ungefähr 45 Minuten entfernt war, eine evangelische Privatschule, die etwas näher war, und eine Waldorfschule, die ca. 1 Stunde entfernt war. Keine dieser Möglichkeiten schien uns ideal zu sein, entweder war das Niveau zu schlecht, oder die Fahrzeit zu weit oder die Schulgebühren zu hoch. Mein Mann kam dann auf die Idee, dass wir doch die Kinder zu Hause unterrichten könnten. Ich hatte von dieser Möglichkeit bisher so gut wie nichts gehört, machte mich aber sogleich kundig und eröffnete uns damit eine neue Welt. Meine Familie und Freunde reagierten auf diese Entscheidung mehr oder weniger mit Stillschweigen, ich glaube, diese Entscheidung war zu „exotisch“. Innerlich hegten sie bestimmt große Zweifel, ob das überhaupt machbar wäre.

Rechtlich gesehen, müsst ihr euch als Homeschooler irgendwo anmelden? Müssen die Kinder in gewissen Zeitabständen Prüfungen ablegen, müsst ihr Dokumentation über das Gelernte führen, kurz gesagt „kontrolliert“ jemand, dass das Recht auf Bildung der Kinder ausgeübt wird?
Wenn die Kinder hier ins schulpflichtige Alter kommen, muss man die Schule, zu dessen Schulbezirk man gehört, anschreiben und ihr mitteilen, daß das Kind zu Hause unterrichtet werden soll. Die Schule muss dann schriftlich davon Kenntnis nehmen. Daraufhin muss man innerhalb eines bestimmten Zeitraumes einen sogenannten „IHIP“ (Individualized Home Instruction Plan) an die Schule schicken, worin man genau darlegt, was man seinem Kind beibringen und welche Materialien man benutzen möchte. Der Schulleiter stellt fest, ob alle Fächer, die der Staat New York vorschreibt, abgedeckt sind. (Die Fächer sind vorgeschrieben, aber nicht die Inhalte.) Jedes Quartal muss man dann ein Zeugnis an die Schule schicken und angeben, wieviel Stunden unterrichtet worden sind. Am Ende des Schuljahres reicht man entweder eine schriftliche Beurteilung des Kindes ein, lässt sein Kind einen standardisierten Test machen oder es von anderen Leuten beurteilen.  Ab der vierten (auf Antrag auch erst der fünften Klasse) muss jedes Kind alle zwei Jahre einen standardisierten Test bestehen. Man hat eine große Auswahl bei diesen Tests, die meisten testen nur Englisch und Mathe. Ab der achten Klasse finden diese Tests jährlich statt, doch erlischt die Schulpflicht mit 16 Jahren. Man muß auch täglich eine Anwesenheitsliste führen. Der Staat New York hat den Ruf, ein besonders strenger Staat für Homeschooler zu sein, doch habe ich das noch nicht wirklich bemerkt.

Haben die Kinder noch nie den Wunsch geäußert, zur Schule zu gehen?
Nein, sie sind ganz zufrieden mit ihrer „Schule“ zu Hause.

Miriam’s first homeschooling day last September

Gibt es viele Homeschoolerfamilien in eurem Umfeld, erlebt ihr viel Austausch mit Familien, die ähnlich leben wir ihr, oder fühlt ihr euch eher allein?
Es gibt hier in unserem Dorf einige Familien, die Homeschooling machen. In der näheren und weiteren Umgebung gibt es sehr viele Familien, die diesen Weg gehen. Wir gehören zu drei Homeschoolorganisationen. Eine ist ein Ableger von LEAH (Loving Education at Home), eine ist eine große katholische Gruppe in Buffalo, die „Children of Mary“ heißt, und eine ist eine Gruppe, die Naturaktivitäten miteinander unternimmt. Diese Gruppen bieten vieles an, z.B. Chor, Sport, religiöse und künstlerische Veranstaltungen, Ausflüge, Geselligkeit oder Besuche im Altersheim. Wir nehmen einige dieser Angebote wahr, leider wohnen wir für viele Veranstaltungen aber zu weit weg. Wir fühlen uns aber auf keinen Fall isoliert, da Homeschooling hier sehr verbreitet ist. Das College, bei dem mein Mann arbeitet, nimmt sogar besonders gerne Studenten an, die Homeschooling gemacht haben.  Homeschooling hier ist einfach wie eine andere Schulform.

In deinem Blog Untrodden Paths steht, euer Bildungsmodell lehnt sich zum Teil an die Waldorfpädagogik wie auch an Charlotte Mason an. Von Charlotte Mason ist hier in Italien kaum etwas bekannt, ich glaube auch im deutschsprachigen Raum kennen nur „Insider“ ihren pädagogisch-didaktischen Ansatz. Kannst du uns kurz etwas dazu erzählen?
Charlotte Mason war eine britische, protestantische Erzieherin und hat von 1843-1923 gelebt. Sie hat versucht, ein Bildungsmodell für Kinder zu entwickeln, welches unter dem Motto stand: „Education is an atmosphere, a disicpline, a life“. Mit „atmosphere“ meinte sie dabei das häusliche Umfeld des Kindes, mit „discipline“ das Erlernen von guten Gewohnheiten, besonders guten Charaktereigenschaften, und schließlich mit „life“ die akademische Bildung des Kindes. Dabei hob sie besonders hervor, dass ein Kind mit „lebendigen“ Ideen und Gedanken (sprich Originaltexten in Literatur, guten Gemälden, guter Musik, Experimenten in Naturwissenschaften)in Berührung kommen und nicht nur aus trockenen Schulbüchern lernen sollte. Sie war auch eine Befürworterin von Naturspaziergängen und Naturbeobachtungen, generell davon, daß Kinder möglichst viel draußen sein sollten. Kurze, aber häufige Unterrichtseinheiten waren ihr wichtig, sie hat viel die Technik der Nacherzählung benutzt. Kunst- und Musikgeschichte waren ein Teil ihres Unterrichtes, Gedichte wurden auswendig gelernt, Fremdsprachen täglich unterrichtet, Mathematik sollte nicht nur gemeistert, sondern auch verstanden werden, und Grammatikunterricht wurde erst ab dem zehnten Lebensjahr erteilt.  Eine kurze (englische) Zusammenfassung ihrer Methoden findet man hier Sie selbst hat ein umfangreiches Werk geschrieben, welches man online sogar lesen kann. Es gibt aber auch gute Einführungsbücher zu ihrem Werk. Hier ist eine Auswahl — die Bücher sind allerdings alle auf Englisch:

A Charlotte Mason Companion“ von Karen Andreola
For the Children’s Sake“ von Susan Schaeffer McCauley (Diese Autorin ist in der Schweiz aufgewachsen. Ihre Eltern haben die L’Abri – Gemeinschaft in der Schweiz gegründet.)
When Children Love to Learn“ von Elaine Cooper

Gute Websites, die mit Charlotte Masons Methoden und Homeschooling weiterhelfen, sind:
www.materamabilis.org/ma/ (katholisch)
www.simplycharlottemason.com (evangelisch)
www.amblesideonline.org (evangelisch)
www.charlottemason.com (evangelisch)
www.queenhomeschool.com (evangelisch)
www.charlottemasoneducation.com
www.pennygardner.com

Deine Kinder sind ja ganz unterschiedlichen Alters, haben unterschiedliche Interessen und Ansprüche; wie schaffst du es organisatorisch und inhaltlich, daß keines zu kurz kommt? Welche Rolle spielt im Homeschooling, zeitlich und inhaltlich, dein Mann?
Im Moment unterrichte ich offiziell drei Kinder: Jonathan 6. Klasse, Charlotte 4. Klasse, Miriam 1. Klasse. Veronika ist im Kindergartenalter, Flora noch ein Kleinkind. Schon von früh auf habe ich versucht, unsere Tage am Modell eines Waldorfkindergartens zu orientieren. Wir haben also immer einen gewissen Rhythmus gehabt, in der sich freies Spiel, künstlerische Tätigkeiten, gute Bilderbücher, viel Zeit draußen, Musik und nachahmendes Lernen im Haushalt abgewechselt haben. Dieser Rhythmus mußte sich mit dem Eintritt ins Schulalter ein wenig wandeln, schwieriger wurde es erst, als ich zwei Kinder unterrichten mußte. Zu diesem Zeitpunkt waren mir organisatorische Bücher zum Thema Homeschooling eine große Hilfe. A Mother´s Rule of Life und Managers of their Homes bieten hierzu viele gute Ideen an. Ich habe mir einen Zeitplan für wochentags und das Wochenende geschrieben, nach welchem wir unsere Tage gestalten. Jedes Kind hat dort Zeit nur mit mir, Zeit mit Geschwistern und Zeit zum selbständigen Lernen. Mein Mann ist für Fragen der Kinder immer offen und liest ihnen abends oft Geschichten vor. Den Unterricht habe bisher ich übernommen, das wird sich vielleicht ein wenig ändern, wenn die Kinder älter werden und spezifisch amerikanische Themen, wie das politische System, kennenlernen müssen. Mein Mann unterstützt mich aber sehr, indem er einkaufen geht, die Kinder zu Sportveranstaltungen und anderen Aktivitäten bringt, bei unserer Morgen- und Abendroutine hilft und immer ein offenes Ohr hat.

Wachsen die Kinder zweisprachig auf?
Ich habe seit der Geburt der Kinder großen Wert auf die Zweisprachigkeit gelegt. Ich spreche immer Deutsch mit ihnen (auch in Anwesenheit anderer Leute), mein Mann immer Englisch, nur am Wochenende versuchen alle Deutsch zu reden. Mein Mann versteht Deutsch sehr gut, die Kinder haben etwa bis zum zweiten Lebensjahr nur Deutsch gesprochen. Englisch ist natürlich ihre starke Sprache, aber sie können sich alle gut auf Deutsch verständigen. Im Rahmen unseres Unterrichtes lesen wir deutsche Bücher, lernen deutsche Rechtschreibung und Grammatik und schreiben deutsche Aufsätze, auch wenn dafür nicht so viel Zeit zur Verfügung steht.

Jonathan’s Greece map

Kannst du uns kurz einen typischen Tag bei euch schildern?
Wir stehen alle früh auf (zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr), frühstücken, arbeiten ein wenig im Haushalt und fangen um 8.00 Uhr mit dem Unterricht nach einem kurzen Gebet und Kreisspiel an.  Alle Hauptfächer machen wir vormittags, wobei die Kinder individuelle Zeit mit mir haben, aber auch alleine arbeiten bzw. die jüngeren spielen. Die individuelle Zeit gestalte ich in Form einer Hauptepoche, wie sie an den Waldorfschulen üblich ist.
Gegen 13.00 Uhr essen wir mit meinem Mann zu Mittag. Nachmittags gibt es eine Stunde stille Arbeitszeit, Kaffeetrinken, freie Spielzeit, Haushaltsaufgaben und nochmals kurzen Unterricht in Fächern wie Fremdsprachen, Kunst, Religion. Oft finden auch Sportveranstaltungen mit anderen Kindern wie Ballett, Gymnastik, Homeschoolsport oder Baseball statt. Manchmal gehen die Kinder ins Altersheim, um für die alten Leute Musik zu machen und mit ihnen zu spielen. Einmal die Woche machen wir nachmittags einen Naturspaziergang oder gehen in eine Kunstgallerie. Ein Büchereibesuch und eine Morgenmesse stehen auch auf dem wöchentlichen Programm. Abends machen wir Handarbeit oder lesen Bücher vor. Am Wochenende putzen und backen wir, machen Ausflüge, gehen in die Kirche, spielen und erledigen liegengebliebene Sachen.

Bei so vielen Tätigkeiten, kommst du selbst dabei nicht manchmal zu kurz, findest du noch genug Zeit für deine eigenen Interessen?
Diese Frage finde ich sehr schwierig zu beantworten.  Für mich ist mein Leben und Arbeiten mit meinen Kindern Zeit für mich selbst, ich ziehe da keine große Trennung. Ich fühle mich nicht so sehr als Lehrerin, sondern als Mitlernerin. Ich finde gerne interessante Unterrichtsmaterialien, lese sehr gerne, u.a. Homeschoolingkataloge! Ein Hobby, welches ich meist abends oder sonntags betreibe, ist die Genealogie — ich forsche, wo die Familie meines Mannes herkommt.

Group photo from a performance of the musical „Rosary“, in which Jonathan, Charlotte and Peter participated.
The participants were adults, homeschoolers and „normal“ school children.

Welche sind deiner Meinung nach die größten Vorteile von Homeschooling? Und die Nachteile?
Die größten Vorteile von Homeschooling bestehen darin, dass wir bis zu einem gewissen Grad selbst bestimmen können, was, wie und wann wir lernen. Dazu gehören besonders Fremdsprachen (neben Deutsch machen wir Latein, biblisches Griechisch und Französisch), katholische Religionslehre,(Religionsunterricht darf in öffentlichen Schulen in Amerika nicht erteilt werden) und viel Künstlerisches, Musisches, Werken und Handarbeit. Ich kann auf Stärken und Schwächen der Kinder eingehen und ihre Entwicklung bewusst miterleben. Die Kinder haben eine gute Beziehung untereinander und sie können ihren eigenen Interessen nachgehen. Sie lernen auch vieles, was in einem Haushalt an Arbeit anfällt, und wie man diese Arbeit anpackt (Bügeln, Waschen, Putzen usw.). Als Hauptnachteil sehe ich die Kosten. Wir zahlen hohe Schulsteuern, auch wenn die Kinder nicht in die Schule gehen, und müssen alle Unterrichtsmaterialien selbst kaufen.

Wie lange wollt ihr eure Homeschooling-Erfahrung fortführen?
Wir wollen Homeschooling so lange weitermachen, wie wir geistig, seelisch und körperlich dazu fähig sind, bisher haben wir also vor, die Kinder bis zur 12. Klasse zu unterrichten. Wenn sie 16 sind, können sie auch Kurse hier am College, bei dem mein Mann unterrichtet, belegen. Vielleicht nehmen wir dieses Angebot für einige Fächer an.

Welche Ratschläge könntest du einer Familie geben, die an Homeschooling denkt?
Für alle, die sich für Homeschooling interessieren, würde ich vorschlagen, sich mit Familien zu unterhalten, die diesen Lebensweg gehen. Dazu würde ich mir einen Einblick in die Literatur, die es zu diesem Thema gibt, verschaffen. Dabei hilft es besonders, herauszufinden, welchen Unterrichtsstil man verfolgen will und was man für Ziele hat.

Was wünschst du dir für eure Zukunft?
Gesundheit, Kraft, Ausdauer und Geduld fallen mir da zuerst ein. Eine Gehaltserhöhung oder eine bessere Stelle würden meinem Mann besonders gefallen. Die Kinder sind eigentlich ganz glücklich — sie mögen keine großen Veränderungen.

Danke liebe Eva für das Interview und für die sehr interessanten Einblicke in euren Homeschooling-Alltag! Weiterhin viel Glück und Freude!!

Fotos Copyright: Untrodden Paths

Eva’s Family

Dopo l’intervista con me stessa ora facciamo un salto oltre l’oceano… ecco l’intervista con Eva di New York!
Eva viene dalla Germania e vive da 17 anni negli Stati Uniti. 14 anni fa ha sposato un americano, hanno 5 figli dell‘ età di 12, 10, 7, 4 anni e 1 anno. I bambini in età scolare, vale a dire tre, sono istruiti a casa.

Eva, come hai avuto l’idea di non mandare i figli a scuola, ma di fare homeschooling? Tu stessa sei cresciuta in Germania e il tuo percorso scolastico é stato quello tradizionale. Quali sono state le reazioni dei familiari e amici in Germania di fronte alla vostra decisione di optare per l’homeschooling?
Sì, il mio percorso scolastico é stato abbastanza normale, ho frequentato la scuola elementare e piú avanti il Gymnasium (liceo). Solo dopo la  dodicesima classe ho trascorso un anno come studente di scambio in Canada. Poi ho fatto il mio diploma e ho studiato inglese e tedesco come lingua straniera e teologia cattolica a Würzburg e a Bonn.
Quando il nostro figlio piú grande é arrivato in età scolare (6 anni qui a New York State), ci siamo informati sulle varie scuole che sono disponibili qui. Ci sono, naturalmente, una scuola pubblica non troppo lontano da casa nostra, una scuola cattolica che è distante circa 45 minuti ma senza servizio di scuolabus, quindi ancora una scuola protestante privata che era un po´ più vicina, e una scuola Waldorf a circa 1 ora di distanza. Nessuna di queste opzioni però sembrava essere l’ideale per noi: o il livello di qualitá non era soddisfacente o bisognava viaggiare troppo lontano, o le spese di iscrizione erano troppo alte. Mio marito poi ha proposto che si potrebbe anche istruire i bambini a casa: homeschooling appunto. Io di questa alternativa praticamente non ne sapeva nulla, ma mi sono subito informata e questo a noi ha aperto un nuovo mondo. La mia famiglia d’origine e gli amici non si sono espressi apertamente su quello che pensavano di questa scelta, credo che questa decisione per loro sia troppo „esotica“. Sicuramente avranno avuto seri dubbi se questa cosa fosse fattibile…

Dal punto di vista giuridico-legale, come homeschoolers dovete registrarvi da qualche parte? I bambini periodicamente devono effettuare dei test di idoneitá o qualcosa del genere? Dovete presentare della documentazione di ció che hanno studiato? Qualcuno controlla che il diritto di istruzione venga applicato?
Quando i bambini entrano in età scolare, bisogna scrivere una lettera alla scuola, in cui si comunica che il bambino non frequenterá nessuna scuola ma sará seguito con istruzione familiare. La scuola poi risponde scrivendo che ne ne ha preso atto. Allora dobbiamo inviare un „IHIP“ (Individualized Home Instruction Plan) in cui si spiega esattamente cosa si vuole insegnare ai figli, e indicare quali materiali si desidera utilizzare. Il dirigente scolastico prende atto di tale piano e controlla che tutte le materie previste dal New York State siano incluse. (Le materie sono fissate dal regolamento, ma non i contenuti.) Ogni trimestre si deve poi inviare alla scuola un certificato che indica il numero di ore di insegnamento svolte. Alla fine dell’anno scolastico posso decidere o di presentare una valutazione (tipo pagella), oppure di far fare al bambino un test standardizzato, oppure farlo valutare da altre persone. A partire dal quarto anno (su richiesta si puó anche slittare al quinto anno) il bambino deve fare il test standardizzato ogni 2 anni. C’é da scegliere da una vasta gamma di queste prove, molti test chiedono solo inglese matematica. Dall’ottava classe in poi questi test sono da fare ogni anno, ma l’obbligo di istruzione finisce a 16 anni. Ogni giorno c’é anche da aggiornare un registro delle presenze.
Lo Stato die New York ha la reputazione di essere uno stato particolarmente severe per homeschoolers, ma io finora non l’ ho notato molto.

I bambini non hanno mai espresso il desiderio di frequentare una scuola?
No, sono molto contenti del loro homeschooling.

Miriam doing math with Cuisenaire Rods, Veronika and Flora playing

Ci sono molte famiglie homeschoolers nel vostro ambiente, vivete uno scambio abbastanza forte con altre famiglie che hanno fatto la vostra scelta oppure vi sentite isolati?
Nel nostro paese ci sono alcune famiglie che fanno homeschooling. Negli altri paesi limitrofi ci sono molte famiglie come noi. Siamo iscritti a tre associazioni di homeschooling. Una fa parte di LEAH (Loving Education at Home),  una é un grande gruppo cattolico a Buffalo che si chiama „
Children of Maryuna é un gruppo che organizza attivitá nella natura e all’aria aperta. Questi gruppi offrono molte opportunitá come coro, sport, iniziative di carattere religioso, iniziative culturali ed artistiche, gite, giochi, compagnia, visite alla casa di riposo e altro.   Noi accettiamo alcune di queste proposte ma purtroppo viviamo un po’ fuori dalle possibilitá e non possiamo partecipare a tutto quello che ci piacerebbe. Peró in nessun caso ci sentiamo isolati, visto che homeschooling comunque é un fenomeno abbastanza frequente. Il College dove lavora mio marito preferisce addiritura iscrivere studenti che provvengono da un’esperienza homeschooling. Homeschooling qui da noi non é altro che uno delle possibilitá di istruzione, un tipo di scuola.

Nel tuo blog Untrodden Paths hai scritto che il vostro modello educativo di riferimento si basa un po’ sull’educazione steineriana ma soprattutto sul metodo di Charlotte Mason. Di Charlotte Mason in Italia si sa poco e niente, probabilmente é conosciuta solo dagli „insider“. Ci puoi spiegare brevemente il suo concetto pedagogico-didattico?
Charlotte Mason era una pedagoga britannica protestante, ha vissuto dal  1843 al 1923.  Ha voluto sviluppare un modello educativo seguento il suo motto “Education is an atmosphere, a disicpline, a life“.  Con atmosfera intendeva l’ambiente di casa e di famiglia del bambino; con disciplina le buone abitudini soprattutto la formazione di un buon carattere, e infine con „life“ l’istruzione academica del bambino. Riguardo a questo particolarmente significante per lei é che il bambino dovrebbe potersi confrontare innanzittutto con pensieri e idee “vive” e non studiare le cose solamente dai libri. Era una grande sostenitrice di passeggiate ed escursioni all’aperto, con un’attenta osservazione della natura, e comunque era dell’opinione che i bambini dovrebbero stare all’aria aperta il piú possibile. Sosteneva che fosse fondamentale fare ore di lezione corte, ma di proporrle spesso e in modo regolare. Riteneva importante la tecnica del ripetere e riassumere con proprie parole. Storia dell’arte e della musica erano elementi fissi delle lezioni, anche per i bambini piú piccoli nelle prime classi. Usava molto imparare a memoria filastrocche e poesie. Fisse nel programma quotidiano anche l’insegnamento delle altre lingue. La matematica non doveva essere solo studiata ma anche capita, toccata, mentre la grammatica veniva studiata solo a partire dai 10 anni del bambino. Qui si trova un breve riassunto del suo metodo. Lei stessa ha scritto un volume che puó essere letto online qui.
Inoltre esistono molti libri interessanti che introducono nel metodo di Charlotte Mason, come:
A Charlotte Mason Companion“ di Karen Andreola
For the Children’s Sake“ di Susan Schaeffer McCauley (Questa autrice é cresciuta in Svizzera. I suoi genitori hanno fondato L’Abri.)
When Children Love to Learn“ di Elaine Cooper.
Siti con spunti interessanti riguardi il metodo Charlotte Mason e il homeschooling sono:
www.materamabilis.org/ma/ (cattol.)
www.simplycharlottemason.com (protestante)
www.amblesideonline.org (protest.)
www.charlottemason.com (protest.)
www.queenhomeschool.com (protest.)
www.charlottemasoneducation.com
www.pennygardner.com

Charlotte’s fractions study

I tuoi bambini hanno etá molto diverse, diversi interessi e bisogni – come riesci ad organizzare le diverse attivitá e i contenuti, senza il rischio di lasciar fuori qualcuno? E tuo marito, checontributo dá lui nell’homeschooling, sia come tempo che per i contenuti?
Al momento insegno ufficialmente a tre figli:  Jonathan sesta classe, Charlotte quarta classe, Miriam prima classe. Veronika é in etá prescolare (da scuola per l’infanzia), Flora é ancora piccolina. Giá fin dall’inizio mi sono impegnata a organizzare la nostra giornata nello stile di una scuola per l’infanzia steineriana. Perció abbiamo da sempre avuto un determinato ritmo nella giornata, con a turno momenti di libero gioco, attivitá artistica, libri e lettura, molto tempo all’aria aperta, musica e attivitá domestica. Con l’inizio dell’attivitá scolastica il ritmo é cambiato un po‘, é diventato piú complicato con due bambini-scolari poi. In quel momento mi erano di grande aiuti libri dedicati alla tematica dell’homeschooling, come  A Mother´s Rule of Life
e Managers of their Homes, danno molti spunti di una buona organizzazione. Cosí ho preparato una specie di calendario-orario per i giorni lavorativi e per il weekend, in base a questo cerchiamo di vivere la giornata. Ogni bambino ha a disposizione un tot di tempo solo con me, poi tempo con i fratelli, tempo per l’apprendimento autonomo e autogestito. Mio marito é sempre a disposizione per domande che vengono dai bambini e di sera é quasi sempre lui a leggere le storie a loro, prima di andare a letto. Finora l’insegnamento é stato il mio compito, probabilmente questo cambierá quando i bambini saranno piú grandi e dovranno studiare anche tematiche specifiche americane, come il sistema politico. Mio marito comunque mi dá un grandissimo sostegno in ogni senso, va a fare la spesa, porta i bambini alle attivitá sportive e altre iniziative, dá sempre una mano nella routine di inizio e di fine giornata ed é sempre disposto ad accogliere richieste della famiglia.

I bambini crescono bilingui?
Da quando sono nati i bambini ho sempre dato molta attenzione al bilinguismo. Parlo sempre in tedesco a loro (anche in presenza di altre persone), mio marito parla solo inglese con loro; invece nei finesettimana parliamo esclusivamente in tedesco. Mio marito capisce molto bene il tedesco e i bambini fino all’etá di due anni hanno parlato quasi esclusivamente tedesco. Ora l’inglese ovviamente é la loro lingua forte, peró sono in grado di esprimersi in un buon tedesco. All’interno delle nostre lezioni integriamo la lettura di libri tedeschi, studiamo la grammatica tedesca e scriviamo temi in tedesco, anche se per questo aspetto non abbiamo cosí tanto tempo a disposizione.

Jonathan

Una giornata tipica?
Ci alziamo presto, fra le 5,30 e le 6,30. Facciamo colazione, qualche lavoretto in casa che va fatto. Alle 8 inizia la lezione con una breve preghiera e un gioco di gruppo. Tutte le materie primarie le facciamo di mattina e ogni bambino passa un po‘ di tempo con me da solo e lavora in modo autonomo, ma c’é sempre anche spazio per giocare con i fratelli piú piccoli. Le loro lezioni individuali sono gestiti con il metodo steineriano, a epoca.
Verso le 13 facciamo pranzo con mio marito. Di pomeriggio facciamo un’ora di lavoro in silenzio, facciamo una pausa caffé, giochi liberi, lavoretti di casa e ancora una breve lezione in materie come lingue straniere, arte, religione. Spesso di pomeriggio si svolgono iniziative sportive con altri bambini, ad esempio danza, ginnastica, homeschoolsport o baseball. Ogni tanto i bambini vanno a visita nella casa di riposo per fare musica per gli anziani e per passare un po‘ di tempo con loro. Una volta alla settimana facciamo una passeggiata nella natura o visitiamo una galleria d’arte. E sempre una volta alla settimana andiamo in biblioteca e a messa. Di sera facciamo ricamo o cucito o leggiamo libri a voce alta. Il finesettimana é per le pulizie, facciamo dolci e torte, andiamo a fare gite, in chiesa, a giocare, o finiamo lavoretti sospesi.

Con tutte queste attivitá, ma trovi ancora tempo per te stessa, per i tuoi interessi?
A questa domanda é difficilissimo rispondere. Per me la mia vita e il lavoro con i bambini é tempo per me stessa, qui non faccio una divisione, un limite. Non sento me stessa come insegnante ma come compagna di apprendimento, di studio. Mi piace trovare materiali di insegnamento interessanti, mi piace molto leggere, soprattutto cataloghi per homeschooling! Uno degli hobby che faccio spesso di sera o di domenica, é la genealogia – faccio ricerche sulla famiglia di mio marito.

Secondo te, quali sono i punti forti e quelli negativi dell’homeschooling?
I pregi piú grandi sono che fino ad un certo punto possiamo decidere noi stessi cosa, quando e come studiare. Ad esempio le lingue (a parte il tedesco, noi studiamo latino, greco antico e francese), la religione cattolica (nelle scuole pubbliche americane non é ammessa l’ora di religione) e lezioni di arte, musica, lavori manuali. Posso rispettare i punti deboli e i punti forti di ogni bambino e sostenerlo individualmente e accompagnarlo nel suo sviluppo in modo consapevole. I bambini fra di loro hanno un bellissimo rapporto e hanno sempre la possibilitá di seguire i loro interessi. Imparano anche molte cose sulla gestione di una casa e di una famiglia e di come si puó dare una mano (stirare, lavare, fare le pulizie ecc). Uno dei problemi sta nei costi: paghiamo tasse di scuola molto alte nonostante i bambini non frequentano una scuola, e dobbiamo pagarci tutto il materiale didattico da proprie tasche.

Charlotte is playing flute; Flora is helping her

Fino a quando volete proseguire con la vostra esperienza di homeschooling?
Vogliamo continuare finché ne abbiamo la possibilia dal punto di vista fisico e psichico, al momento pensiamo di proseguire fino alle dodicesima classe. A 16 anni i ragazzi possono frequentare corsi al College dove insegna mio marito. Forse per alcune materie prenderemo in considerazione questa possibilitá.

Quali consigli potresti dare ad una famiglia che sta pensando all’homeschooling?
Per tutti quelli che si interessano di homeschooling sarebbe utile trovare occasione di parlare e confrontarsi con altre famiglie homeschoolers. Inoltre é fondamentale leggere diversi libri che parlano di questo tema, per una panoramica generale. In questo modo é piú semplice riuscire a capire quale stile di insegnamento si preferisce e quali sono i propri obiettivi.

Cosa ti auguri per il futuro?
Salute, forza, pazienza sono le prime cose che mi vengono in mente. Un aumento di stipendio o un posto di lavoro nuovo piacerebbero a mio marito. I bambini sono felici cosí come stanno le cose in questo momento – non amano grandi cambiamenti.

Grazie cara Eva per questa intervista e per la interessante presentazione del vostro homeschooling! Ancora buon proseguimento e tanti auguri di felicitá!

Fotografie Copyright: Untrodden Paths
traduzione:  Sybille

agg. 08.05.2010: Sul metodo CHARLOTTE MASON qui un bell’articolo di Perfectio Conversationis e qui qualche suggerimento sull‘ educazione all’arte á la Mason di Mens Sana.


Buntglas Interview: „Once there was a little school“

1. Mai 2010

Es war einmal… C’era una volta…

Wie versprochen, erzähle ich euch etwas über unsere ehemalige Montessori-Schule, Umaduma. Um es übersichtlicher zu gestalten, habe ich die Interview-Form gewählt. Viel Spaß beim Lesen!

Come promesso oggi vi racconto un po‘ della nostra esperienza di scuoletta montessoriana. Ho scelto la forma di auto-intervista. Buona lettura!

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Wer hat die Schule Umaduma gegründet und warum?
Die Schule wurde von einer Gruppe Eltern gegründet. Vorher gründeten sie einen Verein und organisierten Info-Abende und Weiterbildung, besuchten ähnliche Schulen im Ausland, luden Referenten zum Thema nicht-direktives Lernen ein… Einige von ihnen hatten auch bereits eine Montessori-Ausbildung, etwa bei Claus-Dieter Kaul, belegt. Als die passenden Räumlichkeiten gefunden worden waren, haben die Eltern monatelang gearbeitet, um alles den Bedürfnissen der Schule anzupassen. Zum Teil waren die Räume in sehr schlechtem Zustand, da sie jahrelang unbewohnt waren. Da hieß es nun neue Fenster anbringen, streichen, Böden legen usw. Eine unglaublich große Arbeit. Alles musste zudem selbst finanziert werden…
Die Gründe, bei diesem Projekt mitzumachen, waren wohl für jede Familie verschieden, doch grundsätzlich gab es entweder Personen, die sich mit Montessori und nicht-direktiver Pädagogik auseinandergesetzt hatten und dies für ihre Kinder nicht  nur zu Hause, sondern auch in der Schule wünschten; oder – wie wir – Menschen, die nach einer Alternative für ihre Kinder suchten, denen es in der öffentlichen Schule einfach nicht gut ging…
Interessant ist übrigens, dass die drei Montessori-Schulen dieser Art, die es in Südtirol gibt/gab, etwa im selben Zeitraum entstanden. Es lag wohl in der Luft…

Chi ha fondato la scuola Umaduma e perché?
La scuola é stata fondata da un gruppo di genitori, prima hanno fondato un’associazione e hanno fatto lavoro di informazione e formazione (alcuni hanno concluso la formazione montessoriana da Claus-Dieter Kaul). Quando é stato trovato un immobile adatto all’attivitá scolastica, é stata aperta la scuola. Prima i genitori hanno lavorato duramente perché l’immobile da piú anni non era piú stato abitato, c’erano finestre da cambiare, riscaldamento da installare, l’impianto elettrico da rifare ecc. Un lavoro davvero grande, e tutto é stato pagato da proprie tasche!
I motivi per collaborare a questo progetto erano diversi per ogni famiglia, ma si puó dire che o si trattava di famiglie i cui figli nella scuola pubblica avevano trovato grandi difficoltá e disagi e dunque volevano creare un ambiente di apprendimento adatto a loro; altri invece giá da prima avevano conosciuto il pensiero montessoriano, avevano incontrato Rebeca e Mauricio Wild e letto molti libri sulla pedagogia non-direttiva, e avevano deciso di voler intraprendere questo percorso in modo sicuro e consapevole.
È interessante sapere che le tre scuolette a metodo montessoriano di questo tipo, che ci sono / che c’erano nella nostra provincia, sono nate piú o meno nello stesso arco d’anni…


Wie kamt ihr zur Schule?
Wir kamen erst im zweiten Jahr nach der Gründung zur Umaduma, also als die größte Arbeit bereits gemacht war. In unserer Verzweiflung, eine Alternative zu finden (siehe hier), hatten wir von einer Bekannten von einer „neuen Art“ Schule, eigentlich hieß sie Lernwerkstatt, gehört, und informierten uns. Zum Glück durften wir bald die Schule besichtigen. Als der Einschreibung von John zugestimmt wurde, hätten wir am liebsten vor Freude den Boden der Schule geküsst, so erleichtert waren wir, wir fühlten sofort, dass diese freie Art von Lernen und Entwicklung das Richtige für ihn wäre.

Come avete trovato questa scuola?
Noi siamo arrivati nel secondo anno dall’apertura, quando tutto il lavoro praticamente era giá stato impostato. Nella nostra disperazione di cambiare la nostra situazione (v. qui) abbiamo cercato – e abbiamo trovato, grazie all’indicazione di un’amica che ci ha raccontato di questa scuola con una  pedagogia „diversa, a misura di bambino“. Non si chiamava nemmeno „scuola“ ma „laboratorio di apprendimento“! Ci siamo informati, siamo andati a vedere la scuola e abbiamo parlato con gli insegnanti (che si chiamano accompagnatori perché l’approccio é piú quello di accompagnare il bambino nel suo percorso)… e quando ci hanno detto che accettavano la domanda d’iscrizione per John, dalla gioia avremmo voluto baciare il pavimento della scuola! Abbiamo capito subito che quel metodo di apprendimento, libero e autoresponsabile, per nostro figlio sarebbe stato „quello giusto“!

Was haben Freunde und Verwandte dazu gesagt?
Manche dachten, es sei eine „gewöhnliche“ Privatschule. Manche hatten Gerüchte gehört: dass die Kinder hier den ganzen Tag „nur spielen“ würden, entsetzlich! Manche kannten die Montessori-Pädagogik und haben sich sehr positiv und interessiert gezeigt. Vor allem jene, die beobachten konnten, wie sich unsere Kinder entwickelten, waren schließlich von der Entscheidung überzeugt. Eigentlich war es uns ziemlich egal, was die anderen dachten – wir wollten nur, dass es unserem Kind gut ging, dass es gerne lernte, gerne zur Schule ging, sich gut entwickeln könnte…
Natürlich gibt es auch Menschen, für die Wohlbefinden und Lernen nicht im Einklang stehen können. Im Laufe der Zeit haben wir immer besser gelernt, mit verschiedenen Ansichten und Meinungen umzugehen – schließlich ist jeder Mensch frei das zu denken, was er möchte. Ich hätte zum Beispiel damals Homeschooling für total verrückt und verantwortungslos gehalten und hätte mir das, was wir heute leben und erleben, absolut nicht vorstellen können! Deshalb habe ich volles Verständnis für jene, die solche Entscheidungen nicht nachvollziehen können.

Cosa hanno detto amici e parenti della vostra scelta?
Alcuni hanno pensato si trattasse di una „normale“ scuola privata. Altri avevano sentito delle voci che giravano, cioé che in questa scuola „libera“ i bambini „giocavano tutto il giorno“ – che disastro! Alcuni conoscevano il metodo montessoriano e apprezzavano la nostra scelta. Soprattutto quelli che potevano osservare da vicino che i nostri figli si stavano sviluppando bene, erano d’accordo e si mostravano molto interessati. Peró a dire il vero a noi non ci interessava troppo di quello che pensavano gli altri – volevamo semplicemente che i nostri bambini stessero bene, che andassero volentieri a scuola, che studiare e imparare per loro fosse una cosa naturale, positiva.
Ovviamente ci sono delle persone che hanno grandi difficoltá a comprendere il discorso, che seguono la filosofia del „bisogna per forza soffrire e impegnarsi sudando per arrivare a dei risultati“. Imparare giocando, divertendosi, seguendo i proprio interessi? – per loro non esiste. Beh, con il passare del tempo ne abbiamo sentite di tutti i colori e abbiamo iniziato ad accettare che, in fondo, ognuno la puó vedere come vuole. Io stessa ad esempio a quell’epoca non sarei mai stata in grado di immaginare quello che stiamo facendo e vivendo ora, cioé l’homeschooling vero e proprio, mi sarebbe sembrato pura follia, una cosa da irresponsabili, asociali! Perció comprendo molto bene che non tutti abbiano la possibilitá o la volontá di capire le nostre scelte.

Kannst du die Schule kurz beschreiben?
Die Räume waren wunderschön, voller Licht und Farbe. Alles war so schön geordnet und übersichtlich. Man bekam sofort Lust, alles auszuprobieren, oder auch sich einfach in die Kuschelecke zu setzen und, wie soll ich sagen: einfach „zu sein“.
Einer der Nachteile war, dass das Gebäude leider in der Nähe des Zugbahnhofs lag, so war es mitunter etwas laut. Auch der Außenbereich war nur sehr begrenzt, mit einem kleinen Garten mit Sandecke und Klettermöglichkeiten. Trotzdem, wir machten das Beste daraus…
Es gab eine funktionierende Küche, in der gekocht werden konnte. Bedingung war, dass man sich vorher auf einer Tabelle an der Tür eintrug, damit nicht mehr als zwei-drei Kinder am Tag auf dieselbe Idee kamen und es zu Konflikten käme. Außerdem musste alles wieder in Ordnung gebracht und sauber hinterlassen werden, ansonsten wurde man für eine Weile von dieser Tätigkeit ausgeschlossen. Tatsächlich hatten jüngere Kinder viel weniger Probleme damit als ältere!
Natürlich konnte man jederzeit in die Küche kommen um etwas zu trinken, seine Jause zu essen, plaudern, eine Kerze anzünden. Es war der Ort der Begegnung und des Gesprächs.
Im Kreativraum gab es alles Mögliche, um zu basteln: Papiere jeder Sorte und jeder Farbe, Scheren, Klebstoffe, Kartone, Filz, Fäden, Wolle… sowie die Musikecke mit verschiedenen Instrumenten.
In der Werkstatt gab es natürlich alles, was mit Holzverarbeitung zu tun hat: Bretter und Hölzer, Schrauben, Werkzeug. Auch hier galt dass, wer nicht imstande war alles ordentlich zu hinterlassen, für eine Weile von dieser Tätigkeit ausgeschlossen war. Solche „natürlichen Konsequenzen“ waren sehr wichtig und einleuchtend.
Ein kleines Badezimmer war zum Experimentierraum umfunktioniert worden: hier gab es Pipetten, Messbecher verschiedener Größen, Schläuche… man konnte mit Wasser und Feuer experimentieren, Samen sprießen lassen, verschiedene Materialien miteinander vermischen, Schimmelpilze züchten…
Im Eingangsbereich befanden sich typische Montessori-Sinnesmaterialien zum Greifen, Fühlen, Tropfen…
Die zwei Herzen der Räume waren natürlich die Primaria und die Sekundaria, die jeweils die verschiedenen Bereiche Sprachen, Mathematik, Kosmische Erziehung enthielten. Auch eine Bücherecke stand zur Verfügung.
Als der Keller angemietet werden konnte, stellten wir den Tischtennis-Tisch, der sonst im Freien stand, über den Winter hinein, damit die Kinder auch diese Möglichkeit der Bewegung nutzen konnten. Ebenfalls gab es einen kleinen Berg von Matratzen zum Hüpfen und Toben. Das wurde gerne genutzt.
Dann gab es auch noch einen kleinen Raum für Rollenspiele, mit Spiegel, Kleidung, Puppenecke und Marionettentheater usw. Jeden Montag fand der Naturtag statt, man war also den ganzen Tag entweder auf dem Berg, im Wald, oder – in der wärmeren Jahreszeit – am Bach, meistens bei jedem Wetter. Im Winter ging man am Naturtag auch Eislaufen oder Rodeln. Mindestens einmal im Monat gab es eine Exkursion in ein Museum, eine Ausstellung, eine Besichtigung einer Fabrik oder einer Werkstätte und ähnlich.
Später mussten wir aber noch zweimal umziehen, das erkläre ich später…

Ci descrivi la scuola?
Le aule erano bellissime, piene di luce e di colore. Tutto era cosí invitante e ordinato. L’atmosfera tranquilla e serena invitava a giocare, prendere in mano le cose, scoprire come funzionavano, inventare percorsi nuovi, oppure sedersi su un cuscino per terra e semplicemente „essere“…
Uno dei punti deboli era che l’immobile era situato nella vicinanza della stazione treni, cosí ogni tanto non c’era proprio quel silenzio che avremmo desiderato. Anche la disponibilitá dello spazio all’aperto non era grande come avremmo voluto; c’era comunque qualche albero per arrampicarsi, la sabbia per giocare, un giardinetto per coltivare… Insomma abbiamo cercato di fare del meglio con quello che era possibile. Di certo la perfezione non esiste!
C’era una cucina attrezzata e funzionante. Chi voleva, poteva cucinare. Era importante prenotarsi su una tabella che era appesa alla porta di cucina, onde evitare che piú di due-tre bambini al giorno avessero la stessa idea, per evitare conflitti o litigi. Inoltre era d’obbligo rimettere tutto a posto e pulire, altrimenti i bambini per qualche settimana venivano esclusi da questa attivitá. Questo sistema, non della punizione ma di una „conseguenza naturale“, funzionava molto bene.
Ovviamente ognuno poteva accedere liberamente alla cucina che conteneva anche un grande tavolo per riunioni: per bere qualcosa, fare uno spuntino, accendere una candela, fare due chiacchiere… Era un luogo di incontro e di dialogo.
Nella cameretta della creativitá c’erano a disposizioni materiali di ogni tipo: carta e cartone, colori, colle, fili e lana, feltro… E anche strumenti per fare musica, CD da ascoltare…
Un laboratorio conteneva tutto ció che l’artigiano sogna: legna, tavole, chiodi, martelli, seghe,  attrezzi di ogni tipo… Anche qui: chi non era in grado di utilizzare con rispetto e adeguatamente le cose o chi non rimetteva, a fine lavori, tutto al suo posto, veniva escluso per qualche tempo.
Un piccolo bagno era a disposizione per esperimenti con acqua, fuoco, colori, aceto, sale, zucchero, lievito… Ricordo bene una coltivazione di muffa di ogni colore…
Subito dopo l’entrata c’era lo spazio per i tipici materiali e giochi montessoriani per i sensi: per toccare, far gocciolare, contare, concentrarsi, rilassarsi…
I due cuori della scuola erano rappresentati dalle aule di Primaria e Secondaria (livello elementare e di scuola media) con i relativi spazi per lingue, matematica, educazione cosmica (cioé biologia, storia, geografia, religione ecc.). E non poteva mancare un bel spazio per la lettura con libri di ogni tipo.
Quando siamo riusciti ad affittare anche un pezzo di cantina, ci abbiamo messo, nei mesi freddi, il tavolo da ping pong che di solito era a disposizione all’esterno, per dare ai ragazzi questa possibilitá di movimento anche d’inverno. Inoltre qui c’era una piccola montagna di materassi per saltare e scatenarsi.
Poi c’era ancora una cameretta per giochi di travestimento, teatrino, cucina per bambole ecc. Ogni lunedí non si andava a scuola ma era la „giornata della natura“: si stava al fiume o nel bosco tutto il giorno, d’inverno si andava a pattinare sul ghiaccio (immaginatevi un campo da pattinaggio solo per noi!) o a slittare.
Piú avanti la scuola ha dovuto traslocare due volte, ma quello lo racconto dopo…

Wie verlief der Alltag?
Die Kinder, in unserem ersten Jahr waren es etwa 20 Kinder zwischen 5 und 13 Jahren, kamen zur Schule. Manche begannen sofort eine Tätigkeit, andere spielten eine Runde Schach oder erzählten sich etwas. Um 8,30 Uhr fand der Morgenkreis statt, an dem Ideen besprochen oder Vorschläge gemacht wurden. Hier wurde den Kindern auch mitgeteilt, welche didaktischen Angebote es an diesem Tag gäbe. Die Begleitpersonen stellten bei diesen Gelegenheiten Montessorimaterialien vor oder es gab Bastelvorschläge oder spezielle Lerneinheiten. Die Kinder waren stets frei, sich selbst zu entscheiden, wann sie was wie lange mit wem machen wollten. Nur die älteren, ab 11 Jahren, hatten zusätzlich einen eigenen Raum, in den sie sich zurückziehen konnten, hier durften die Jüngeren nur „auf Einladung“ herein. Dies, weil Jugendliche manchmal das Bedürfnis haben, unter sich zu sein. Dann gab es auch noch einen kleinen Raum für Rollenspiele, mit Spiegel, Kleidung, Puppenecke und Marionettentheater usw. Auch zum Verabschieden gab es ein eigenes Ritual, den Abschlusskreis. Hier versammelten sich die Kinder kurz vor Schulschluss, um eventuell Wünsche auszudrücken, zu erzählen, Probleme vorzubringen. Die Schule war etwa um 12,30 Uhr aus.

Una giornata tipica?
I bambini – nel nostro primo anno erano circa una ventina fra 5 e 13 anni – arrivavano a scuola. Alcuni iniziavano subito con un’attivitá, altri si sedevano, raccontavano, magari facevano colazione. Alle 8,30 c’era una piccola riunione, un cerchio per terra con i cuscini, dove si pianificava insieme la giornata, si facevano proposte, si votava ad esempio dove trascorrere la prossima gita. Qui gli insegnanti informavano i bambini sulle proposte didattiche fatte in quel giorno, in quelle occasioni veniva presentato del materiale didattico particolare, o venivano fatte delle proposte specifiche per una materia. Cosí i bambini sapevano che alla tal ora in tale aula ci sarebbe stata tale insegnante a fare tale attivitá con loro, con chi voleva. I bambini erano sempre liberi a decidere cosa fare, con chi, per quanto tempo, in quale posto. Solo quelli piú grandi (etá scuola media) avevano un’aula riservata a loro dove gli altri potevano entrare solo previo invito, questo perché a quest’etá spesso hanno il bisogno di stare un po‘ fra di loro. Anche alla fine della giornata ci si ritrovava tutti insieme: per esprimere delle proposte, per discutere su problemi, per raccontare… Si finiva alle 12,30 circa.

Hausaufgaben? Zeugnisse? Wie stand es damit?
Es gab natürlich keine Hausaufgaben, doch es stimmt, dass manche Kinder darum baten: sie nahmen sich Arbeitsblätter zum Schreiben oder Rechnen nach Hause mit. Ich weiß noch gut, wie John auch am Nachmittag zu Hause weiter an seinen Interessen arbeitete, recherchierte, suchte, sammelte… Diese Art zu Lernen hat ihn sicher geprägt.
Es gab keine Zeugnisse, sondern halbjährliche Lernberichte: darin wurden die Beobachtungen festgehalten. Etwa das soziale Verhalten, die Vorlieben für gewisse Tätigkeiten, die Entwicklung, die Veränderungen… Aber niemals Bewertungen oder Beurteilungen, kein Gut oder Schlecht oder Du-kannst-es-eigentlich-besser.
Die Hauptaufgabe einer Montessori-Lernbegleiterin besteht im Da-Sein und im Beobachten. Nur durch ständiges Beobachten der Kinder, ihrer Tätigkeiten, ihres Verhaltens, kann man Rückschlüsse auf ihre aktuellen Bedürfnisse und Neigungen ziehen und dementsprechend Materialien oder Tätigkeiten anbieten. Das ist eigentlich das Um und Auf der Methode und erfordert viel Rücksicht und Sensibilität.
Die Kinder kommen meistens nicht zu dir und sagen: Lehre mich das Lesen! Aber als Lernbegleiterin, die aufmerksam beobachtet, merkst du, dass dieses Kind auf einmal Interesse an Wörtern hat. Beim Blättern von Büchern liegt sein Blick immer öfter nicht nur auf den Bildern, sondern auch auf den Wörtern. Es fügt beim Zeichnen vielleicht eine Art Buchstaben ein.  Es schielt vielleicht in Richtung der Regale mit den Sandpapier- oder Holzbuchstaben. Es beobachtet die anderen Kinder beim Schreiben und Lesen und fragt nach der Bedeutung eines geschriebenen Wortes. Ja, das kann dann der Moment sein, der der „richtige“ Moment für „dieses“ Kind ist, an die Montessori-Lernmaterialien für Buchstaben heranzukommen, und die Lernbegleiterin kann entsprechende Vorschläge machen oder auch einfach nur das Material einladend auf den Tisch legen und sich selbst damit beschäftigen, und dem Kind so die Gelegenheit zu geben, selbst zu entscheiden, ob die Neugier groß genug ist oder doch noch nicht. Viele Montessorimaterialien eignen sich, durch die Methode der Selbstkontrolle, ausgezeichnet zum eigenständigen freien Lernen, es braucht keinen Erwachsenen daneben, der dem Kind sagt: Die ist richtig, dies ist falsch.
Zwischen John, der das Lesen auf traditionelle Weise in der Grundschule gelernt hat (ungefähr mit der Methode „ein neuer Buchstabe alle drei Tage“), und Sandro, der „wild und frei“ seiner sensiblen Phase folgen durfte, sind noch heute Unterschiede im Zugang zum Lesen zu beobachten. Ich glaube schon, dass es auch mit der Art hat, wie man etwas lernt – je selbständiger und selbstgewählter, desto mehr „gehört“ dir das Gelernte, wird ein Teil deines Seins, das du liebst…

Compiti? Pagelle? Come funzionava?
Ovviamente non c’erano compiti da fare a casa. Peró é vero che alcuni bambini chiedevano di potersi portare a casa delle schede con esercizi, di matematica o di scrittura. Ricordo bene che anche John continuava a casa con le ricerche su un tema che lo interessava, sfogliava dei libri, prendeva appunti, faceva disegni, chiedeva… Sicuramente questo modo di studiare gli é rimasto.
No, niente pagelle nel senso tradizionale, ma rapporti, due volte all’anno,  in cui si potevano leggere le osservazioni degli insegnanti: sul comportamento, sullo sviluppo emozionale, quale tipo di attivitá il bambino preferiva, i cambiamenti nei mesi…
Uno dei compiti principali di un accompagnatore di apprendimento montessoriano é quello appunto di osservare e di essere a disposizione. Solo un’attenta osservazione fa sí che riesci a cogliere nelle sfumature gli attuali interessi di un bambino, le cose di cui ha bisogno, e solo in base a queste osservazioni poi si é in grado di fare le proposte didattiche o di materiale „giuste“, adatte a quel bambino in quel momento. I bambini non vengono da te a dire: Maestra, insegnami a leggere. Ma quando vedi che iniziano ad osservare gli altri che scrivono, o che nel sfogliare i libri non guardano solo gli immagini ma anche le parole, quando il loro sguardo si posa piú frequentemente sulle lettere ritagliate in legno eccetera, allora puó essere il momento giusto per avvicinare il bambino all’apprendimento della lettura, facendogli scoprire passo per passo i meravigliosi materiali montessoriano che funzionano molto con metodi di autocontrollo affinché il bambino possa imparare in autonomia, senza qualcuno che gli dica in continuazione „questo é sbagliato“ o „questo é giusto“. Spesso basta mettere il materiale bene in vista sul tavolo, o meglio ancora, iniziare in prima persona a usarlo, dando cosí al bambino la possibilitá di decidere in autonomia se quella cosa é abbastanza affascinante per attirare la sua attenzione… altrimenti puó essere che non é ancora il momento adatto. Ho visto con i miei stessi occhi che, sapendo attendere il momento giusto (cosa che puó essere molto difficile), la cosíddetta „fase sensibile“, un bambino riesce a imparare tutte le lettere in brevissimo tempo, alla faccia del sistema tradizionale di „una lettera nuova ogni tre giorni“. Fra John che ha imparato a leggere con il sistema tradizionale alla scuola elementare, e Sandro che ha fatto „da se“, c’è ancora oggi una differenza enorme nello stile di lettura. E sí, io credo che il metodo di apprendimento, il modo come ti avvicini ad una cosa da imparare, conti molto anche per il futuro, di quanto questa cosa la senti „tua“ e la riesci ad apprezzare come parte di te stesso…

Wieviele Lernbegleiter standen zur Verfügung?
In unserem ersten Jahr war es nahezu perfekt. Es gab zwei Lernbegleiterinnen mit kompletter Montessoriausbildung (es war damals in Südtirol nicht einfach, solche zu finden!), dazu kam dreimal wöchentlich ein Amerikaner, der mit den Kindern ausschließlich in seiner Sprache sprach; er war vor allem in der Werkstatt tätig. Dann kam – leider nur zweimal pro Woche – eine Begleitperson italienischer Muttersprache. Zusätzlich mussten die Eltern einspringen: weil ja die Kinder jederzeit selbst aussuchen konnten, wo sie sich aufhalten wollten, war es wichtig, dass auch immer ein Erwachsener dabei war; nicht um sie zu kontrollieren, sondern um „da“ zu sein, wenn seine Hilfe benötigt wurde. Also gab es einen Kalender, so dass aus jeder Familie an einem Wochentag 1-2 Eltern in der Schule waren. Natürlich konnten nicht alle Familien diesen Dienst leisten, sie nutzten dafür andere Möglichkeiten der Beteiligung, entweder finanziell (bei Materialankauf) oder sie bastelten zuhause Material, stellten Schrauben oder Holz und Leder zur Verfügung usw. Ich habe in diesen Elterntagen viel gelernt und bald schon kamen die Kinder auf mich zu, wenn es um den sprachlichen oder kreativen Bereich ging. Kinder haben ein sehr feines Gespür dafür, welche Person sich wozu am besten eignet.
Im zweiten Jahr gab es leider riesengroße Probleme mit den Lernbegleitern. Für eine Weile fürchteten wir, die Schule müsse geschlossen werden. Alle drei hatten sich nämlich, aus Gründen der persönlichen Weiterentwicklung vor allem aber vermutlich auch aus finanziellen Gründen, dafür entschlossen, das Angebot einer anderen ähnlichen Schule anzunehmen. Es war Sommer und wir wussten nicht, ob wir im September mit der Schule starten konnten. Es war ein schreckliches Gefühl. Dazu kam, dass einige Familien am Projekt zu zweifeln begannen und ihre Kinder in die öffentliche Schule einschrieben. Das hatte natürlich auch finanzielle Konsequenzen für die Schule und die Monatsbeiträge mussten erhöht werden. Schließlich fanden wir zwei Lernbegleiter, von denen eine noch in der Montessori-Ausbildung steckte; beide konnten aber nicht jeden Tag kommen. So einigten wir uns darauf, dass zwei Mütter (die das gerne machten) den Naturtag alleine übernehmen würden, an den anderen Tagen würde ich zur Verfügung stehen. So habe ich sozusagen 6 Monate lang die Schule, mit Unterstützung der anderen Lernbegleiter, geleitet. Wie ich schon hier erzählt habe, hätte das ohne Carmen nie geklappt, die uns immer wieder mit Tat und Ideen weiterhalf. Auch einige andere Personen, die aber keine Kinder in dieser Schule hatten, halfen immer wieder gerne aus, weil sie von diesem Projekt überzeugt waren. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann mit einem Gefühl großer Dankbarkeit. Schließlich fanden wir doch noch eine Person, die mich ablösen konnte und jeden Tag zur Schule kam. Die Zeit hat mir zwar sehr gut gefallen, aber es war auch sehr anstrengend, denn „nebenbei“ war ich ja auch noch Mutter von zwei Kindern, und am Nachmittag war noch der ganze Haushalt zu bewältigen, gleichzeitig war auch oft noch Vieles für die Schule vorzubereiten… es mussten für alle Kinder Lernpläne und Lernberichte geschrieben werden, die Kontakte zu den Schuldirektionen erhalten werden, jede Woche gab es eine Sitzung mit den Lernbegleitern und eine mit den Eltern… Wie habe ich das eigentlich geschafft??
Ja, was die Lernbegleitung betraf, waren wir in diesem Jahr nicht begeistert. Es fehlte einfach die Kontinuität, das hat man auch an den Kindern gespürt, eine gewisse Unruhe machte sich breit. Wir Eltern beschlossen, alles daranzusetzen, dass im kommenden Schuljahr zumindest eine Lernbegleiterin mit Ausbildung die Schule führen konnte.
Dann kam das nächste Problem. Die Miete wurde empfindlich erhöht, denn der Mietvertrag sah vor, dass für die ersten beiden Jahren ein reduzierter Mietzins (wegen der vielen Reparaturarbeiten, die der Verein selbst durchgeführt hatte) galt, der danach aber angepasst würde. Diese Anpassung konnte unser Budget nicht verkraften. Wir mussten ausziehen. Den ganzen Sommer über suchten wir hektisch und mit einem gewissen Gefühl der Panik nach neuen Lernbegleitern (denn die vorigen hatten nun andere Pläne und vermutlich war ihnen das alles auch zu unsicher)… und nach neuen Räumlichkeiten für die Schule. Dabei reduzierte sich wiederum die Anzahl der Familien, die noch an das Projekt glaubten. Ja, unser Glaube war alles, was noch da war: der Glaube, dass wir es schaffen würden. Und wir schafften es! Im letzten Augenblick fanden wir Unterschlupf – eine Gemeinderverwaltung vermietete uns den letzten Stock ihrer leeren Schule (es war gerade eine neue gebaut worden). Das Gebäude entsprach nicht unseren Anforderungen, aber wir hatten keine Alternative: dies oder nichts! Und so machten wir das Beste daraus. Wieder mit viel Einsatz und Mühe, das kann sich niemand vorstellen. Nebenbei (wie haben wir das geschafft?) überarbeiteten wir auch das pädagogische Konzept – es sollte ein richtiger Neubeginn werden. Eine nette junge Frau aus der Schweiz schneite uns im letzten Moment als Lernbegleiterin ins Haus, obwohl sie keine Montessoriausbildung hatte, war sie – das fühlten wir – in diesem Moment die richtige Person für unsere Kinder! Später gesellte sich noch ein junger Musikstudent dazu, der dreimal pro Woche kam. Und den Rest der Lernbegleitung füllten wieder wir Eltern aus. Es lief sehr gut, alle waren zufrieden. Bis…
… bis uns die Schweizerin auf einmal verließ. Vielleicht war es ihr doch zuviel geworden oder wir konnten ihr für die Arbeit nicht genug bieten. Das war wirklich ein Dilemma, aber verständlich. Nun mussten wir Eltern wieder verstärkt Einsatz leisten – eine Familie hatte unterdessen angekündigt, ihre Kinder mit Ende Jahr aus der Schule zu nehmen – und wie durch ein Wunder stand auf einmal eine neue Lernbegleiterin da! Sie hatte zwar keine Montessori-Ausbildung, aber viel Erfahrung, darunter auch mit Montessorimaterialien und -pädagogik. Sie hatte ihren Job in der Mittelschule gekündigt, weil sie mit dem System nach 25 Jahren einfach nicht mehr zurechtkam. Genau das Richtige für uns! Und so ging es wieder aufwärts…
Wenn wir nicht wieder aus finanziellen Gründen ausziehen und neue Räumlichkeiten hätten suchen müssen… Ach!
Es wäre gelogen zu sagen, dass den Kindern der ständige Lernbegleiter-  und Ortswechsel nichts ausgemacht hätte. Vermutlich haben sie rasch bemerkt, dass das einzig Beständige wir Eltern waren… Es dauerte immer eine ganze Weile, bis sie Vertrauen gefasst hatten und sich auf die neue Situation einstellten. Andererseits haben sie wirklich viel Flexibilität dabei gelernt, immer wieder mit neuen Situationen umgehen müssen, und vor allem auch mit dem öffentlichen Verkehrsdienst umzugehen, denn die Schule war für alle nur auf diese Weise erreichbar.
Ja also, wieder mussten wir umziehen. Wir bemühten uns, positiv zu denken. Immerhin hatten wir eine begeisterte Lernbegleiterin, die nun ganz bestimmt auch für das kommende Schuljahr bei uns bleiben würde!
Und wieder fanden wir fast im letzten Moment eine Lösung, eine kleine Wohung mit einem hübschen Garten. Liebevoll richteten wir sie ein, auch wenn die Räume kleiner waren als bisher: umso mehr bemühten wir uns, die Einrichtung den aktuellen Bedürfnissen unserer Kinder anzupassen.
Es hätte also gut funktionieren können, wenn… ja, wenn nicht unsere Lernbegleiterin plötzlich mit einem schlimmen Fall in der Familie konfrontiert war und uns mitteilte, sie könne erst Ende Oktober den Dienst aufnehmen. Und nun? Nun waren wieder Sybille und zwei weitere Mütter zur Stelle und übernahmen den Schulbetrieb.
Leider fanden wir auch später, als dieser schwierige Moment überwunden war, keine Lernbegleiter für die zweite und die dritte Sprache (Italienisch und Englisch). Optimal wäre nämlich eine Person in der jeweiligen Muttersprache gewesen, die den Alltag einfach in ihrer Sprache mitbegleitet und didaktische Angebote macht. Auch unsere Finanzen wurden mehr und mehr belastet. Schon war absehbar, dass wir die Miete nicht länger als bis Juni zahlen könnten…

Quanti insegnanti – o „accompagnatori di apprendimento“ – erano a disposizione?
Nel nostro primo anno regnava quasi la … perfezione! C’erano due insegnanti con formazione montessoriana (a quei tempi non era facile trovare, nella nostra provincia, degli insegnanti con questo tipo di formazione, e in lingua tedesca, la nostra madrelingua!), inoltre per tre giorni alla settimana veniva un insegnante americano che parlava con i bambini esclusivamente nella sua linga, cioé l’inglese. E poi – purtroppo solo per due volte alla settimana – c’era una signora di madrelingua italiana che veniva per l’italiano, appunto. Inoltre c’era bisogno dei genitori a garantire il servizio: ogni giorno c’erano 2-3 che venivano a dare una mano. Visto che i bambini potevano scegliere liberamente il luogo dove stare, c’era bisogno di un adulto per ogni spazio: non per controllare o per „insegnare“ nel senso tradizionale, ma per „essere a disposizione“ e per osservare.Ovviamente non tutte le famiglie potevano permettersi di mettere una giornata a disposizione della scuola: chi non poteva, dava una mano in un altro modo: con il servizio di pulizie, o preparando a casa del nuovo materiale didattico, o dando un contributo spese. Era molto interessante vedere come i bambini dopo poco tempo avevano giá capito quale persona si addiceva per quale attivitá, hanno davvero una grandissima sensibilitá e intuizione…
Nel nostro secondo anno (il terzo della scuola) sono arrivati grandissimi problemi a proposito degli insegnanti. Per un po‘ abbiamo avuto paura di essere costretti a chiudere la scuola. Tutti e tre, sia per motivi personali ma probabilmente anche per motivi economici, avevano deciso di lasciare l’Umaduma e di accettare la proposta di lavoro in un’altra scuola. Era appena iniziata l’estate… e noi non sapevamo se a settembra avremmo potuto iniziare l’anno scolastico! Una sensazione terribile. Inoltre, in seguito a questi evventi, alcune famiglie hanno iniziato ad avere seri dubbi sul senso e sulla probabilitá di poter proseguire con questo progetto, e hanno deciso di iscrivere i figli alla scuola pubblica. Questo per noi ha avuto anche delle conseguenze economiche e abbiamo dovuto aumentare la retta mensile, per coprire le spese di affitto ecc. Come per miracolo, all’ultimo momento abbiamo trovato due insegnanti (una con formazione montessoriana, l’altro che aveva appena iniziato il corso) – ma entrambi non avevano la possibilitá di venire a scuola tutti i giorni, ahimé! Cosí abbiamo deciso che due mamme (che lo facevano volentieri) si sarebbero occupate del „giorno della natura“ in autonomia, mentre negli altri giorni la Sybille, cioé io, sarebbe venuta a gestire la scuola. Cosí per circa 6 mesi ho fatto questa esperienza, con il sostegno diciamo part-time degli altri due insegnanti. Come ho giá raccontato qui, senza Carmen non avrebbe mai funzionato, i suoi consigli sono sempre stati preziosissimi. Anche altre persone, pur non avendo figli a scuola, erano disposti a dare una mano, perché erano convinti del progetto, e se ci ripenso oggi, lo faccio con molta gratitudine. Finalmente poi abbiamo trovato una persona disposta a darmi il cambio nel senso che sarebbe venuta lei a scuola tutti i giorni. Dico „finalmente“ perché, nonostante questo periodo mi sia piaciuto molto e mi abbia dato molta soddisfazione, era comunque un periodo molto intenso e faticoso, anche perché oltre a insegnare io avevo due figli a cui badare, una casa da mandare avanti, e poi i pomeriggi riempiti con cose da preparare per il prossimo giorno, relazioni di apprendimento da scrivere, i contatti con la direzione scolastica, i contatti con le singole famiglie, dare informazioni a interessati, ogni settimana una riunione di confronto con gli altri insegnanti e una con i genitori… Se ci ripenso oggi: ma come ho fatto??
Sí, per quanto riguarda gli insegnanti, quell’anno non eravamo proprio soddisfatti. Mancava la continuitá, questo l’hanno sentito anche i bambini che hanno dimostrato non sempre la serenitá che avevamo auspicato. Noi genitori abbiamo deciso che con tutte le nostre forze volevamo garantire, per l’anno prossimo, un salto di qualitá alla scuola, all’educazione dei nostri bambini, e volevamo mettercela tutta per trovare almeno un’insegnante full-time.
Ed ecco il prossimo problema, invece! Ci hanno aumentato l’affitto in modo insostenibile; questo perché il contratto d’affitto prevedeva che i primi anni, visto i grandi lavori di riparazione eccetera che i genitori avevano svolto all’inizio, la spesa sarebbe stata piú piccola; ora invece avremmo dovuto pagare un canone d’affitto molto piú alto – e questo per il nostro budget non era possibile. Abbiamo dovuto lasciare la nostra scuola, non potete immaginare la sofferenza. Per tutta l’estate abbiamo cercato, con un certo senso di panico, un nuovo posto dove andare. E anche dei nuovi insegnanti (perché quelli dell’anno precedenti, per diversi motivi, non avevano intenzione di proseguire e probabilmente tutta questa situazione era troppo… precaria). Facilmente sono da capire le famiglie che, ancora, hanno deciso di non voler proseguire, e hanno lasciato il gruppo. Non era nemmeno possibile fare „pubblicitá“ per la nostra scuola in questo momento, per attirare nuove famiglie, visto che non sapevamo né dove andare, né con chi… Come abbiamo fatto a non disperare, ad avere fiducia che le cose si potessero aggiustare? Non lo so. Fatto sta che, invece, ci siamo anche divertiti, a cercare una nuova scuola, a fare colloqui con forse-insegnanti. Ne abbiamo visti di tutti i tipi, davvero! Sono i momenti difficili di un percorso che mettono in prova la qualitá di un gruppo. Il nostro gruppo di genitori ce l’ha fatta: tutti questi problemi non hanno fatto altro che avvicinarci ancora di piú.
Insomma, ai primi di settembre abbiamo trovato la nostra „nuova“ scuola. Non era proprio un immobile adatto alle nostre necessitá, ma non c’era altra possibilitá! Un’amministrazione comunale di un comune limitrofe ci aveva proposto di prendere in affitto l’ultimo piano della vecchia scuola elementare, vuota da un anno. Abbiamo fatto del nostro meglio per adattarla alle nostre esigenze. E, incredibilmente, sí, abbiamo anche trovato una giovane donna svizzera disposta a gestire la nostra scuola per quest’anno, evviva! Nonostante non avesse una specifica formazione montessoriana, abbiamo capito che lei in quel momento era la persona giusta per il nostro progetto, per i nostri bambini, e cosí é stato. Dopo un po‘ abbiamo trovato anche un giovane studente di musica interessato a partecipare, lui é venuto a „far scuola“ tre volte alla settimana. Per il resto, sempre noi genitori, a turno, davamo una mano con la nostra esperienza e con le cose che potevamo fare. Eravamo tutti contenti, finché…
… la nostra insegnante svizzera ha deciso, per motivi personali, di lasciarci. Forse il lavoro e la responsabilitá erano diventati troppo grandi, forse – probabilmente era cosí – quello che eravamo in grado di pagare non corrispondeva ai suoi desideri. Comprensibile. Era davvero un (altro) brutto momento. E ancora una volta toccava a noi… Nel frattempo un’altra delle nostre famiglie ci aveva informato che non ce la faceva piú, che intendeva inserire i figli, l’anno prossimo, nella scuola pubblica. Come per miracolo improvvisamente si presentó un’insegnante di scuola media che non ne voleva piú sapere del metodo di scuola pubblica, era arrivata al limite del sopportamento. E aveva anche esperienza con il metodo montessoriano. Cosa chiedere di piú? Era fantastico – ancora una volta il destino ci aveva fatto incontrare „la persona giusta nel momento giusto“. E cosí le cose iniziavano ad andare bene, finché…
… finché i problemi economici diventavano talmente insostenibili che abbiamo dovuto decidere di traslocare ancora. Ma dove?
Sarebbe dire una bugia se raccontassi che ai bambini questi cambiamenti di insegnanti e/o posti non facevano nessun’effetto. No, non era piacevole nemmeno per loro. Probabilmente peró hanno anche imparato cose importante: che l’unica certezza, l’unica garanzia di continuitá, eravamo noi, le loro famiglie, mamma e papá e fratelli… Hanno sempre avuto bisogno di un certo periodo per abituarsi ai nuovi insegnanti, per avere fiducia in loro, per adattarsi al loro stile, perché anche se il concetto pedagogico é chiaro, le persone poi sono tutte diverse, agiscono e pensano in modo diverso, ed é anche bello cosí, la diversitá é una cosa preziosa (magari se poi durasse un po‘ di piú non guasterebbe). Inoltre hanno imparato di essere flessibili: sia riguardo gli insegnanti, sia i luoghi… hanno imparato di viaggiare con i trasporti pubblici (treno e/o autobus)… di confrontarsi con nuove situazioni… C’é quasi sempre un lato positivo in tutto.
Bene, dunque bisognava trovare ancora una volta una scuola nuova. Ma almeno l’insegnante, quella ora ce l’avevamo, brava e impegnata e piena di idee! Eravamo fiduciosi. Dopo tutto quello che avevamo giá passato, non ci disperavamo piú, ormai avevamo capito che in qualche modo trovi sempre una soluzione…
Infatti, a fine agosto (sempre last minute!) abbiamo trovato un bel appartamento in una casetta, anche se piccolo, con un bellissimo giardinetto. Con cura e amore abbiamo attrezzato le stanze. Anche se lo spazio era (troppo) piccolo, abbiamo cercato ancora di piú a indovinare i bisogni attuali dei ragazzi, nella scelta del materiale e delle proposte di attivitá.
Ora tutto avrebbe potuto funzionare bene se… giá, se non fosse accaduta una brutta cosa nella famiglia della nostra insegnante che ci ha comunicato che per motivi urgenti (lo erano davvero, poverina) avrebbe potuto iniziare il suo lavoro solo a fine ottobre. Accidenti! E adesso? Adesso toccava ancora una volta a Sybille e a un’altra mamma che grazie al suo lavoro part-time (!) aveva le mattine libere. Libere per la scuola, intendo. Mentre due altre mamme, ormai „collaudate“ e esperte per la „giornata della natura“ si occupavano dei lunedí.
Purtroppo nemmeno piú avanti, passati questi due mesi, abbiamo trovato degli insegnani per la seconda e la terza lingua (Italiano e Inglese), l’ottimale sarebbe stato sempre una persona di madrelingua. Anche le nostre possibilitá economiche erano distastrose. Giá era evidente che con l’affitto non saremmo arrivati oltre giugno…

Wurde die Schule dann also geschlossen?
Ja, sie wurde geschlossen, es gab keinen Ausweg mehr. Dadurch, dass in den letzten beiden Jahren alles so unsicher geworden war, waren natürlich auch keine neuen Familien dazugekommen. Am Ende waren wir 6 Familien mit insgesamt 9 Kindern geblieben, von denen viele bereits im Mittelschulalterbzw. sogar im letzten Jahr waren. Diese Kinder besuchten im folgenden Jahr die öffentliche Schule. Nur wir und eine weitere Familie haben einen anderen Weg gefunden.

Dunque a giugno 2008 la scuola é stata chiusa?
Sí, definitivamente, non c’era piú speranza. Visto che negli ultimi anni la situazione era stata molto instabile, ovviamente non si sono aggiunte nuove famiglie, questo é comprensibile. Alla fine eravamo rimaste in 6 famiglie con 9 bambini, dei quali la maggiorparte era in etá di scuola media o addiritura all’ultimo anno. Questi bambini poi sono stati inseriti tutti nella scuola pubblica, a parte noi e un’altra famiglia.

Und zwar?
Wir hatten eigentlich heimlich schon länger hin- und hergerechnet: die Last der Monatsbeiträge für die Schule war für unsere Familie nicht mehr tragbar. Dass die Schule schließen musste, hat uns im Grunde nur die Entscheidung vorweggenommen – die Entscheidung, einen anderen Weg zu gehen. Denn dass ich mit einen Job suchen müsste, um damit die Bildung unserer Kinder zu finanzieren, das stand nicht zur Debatte – das wäre ein zu großes Opfer für mich gewesen. Ich weiß, meine große Abneigung gegen eine geregelte Berufstätigkeit ist für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar, vor allem für jene, die mich nicht besser kennen… 😉

E cioé?
A dire il vero, mio marito ed io giá da parecchio tempo avevamo fatto e rifatto i conti: la retta mensila per la scuola non era sostenibile per i nostri portafogli. La chiusura della scuola dunque non ha fatto altro che anticipare una scelte che con molta probabilitá avremmo fatto comunque, cioé di abbandonare il progetto scuoletta. L’opzione di cercare, io, un lavoro per poter pagare la scuola ai nostri figli, non era un’opzione vera perché comunque per me questo sarebbe stato un sacrificio troppo grande. Okay lo so, la mia allergia ad un lavoro regolare per la maggiorparte delle persone non é comprensibile, soprattutto per chi non mi conosce di persona… 😉

Wie analysierst du im Nachhinein die Probleme, die eure Schule hatte?
Abgesehen vom finanziellen Problem war sicher auch ausschlaggebend, dass die Schule keinen fixen Sitz hatte. Diese Unsicherheit führte dazu, dass keine neuen Familien dazukamen. Ach, wir hätten so viele Ideen gehabt, wir hatten bereits geplant, auch einen Kindergarten zu eröffnen!
Vom Pädagogischen war auch die Nicht-Kontinuität der Lernbegleiter ein Problem. Selbst wenn man ein pädagogisches Konzept hat, ist jede Person ein Individuum, das  anders handelt, anders denkt, anders sieht. Sich ständig mit neuen Ideen und Methoden konfrontieren zu müssen, ist entsetzlich erschöpfend, und man findet die Kraft dafür nur, weil es um die eigenen Kinder geht…
Ein weiteres großes Problem war meiner Meinung nach, dass die Kinder unserer Schule zum Großteil aus Quereinsteigern bestanden, also Kinder waren, die bereits die öffentliche Schule besucht hatten und dort schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Wir gehören ja auch dazu. Aber wenn sich in einer Gruppe viele solcher Kinder befinden, wirkt sich das einfach auch auf die gesamte Gruppe aus: Lernen ist auf einmal uncool, die Kinder beginnen zwischen Spielen und Lernen zu unterscheiden, weil sie es von den anderen Kindern abschauen. Kinder, die mit Lernen eine schlechte Erfahrung gemacht haben, gehen Dingen, die nach „Lernen“ aussehen (auch Lesen, Lernspiele usw.) sehr, sehr lange aus dem Weg. Es ist sehr traurig… Ich weiß , dass jene Schulen erfolgreich sind, die sehr vorsichtig entscheiden, wenn es darum geht, Quereinsteiger aufzunehmen. Sie nehmen entweder nur Ausnahmefälle auf oder Kinder, die höchstens ein Jahr in der Regelschule verbracht haben. Das war auch der Grund, weshalb wir unbedingt einen Kindergarten gründen wollten: damit die Kinder schon vor dem Schulalter mit dem freien Lernen vertraut würden und alles auf viel natürlichere Weise geschehen könnte.
Sicher kann auch eine Rolle spielen, dass unser Einzugsgebiet nicht sehr groß ist. Die beiden anderen ähnlichen Schulen in Südtirol, die Pfütze in Meran/Tscherms und in Bozen/Kohlern, bestehen weiterhin erfolgreich und erleben viel Zuspruch.

A distanza di qualche anno, come analizzi i problemi che aveva la vostra scuola?
A parte i problemi economici e quelli che erano legati a questi, come un sito adatto per la scuola e il potersi permettere gli insegnanti adatti (e anche poterli pagare adeguatamente)… Tutti questi problemi sono in un certo senso connessi fra di loro. Il fatto di non aver avuto un posto stabile per la scuola, ha contribuito alla non-sicurezza, e questo per molte famiglie che avrebbero voluto aderire era motivo di dubbio e sfiducia nel progetto. A pensare che volevamo addiritura aprire una sezione di scuola per l’infanzia tipo casa del bambino, per facilitare l’ingresso di nuovi bambini…
Personalmente ho trovato molto faticoso il doversi continuamente confrontare con nuove persone (insegnanti), nonostante il chiaro concetto pedagogico ogni persona porta nuovi punti di vista, nuove idee, nuovi motivi per cui ridiscutere certe scelte…
Un’altro problema, a mia avviso, era che la maggiorparte dei nostri bambini – anche nostro figlio – erano bambini che provvenivano da esperienze negative di scuola pubblica. E con ció portavano con se un bel zaino pieno di sfiducia nei confronti dell’apprendimento, di „allergia“ alle cose che avevano „odore di scuola“, anche semplicemente lo sgradimento della lettura, di giochi didattici… È una cosa molto triste. Piú un bambino aveva frequentato anni di scuola pubblica, piú tempo era necessario (qui parlo di anni!) per liberarsi di tutte le cose brutte che aveva vissuto e di adattarsi alla libertá. Mentre per i bambini che avevano frequentato solo la scuola libertaria e poi sono stati inseriti nella scuola pubblica, non si era rappresentato nessun problema nel cambiamento, viceversa era piú difficile: chi ha subíto un certo metodo di limitazione nella libertá di apprendimento, fa tanta difficoltá a ritrovarsi improvvisamente libero, ma anche responsabile… Perció mi sentirei a consigliare, a chi vorrebbe che i suoi figli frequentassero una scuola libertaria, montessoriana o steineriana o di altro tipo, ma che teme di non aver la possibilitá economica di sostenere tutti i 8-9 anni: di dare al bambino la possibilitá almeno i primi anni di apprendere in libertá e in autonomia. Una volta che fino ad un certo punto del sviluppo personale hai nutrito la tua „libertá interiore“, sei rafforzato nel tuo Essere Individuale di pensiero e di personalitá, nulla te lo toglie piú e doverti adattare ad altri metodi diventa una sfida con l’esterno, non con il tuo essere interiore. Questo é quello che penso io dopo aver avuto occasione di osservare diverse esperienze…
Per quanto riguarda dunque i bambini che provvengono da esperienze negative di scuola pubblica (o altro, sottolineo che non voglio demonizzare la scuola pubblica, eh!), puó rappresentare un problema non piccolo per la comunitá di scuola libertaria. Dipende sicuramente dal numero di bambini di questo tipo e anche dalla loro etá, e anche dai singoli individui. E poi non bisogna dimenticare che non entra a far parte della scuola solo il bambino, ma tutta la sua famiglia, con la sua storia e le sue esperienze, le sue domande, la sua personale ricerca di identitá e stile educativo… Insomma, per dirla in breve: vedo che quelle scuole libertarie che funzionano bene sono sempre state molto, ma molto attente a questo dettaglio. L’Umaduma non é stata cosí attenta, anche perché per motivi economici si era contenti di ogni famiglia che decideva di partecipare. Ma dire che non sia stato un problema sarebbe negare l’evidente. È anche vero che, di fronte a situazioni di disagio, visto che noi stessi con le nostre esperienze di scuola pubblica sapevamo come ci si sente, non abbiamo quasi mai saputo dire di no. Non é facile dire quale sia la cosa giusta e quella sbagliata… D’altronde non é nemmeno giusto che un’iniziativa privata coma una scuola cosí si assuma la responsabilitá e il grande lavoro di „recuperare“ bambini e ragazzi che si scontrano con la scuola pubblica, o no?
E, infine, un motivo per la nostra non-crescita puó essere stato anche il fatto di trovarci in un comprensveraorio piccolo. Le altre due scuolette sono comunque vicine alle grandi cittá della provincia, e continuano a crescere…

Welche sind die Vorteile eurer Erfahrung?
Die Vorteile, die unsere Kinder in diesen Jahren genossen haben, sind unzählige. Dazu gehört bestimmt einmal das viele Spielen, das „erlaubt“ war… sie konnten „Kinder bleiben“, so lange jeder es für sich nötig hatte, für seine eigene Entwicklung, und sich Zeit nehmen. Der Alltag in einer altersgemischten Gruppe war auch ein großer Vorteil, den ich nicht missen möchte. Der demokratische Ablauf des Alltags (über Entscheidungen wurde abgestimmt) hat sie sicher geprägt; wir führen die Grundsätze auch heute noch in unserer Familie fort. In der Schule gab es „nur“ vier Regeln, die wir auch in der Familie einhalten:

  • Ich verletze andere weder mit Worten noch mit Taten.
  • Ich störe andere nicht in ihrer Tätigkeit.
  • Ich behandle das Material sorgfältig.
  • Ich hinterlasse meinen Spiel- und Arbeitsplatz so, wie ich ihn vorgefunden habe. Bedauerst du etwas?
    Ja, ich gestehe dass ich sehr unzufrieden bin, was das Erlernen der Zweitsprache – Italienisch – für meine Kinder betrifft. Ob es nun die Möglichkeit war, stets frei über Lerninhalt und -angebot zu entscheiden, oder der Mangel an qualifizierten und ständig anwesenden Lernbegleitern… Fest steht, dass es naiv von mir war zu glauben, die Kinder könnten unter diesen Bedingungen Italienisch lernen. Heute haben wir die schwere Aufgabe, Vieles nachzuholen, was überhaupt nicht einfach ist. Wenn ich die Ratschläge zum Sprachenlernen von BilinguePerGioco lese, ärgere ich mich über mich selbst… es gibt so Vieles, was ich hätte tun können, anstatt zu „delegieren“ und darauf zu vertrauen, dass es so schon das Richtige sein wird…

    Quali sono i punti positivi della vostra esperienza?

I punti forti sono moltissimi. Fra questi la libertá di poter giocare finché i bambini ne hanno bisogno (ogni bambino é diverso)… poter „rimanere bambini“ davvero finché ce n’é bisogno per l’individuale sviluppo senza nessuno che ti dice che sei troppo grande per giocare con la sabbia, di arrampicarti sugli alberi… Poter seguire i propri interessi con tutto il tempo a disposizione che vuoi… La possibilitá di confronto e di crescita emozionale grazie al gruppo di bambini di diversa etá, il potersi sentire „fratello minore“ o „fratello maggiore“… Non essere giudicati o confrontati con altri per quello che sei capace di fare, di capire, di imparare… Vivere in prima persona percorsi di democrazia e partecipazione, come il decidere insieme dove e come trascorrere il tempo, fare proposte, ascoltare proposte degli altri, crescere insieme insomma. Le „solo“ quattro regole della nostra scuola valgono ancora a casa nostra, e cioé:

  • Non ferire nessuno con parole e azioni.
  • Non disturbare gli altri nelle loro attivitá.
  • Usare con responsabilitá e attenzione il materiale didattico.
  • Mettere tutto a posto e in ordine.

    Rimpianti?
    Mi dispiace come siano andate le cose per quanto riguarda l’apprendimento delle lingue. Soprattutto per quanto riguarda l’italiano (la nostra seconda lingua), i miei ragazzi negli anni di scuola hanno fatto pochissimi sviluppi. Sará per la possibilitá di libera scelta di contenuti e proposte didattiche, sará innanzittutto per la mancanza di continuitá di insegnanti adatti, un po‘ tutto insomma, ora ci ritroviamo a dover rimediare in qualche modo, non é facile. Quando leggo i consigli di BilinguePerGioco mi arrabbio un po‘ con me stessa, per l’aver creduto che in queste condizioni i ragazzi avrebbero potuto imparare bene le lingue, insomma ero un po‘ naiv a „delegare“, in queste condizioni, alla scuola l’insegnamento dell’italiano. Se penso a tutto quello che avrei potuto fare io stessa…

    Was rätst du Familien, die an die Gründung einer Schule denken?
    Sicher ist es wichtig, eine gute Gruppe motivierter Familien zu sein, mit einer klaren gemeinsamen Vorstellung des pädagogischen Konzepts. Weiters sind der Ort (die Räumlichkeiten) und natürlich die Lernbegleiter sehr wichtig. Ich würde nach meiner Erfahrung davon abraten, Quereinsteiger aufzunehmen, auch wenn es leidvoll ist, denn natürlich tun einem die Kinder Leid, denen es in der Regelschule schlecht geht. Aber es ist auch nicht richtig, dass man mit privatem Einsatz und Engagement das in Ordnung bringt, woran das System der öffentlichen Schule scheitert. Denn so ist das Risiko (zu) groß, ein Auffangbecken für „Problemfälle“ zu werden. Das heißt nicht, dass man Kinder mit Schwierigkeiten nicht aufnehmen soll – man sollte nur gut wissen, was man möchte. Unsere Schule war mit den Problem der Quereinsteiger sicher auch überfordert. Man darf nicht vergessen, dass neben dem Quereinsteiger-Kind eine ganze Quereinsteiger-Familie dazukommt, die sich erst mit diesen pädagogischen Ideen und Gedanken vertraut machen muss…

  • I tuoi consigli a chi vorrebbe fondare una scuola di questo tipo?
    È fondamentale essere un gruppo di genitori, di famiglie, con le idee chiare e condivise, con un concetto pedagogico preciso. Poi importantissimi anche il sito adatto per la scuola e gli insegnanti adatti. E molta pazienza, forza, fiducia, la disponibilitá di non avere certezze, in un certo senso aprirsi alla vita, all’avventura dell’educazione non solo del bambino ma (forse di piú) di se stessi, non avere paura di iniziare tante volte da capo…

Wie siehst du die Zeit im Rückblick?
Es war eine schöne Zeit – aber auch sehr anstrengend. Ich muss sagen, ich glaube, dass für mich – für uns, und zwar Jetzt und Hier – das Homeschooling die angemessenste Bildungsform ist. Nicht, dass ich die Schul-Erfahrung nicht hätte machen wollen, denn dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Aber ich genieße es jetzt sehr, keine Verpflichtungen zu haben. Keine Uhrzeit, um die ich oder die Kinder irgendwo sein müssen. Nichts zum Organisieren, Fahren, Bezahlen, Denken, Putzen… Keine Sitzungen mehr bis Mitternacht (mindestens einmal pro Woche)… Es ist einfach alles viel, viel… einfacher! und ich genieße diese  Zeit, die wir jetzt erleben, sehr. Nein, zurück möchte ich eigentlich nicht, und wenn morgen jemand in der Nachbarschaft eine solche Schule gründet, dann würde ich ihm viel Glück wünschen und freundlich hinüberwinken, nur – Mitmachen, das möchte ich momentan nicht. Vielleicht irgendwann später einmal, wer weiß… Es gibt wohl für alles eine richtige Zeit und alles hat seine Vor- und Nachteile. Es geht darum herauszufinden, zum welchem Zeitpunkg die Vorteile eimer Methode, eines Lebens- und Lernstils, für den Einzelnengrößer sind als die Nachteile. Im Grunde wollen alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder, sie möchten, dass es ihren Kindern gut geht, das ist alles.

Guardando indietro?
È stata una bella esperienza che ci ha insegnato moltissimo, ci ha fatto crescere e capire quello che volevamo. Anche se devo ammettere che credo che per noi – per la mia famiglia, ora e qui, con tutto quello che é stato il nostro percorso per arrivarci – e forse soprattutto per me come persona, come individuo – la via migliore é l’homeschooling. Non che vorrei ritornare indietro a non fare l’esperienza di scuola, anche perché altrimenti ora non sarei dove sono arrivata. Non so se, avendo la possibilitá di iniziare da capo, inizierei subito con l’homeschooling. Mi manca l’esperienza di homeschooling con bambini piccoli, non dimentichiamolo, forse sarei la persona assolutamente inadatta! È che – sottolineo: oggi e qui – stiamo troppo bene, nel senso delle piccole ma (per noi) preziosissime libertá: alzarti quando vuoi, decidere liberamente della tua giornata, essere responsabile solo verso te stesso, la tua famiglia, il tuo pezzo di mondo… non dover essere in un certo posto ad una certa ora… adattarti totalmente alle tue esigenze e a quelle dei tuoi figli, sia nel metodo, nell’orario, nel materiale didattico… essere liberi a sperimentare, senza nessuno che ti dice che questo é montessoriano e va bene, l’altro invece non lo é e perció va abolito…  Niente piú impegni di fare pulizie a scuola, andare a insegnare quando ce n’é bisogno, avere problemi economici grossi (adesso non sono piú grossi, solo medio-grandi, che fa giá una bella differenza!), fare incontri e sedute fino a mezzanotte, discutere e ridiscutere quasi all’infinito… No, il modo in cui viviamo e impariamo ora, per adesso me lo sto godendo davvero molto!! Voglio dire, se dnoomani il vicino di casa apre una scuola libertaria, di sicuro gli faccio i miei piú grandi complimenti e tantissimi auguri, ma non avrei intenzione di partecipare, di iniziare da capo, anche se approvo l’idea. Chissá, forse piú avanti avró l’energia necessaria, nella vita non si sa mai… Ogni cosa ha il suo momento giusto. In fondo tutti i genitori vogliono solo decidere nel senso del bene dei propri figli, queste scelte sono diverse da situazione in situazione, da possibilitá in possibilitá, da momento a momento. Né l’homeschooling né la scuola libertaria né quella pubblica, secondo me, rappresenta una ricetta ideale per tutti, dipende moltissimo dalla situazione concreta, non solo dal modello o metodo educativo ma anche molto dalle singole persone.

An welche Momente denkst du besonders gerne zurück?
Ich bin dankbar für viele Momente, die ich miterleben durfte. Dazu gehört sicher die glückliche Müdigkeit der Kinder, wenn sie verdreckt und verschwitzt oder halb erfroren vom Naturtag nach Hause kehrten. Dazu gehören die gemeinsam erdachten und durchgeführten Projekte mit den Kindern in der Schule, wie einige Theaterstücke (ich durfte in einem Stück, das von einem Vampirmädchen (gespielt von einem Jungen) in der Schule handelte, die Rolle der Lehrerin spielen).

Quali sono i momenti che ricordi particolarmente volentieri?
Oh, ce ne sono moltissimi! Fra cui i lunedí quando i bambini tornavano sporchi, sudati, bagnati o agghiacciati dalla „giornata della natura“, felici e completamente sfiniti… Ricordo alcuni progetti particolari che ho fatto a scuola, come le recite di teatro. Ne abbiamo scritte insieme alcune, é stato sempre affascinante mettere insieme le idee fino ad arrivare al pezzo concluso. In un pezzo che trattava la storia di una bambina-vampiro che doveva frequentare una nuova scuola (era un ragazzo ad avere il ruolo!) i bambini mi hanno fatto fare il ruolo dell’insegnante (v. foto)…

Ein weiterer Artikel, der an die Erfahrung mit Umaduma anlehnt:
Un’altro articolo che fa riferimento all’esperienza con Umaduma:

Goodbye Umaduma

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Gut, habt ihr jetzt wirklich alles gelesen? Wow, was für eine Ausdauer! Wer mag, kann mir jetzt noch zu meinem heutigen Geburtstag (36) gratulieren, he-he 🙂
Auch dieser Blog feiert heute sein erstes Jahr!
Danke für alle die Beiträge, die ihr bis heute geschrieben habt und die beitragen, weiterzudenken und andere Sichtweisen kennenzulernen…

Bene, avete letto tutto fino a qui? Wow, bravissimi! Chi vuole, ora puó farmi gli auguri per il mio compleanno di oggi (36), eh-eh! 🙂
Anche questo Blog oggi compie il suo primo anno!
Grazie a tutti i vostri commenti fino ad oggi, che contribuiscono sempre a riflettere e a conoscere altri punti di vista…


Buntglas Interview: „Mitten im Leben lernen“ *** „Apprendere nel bel mezzo della vita quotidiana“

20. April 2010

Nach dem Interview mit Gioia aus Udine machen wir nun einen Sprung zu unseren Nachbarn in die Schweiz!
Familie Gantenbein aus der Schweiz ist Mitglied im Verein „Mit Kindern wachsen e.V.“ und dokumentiert ihre Erfahrungen u.a. auf der Seite Pro Lernen und in ihrem Blog .
Bruno und Doris, Eltern von 3 Kindern (9½, 6½, 5), erzählen hier über ihre Erfahrungen und Sichtweisen.

Von der Schweiz hören wir im Bezug auf Homeschooling eigentlich sehr wenig, wenn man das etwa mit den USA oder anderen Ländern vergleicht. Ist die gesetzliche Regelung von Kanton zu Kanton verschieden und wie groß ist etwa die Anzahl der Schweizer Familien, die sich für Homeschooling entscheiden?
In der Schweiz ist es tatsächlich so, dass jeder Kanton ein anderes Gesetz bezüglich ‚Bildung Zuhause‘ hat, was den Überblick etwas kompliziert macht. Leider gibt es im Moment nur noch sehr wenige Kantone, in welchen Bildung Zuhause ohne grosse Hindernisse möglich ist. Genaue Zahlen zu Homeschooler-Familien sind uns nicht bekannt, doch laut Schätzung sollen es ca. 100 Homeschooler-Familien sein, davon eine kleine Anzahl Unschooler, zu denen wir uns zählen.

Aus welchem Grund habt ihr euch für Homeschooling entschieden?
Es ist unsere innere Haltung gegenüber dem Leben und dem Kind, welche uns zu Unschooling geführt hat. Eigentlich machen wir nicht Unschooling, sondern wir sind Unschooling!

Wie reagiert euer Verwandten- und Bekanntenkreis auf diese Entscheidung?
Wenn man einen solch ‚unkonventionellen‘ Weg geht, wirft das natürlich überall viele Fragen auf. Doch so individuell jeder Mensch ist, so individuell reagiert jeder Mensch anders. Die Verwandtschaft und unsere Freunde beispielsweise, welche unsere Kinder kennen und erleben dürfen, dass unsere Kinder bestens gedeihen und dass  das Lernen bei uns stattfindet,  respektieren  unseren Entscheid und lassen uns diesen Weg gehen, ohne uns ‚bekehren‘ zu wollen! Wer aber unsere Kinder nicht kennt, hat oftmals Vorurteile und der Realität in keiner Weise entsprechende Vorstellungen. Wir bekamen schon mal von jemandem, der unseren Weg nur vom Hören her kennt, den Vorwurf, dass ihm unsere Kinder leid täten. Sicher müssen wir bei solchen oder ähnlichen Sprüchen auch mal ‚leer schlucken‘, doch man lernt damit umzugehen und ein bisschen Gegenwind wirft uns nicht so schnell um. 😉

Wie sieht eure Beziehung zur örtlichen Schulbehörde aus, gibt es – wie in Italien – eine Art Aufsichtspflicht, müsst ihr Lernberichte vorlegen, müssen die Kinder Eignungstests bestehen oder ähnlich?
Unsere kantonalen Behörden geben uns einige wenige, aber in unseren Augen sinnvolle Auflagen, welche wir zu erfüllen haben. Eine davon ist, ein Lerntagebuch der Kinder zu führen und eine andere ist, dass wir jährlich eine Reflexion über die Lernfortschritte der Kinder zuhanden der Behörden einreichen.  Bis jetzt gibt es glücklicherweise keine Eignungstests. Die zuständige Behördenfachfrau kommt uns einmal im Jahr besuchen und wir besprechen zusammen die eingereichte Reflexion.

Wie kann man sich einen typischen Tag bei euch vorstellen? Benutzt ihr eine Art Lernplan oder lasst ihr euch ganz von den aktuellen Interessen der Kinder leiten?
Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder bestimmen unseren Tag. Wenn man von einem typischen Tag reden kann, dann sind es die täglich wiederkehrenden Rituale, die das ausmachen. So sind z.B. die gemeinsamen Mahlzeiten typisch, wo wir jeweils wieder den weiteren Tagesverlauf planen oder besprechen. Es ist typisch, dass jedes Kind seinen Interessen und Wünschen nachgeht und meistens ich als Mutter begleitend  DA bin. Ebenso typisch ist, dass die Kinder mindestens einmal pro Tag in den Genuss einer erzählten Geschichte kommen. Und was bei uns ganz typisch ist, das ist unsere anregende Lernumgebung, welche unsere Kinder inspiriert und welche wir laufend erweitern und den Bedürfnissen der Kinder neu anpassen. Bei der Gestaltung der Lernumgebung achten wir darauf, dass möglichst viele Themenbereiche als Angebot mit dabei sind, was uns sozusagen den Lernplan ersetzt.

Wie ist euer Homeschooling mit der Berufstätigkeit von euch Eltern vereinbar?
Seit wir Kinder haben, kümmert sich mein Mann um die finanzielle Sicherheit. Und ich darf mich voll und ganz der wunderschönen Rolle als Mutter und Lernbegleiterin unserer Kinder hingeben.

Stellt ihr in manchen Dingen große Unterschiede fest im Verhalten, im Wissen, in der Art mit Lernen umzugehen, zwischen euren Kindern und jenen, die „ganz normal“ zur Schule gehen?
Ja, da gibt es schon Unterschiede. Im Gegensatz zu Schulkindern stellen wir bei unseren Kindern unter anderem eine gewisse Unbekümmertheit fest und auch, dass für sie Lernen etwas Natürliches und Schönes ist.

Haben eure Kinder noch nie den Wunsch geäußert, es einmal, „wie alle anderen“ in der Schule „ausprobieren“ zu wollen um zu sehen, wie es ist? Habt ihr nicht das Gefühl, euren Kindern ein Stück „Normalität“ vorzuenthalten?
Nein, den Wunsch in die Schule zu gehen hatten sie wirklich noch nie. Sie sind erfüllt von dem, wie es ist!  Und ist es nicht so, dass ‚Normalität‘  viele Gesichter hat? Für unsere Kinder ist es ganz natürlich und normal, dass sie mitten im Leben lernen dürfen.

Und habt ihr auch nie daran gedacht, es mit einer Schule mit alternativer Pädagogik (Montessori, Waldorf, Reggio usw.) zu versuchen?
Vor etwa 10 Jahren besuchten wir alle damals bestehenden alternativen Schulen in der ganzen Schweiz mit einem nicht-direktiven Ansatz nach Rebecca Wild. Und jedes Mal waren wir zu tiefst beeindruckt von der Art und Weise, wie diese Kinder lernen durften. Allerdings sahen wir auch einige Nachteile und so gut die beste alternative Schule auch sein mag, es ist immer noch eine Schule. . . . . . ..und so war für uns früh klar, dass wir unsere Kinder nicht einfach ‚wegschicken‘ wollten, sondern dass wir als Eltern die ganze Verantwortung für sie übernehmen wollen.

Wie lange plant ihr, mit Homeschooling weiterzumachen?
So lange es allen Beteiligten wohl dabei ist!

Was würdet ihr Eltern raten, die mit dem Gedanken spielen, sich auf Homeschooling einzulassen?
Wir meinen, dass man sich zum Thema Homeschooling möglichst profund bilden und auseinander setzen sollte. Mit einigen für uns wichtigen Stichworten sollte man sich unbedingt befassen: liebe-und respektvolle Begleitung (Art und Weise der Erziehung, Ideale),  entspannte und anregende Umgebung (Ort und Gestaltung von Wohnung/Haus, Wohlsein aller Familienmitglieder, finanzielle Sicherheit), Bildung der Eltern (Fähigkeit zu Reflektieren),  behördliche Auflagen (Konsequenzen bezüglich Wohnort, Art der Umsetzung).
Letzendlich ist es die innere Überzeugung, welche es einem ermöglicht, einen solchen Weg mit den Kindern zu gehen. Es ist ein intensiver, jedoch wundervoller Weg und wir wünschen allen Eltern, dass sie ihren ganz eigenen und persönlichen Weg mit ihren Kindern finden und gehen können!

Vielen Dank für das Interview!
Ein ausführliches Interview mit der Familie findet man in der April2009-Ausgabe von „Mit Kindern wachsen“, abrufbar hier.
Fotos Copyright Pro Lernen

Dopo l’intervista con Gioia di Udine oggi vi invito a fare un salto dai nostri vicini: in Svizzera! La famiglia Gantenbein é membro dell’associazione „Mit Kindern wachsen e.V.“ e raccoglie la bella documentazione sulle sue esperienze educative e di istruzione familiare sul sito Pro Lernen e sul relativo Blog. Bruno e Doris, i genitori di tre figli (9½, 6½ e  5 anni) ci raccontano delle loro esperienze e dei loro punti di vista.

Dalla Svizzera, per quanto riguarda l’Homeschooling, a dire il vero sentiamo parlare poco, in confronto agli Stati Uniti o altri Paesi. Com’é la situazione giuridica, dipende da cantone a cantone? Quanti sono all’incirca le famiglie svizzere che si avvalgono della facoltá di istruire i figli a casa propria?
Infatti, in Svizzera ogni cantone ha un proprio regolamento per quanto riguarda l’istruzione in famiglia. Questo rende difficile un confronto. Purtroppo al momento sono pochi i cantoni che facilitano l’Homeschooling, molti hanno delle regolamentazioni restrittive. Non abbiamo numeri concreti per quanto riguarda le famiglie svizzere, si stima che siano un centinaio, fra cui un piccolo gruppo che come noi ha optato per l’Unschooling.

Qual’é il motivo che vi ha spinto a fare Homeschooling/Unschooling?
È la nostra visione del mondo e dell’ apprendimento, e del bambino. A dirla tutta, non é che “facciamo“ Unschooling, noi“siamo” Unschooling!

Come sono le reazioni di amici e parenti di fronte alla vostra scelta?
Ovviamente una scelta come questa suscita molto stupore e molte domande. Ma le persone sono individui e cosí anche le reazioni sono individuali, diverse. Parenti ed amici ad esempio, che conoscono la nostra famiglia e possono osservare che i nostri figli si sviluppano a meraviglia e che imparano e studiano, rispettano la nostra decisione e ci lasciano fare il nostro percorso senza provare a farci cambiare idea! Ma chi non ci conosce e non conosce i nostri bambini, spesso esprime pregiudizi o immagina cose che non hanno nulla a che fare con la realtá. Una volta addiritura una persona, che conosceva il nostro percorso solo dall’ “aver sentito dire”, ha detto che i nostri figli gli facevano pena… Certo di fronte a frasi come queste ogni tanto dobbiamo fare un bel respiro e munirci di pazienza, ma abbiamo imparato ad affrontare queste situazioni, e, insomma, un po’ di vento contrario mica ci butta giú. 🙂


Com’é il vostro rapporto con la direzione scolastica locale; esiste – come in Italia – una specie d’obbligo da parte loro di controllarvi? Dovete presentare delle relazioni sull’operato, i bambini vengono sottopposti ad esami di idoneitá o cose del genere?
Le nostre autoritá cantonali ci obbligano a poche cose, che peró ai nostri occhi fanno senso e che rispettiamo. Uno di questi obblighi é di tenere per ogni bambino un “diario di apprendimento”; un’altro, di presentare annualmente una riflessione scritta sui progressi. Fino ad oggi per fortuna non esistono test di idoneitá. L’autoritá cantonale manda ogni anno a casa nostra un’esperta che discute con noi la nostra documentazione e riflessione. Insomma, un rapporto propositivo e costruttivo che mette al centro il bambino.

Come possiamo immaginare una tipica giornata a casa vostra? Usate una specie di programma, o vi orientate semplicemente agli attuali interessi di ogni bambino?
Sono gli interessi e le necessitá dei bambini a determinare la nostra giornata. Se proprio dobbiamo parlare di “giornata tipica”, possiamo raccontare dei nostri rituali che tornano ogni giorno, come il mangiare insieme. Questi momenti di incontro dell’intera famiglia danno spazio a discutere il corso della giornata o di fare proposte di come proseguire. È inoltre tipico che ogni bambino segue i suoi interessi del momento, ed io come mamma cerco di accompagnarlo semplicemente essendo presente. Tipico per noi é anche che ogni bambino almeno una volta al giorno abbia un po’ di tempo dedicato solo a lui dove gli viene raccontata una storia. E molto tipico é il nostro ambiente a misura di bambino, che ispira i bambini a imparare, esplorare, stimolando la voglia di capire, percepire, attivarsi. L’ambiente viene modificato da noi in continuazione, per essere sempre all’altezza degli interessi dei bambini del momento. Inoltre prestiamo moltissima attenzione a coinvolgere, nella preparazione dell’ambiente e delle cose che mettiamo a disposizione dei bambini, materiali diversi il piú possibile; questo sistema praticamente sostituisce un programma scolastico diviso per materie.

Com’é compatibile il vostro stile di vita e di apprendimento dei bambini con il lavoro, le vostre professioni?
Da quando ci sono i bambini, mio marito si occupa degli aspetti della sicurezza economica. Io invece posso dedicarmi al meraviglioso ruolo di mamma e accompagnatrice di apprendimento dei nostri figli.

Ogni tanto notate delle differenze di comportamento, di conoscenza, di approccio allo studio, fra i vostri bambini e quelli che vanno „normalmente“ a scuola?
Sí certo, ci sono differenze. In confronto a bambini che frequentano la scuola abbiamo notato che i nostri bambini confrontano la vita con una certa spensieratezza e che per loro studiare e imparare é una cosa naturale e bella.

I vostri figli non hanno mai espresso il desiderio di andare a scuola „come tutti gli altri“, tanto per vedere com’é? Non avete paura di far perdere ai vostri figli un pezzo di „normalitá“?
No, davvero non hanno mai avuto il desiderio di andare a scuola! Sono assolutamente soddisfatti delle cose cosí come sono. E non é cosí che la „normalitá“ ha tante facce? Per i nostri bambini é normale e naturale apprendere in questo modo, nel bel mezzo della vita quotidiana.

E non avete mai pensato di far frequentare ai vostri bambini una scuola con metodi alternativi (Waldorf, Montessori, Reggio ecc.)?
Circa una decina di anni fa abbiamo visitato tutte le scuole alternative che c’erano allora in Svizzera con un approccio non-direttivo in stile Rebecca Wild. Ogni volta eravamo sconvolti dal modo come questi bambini avessero la possibilitá di studiare, imparare, apprendere, in modo libero. Peró é vero che abbiamo visto anche alcuni svantaggi e, anche se una scuola alternativa sembra perfetta, rimane comunque sempre una scuola… e cosí per noi é risultato chiaro ben presto che non volevamo “mandare” da qualche parte i nostri bambini, ma che era importante per noi assumerci questa responsabilitá come genitori, come famiglia.


Fino a quando pensate di continuare con l’istruzione familiare?
Fino a quando tutti i partecipanti ne sono contenti e soddisfatti!

Quale consiglio potete dare ai genitori che stanno valutando l’opzione dell’istruzione parentale?
Siamo convinti che bisogna informarsi profondamente e discuterne a fondo. Ci sono alcuni valori per noi che riteniamo fondamentali come base di discussione: assistenza amorevole e rispettosa (modello e metodo di istruzione e educazione), ambiente rilassante e stimolante (ubicazione e progettazione di appartamento o casa, il benessere di tutti i membri della famiglia, la sicurezza economica), le capacitá dei genitori (la capacità di riflettere), i requisiti di legge (conseguenze legate al posto dove si vive, tipo di attuazione degli obblighi di legge).
Alla fine peró é la convinzione interiore di ognuno di noi, che rende possibile intraprendere questo percorso con i propri figli. È un percorso intenso, ma meraviglioso, e auguriamo a tutti i genitori che possano trovare, insieme ai loro bambini, la loro personale e individuale strada da scegliere!

Grazie alla famiglia Gantenbein per l’intervista!
Se volete porre domande dirette a loro attraverso i commenti a questo post, sono gradite in lingua tedesca o inglese. Per commenti di altro tipo, ben vengano tutte le altre lingue. 🙂
Traduzione: Sybille
Fotografie Copyright Pro Lernen.


Buntglas Interview: „La Scuoletta!“

16. April 2010

Questa volta, dopo l‘intervista con la famiglia Oberhofer, ai microfoni di Buntglas Gioia di Udine ci racconta della sua esperienza di scuola familiare. “Scuola” davvero, perche’ Gioia da quest’anno insegna in una scuola libera (che sotto l’aspetto giuridico rientra nei regolamenti dell’homeschooling), „La scuoletta“ ispirata al metodo montessoriano.

Gioia, come mai ti sei avvicinata ad un’alternativa alla scuola pubblica? Hai fatto esperienze negative con i tuoi figli oppure la pedagogia ti ha da sempre interessato?
Credo siano valide entrambe le risposte!
Quando ho visitato per la prima volta la scuola Montessori di Cortina d’Ampezzo, mi si è aperto un mondo, uno spazio di possibilità che mai avevo contemplato. Mi sono resa conto di come sia possibile rispettare DAVVERO le scelte e i ritmi dei bambini, mettendoli semplicemente nelle condizioni di sperimentare, verificare, mettersi alla prova. Il ruolo dell’adulto “regista” e del bambino “primo attore”, mi ha sempre molto affascinato…
Lì ho capito che i miei figli (in particolare il grande, che ha fatto un percorso scolastico davvero infelice!) si erano persi qualcosa di grande, di importante, di speciale!

Ci racconti come é nata la vostra scuola? Dove avete trovato fonti di ispirazione? Come si fa a “fondare una scuola”?
A settembre del 2008, uno sparuto gruppetto di genitori e insegnanti ha cominciato ad incontrarsi regolarmente, una volta alla settimana, interrogandosi sui grandi temi dell’educazione: cosa volevamo davvero per i nostri figli? Quale la scuola che avremmo sognato? Eravamo molto presenti, e sempre pronti a raccogliere nuove istanze e nuovi stimoli…ma eravamo ancora molto lontani dall’azione.
Nello stesso periodo si è trasferita a Udine una persona speciale: la dottoressa Maria Pia Fini, formatrice e insegnante Montessori. E‘ stata la nostra “molla”, la nostra musa! Si è da subito prestata a darci una mano, a sostenerci, a seguire il gruppo, la formazione, la ricerca di eventuali spazi destinati al progetto.
Infatti, proprio gli spazi si rivelavano uno scoglio difficile da superare. Volevamo un luogo sano, lontano da fonti di inquinamento, con uno spazio verde, e sufficientemente grande. Proprio agli sgoccioli, lo scorso agosto, finalmente abbiamo trovato la sede della nostra “Scuoletta”!!!!! Un luogo da sogno: in mezzo ai campi, con le caprette che brucano davanti a casa…
Così si è costituita l’associazione “1,2,3…Liberi tutti!”, che ha stipulato il contratto d’affitto.
I genitori si avvalgono semplicemente della possibilità di optare per la scuola paterna o familiare (comunicando tale scelta presso la Direzione Didattica di competenza), ma in realtà si avvalgono di una maestra, di un’insegnante “condivisa”…

Ci descrivi un po’ la scuola e il concetto pedagogico?
La scuola ospita attualmente sei bambini di prima elementare e cinque bambini di tre-quattro anni (scuola materna o Casa dei bambini). Io mi occupo dei bimbi grandi, e la mia collega Serena (come farei senza di lei!!) segue i più piccoli. Per il prossimo settembre abbiamo dovuto chiudere il numero di iscritti: saranno dieci grandi e dieci piccoli!
Abbiamo uno spazio di accoglienza comune, che con buone probabilità il prossimo anno verrà utilizzato anche come mensa. Per ora ospita il grande tavolo della merenda e una zona spogliatoio. Al piano di sopra ci sono diverse stanze, e parecchi “angolini”, in cui abbiamo ritagliato diversi spazi di gioco ed esplorazione. Sia i grandi che i piccoli hanno una stanza/aula di riferimento, ma sono liberi di muoversi, e scegliere il luogo e l’attività (vedi foto).
Nella nostra scuola non si fanno lezioni frontali. Direi piuttosto che si affianca il bambino nel percorso di approfondimento e scoperta che lui stesso sceglie…
Ci ispiriamo sicuramente al metodo Montessori, che parla di “ambiente maestro”: è proprio preparando, allestendo, costruendo il materiale per i bambini, tarandolo sulle loro possibilità e sulle loro richieste, che l’insegnamento e l’apprendimento acquisiscono senso e forza.
Diceva Popper che la scuola continua ad essere la risposta a domande mai espresse! E nello stesso tempo finge di non ascoltare le domande vere, i bisogni reali….

Ci descrivi una tipica giornata nella vostra scuola?
I bambini arrivano tra le 8.15 e le 8.45. C’è un momento “comune”, che si condivide con i più piccoli, e che permette loro di viversi anche come fratelli maggiori. Verso le nove ci spostiamo negli spazi dedicati alle elementari (l’aula di riferimento, la stanza della matematica, lo spazio dell’educazione cosmica, la falegnameria, la sabbiera…), e ci raccogliamo intorno al tavolo per un saluto, una chiacchierata, un momento di scambio. Chiedo loro se hanno delle idee, delle proposte in merito allo svolgersi della mattinata.
Se i bambini si organizzano il lavoro in modo costruttivo, non faccio altro che osservali, rispondere alle loro sollecitazioni, predisporre eventualmente ciò che potrebbe servire loro. Altrimenti c’è sempre del materiale da proporre, attività o letture che suscitino curiosità e possano fungere da stimolo.
Il grande lavoro come dicevo è proprio questo: avere sempre pronto del materiale valido! Delle semplici immagini, delle storie interessanti o una bella poesia, un‘ opera d’arte, una passeggiata, la visita di un ospite…ognuna di queste cose può far scattare la voglia di investigare, capire, ricercare!!! E lo spunto, in quanto degno di interesse, diventa trasversale ad ogni materia.
A metà mattina c’è la merenda, i giochi all’aperto, la passeggiata nel bosco, o fino al recinto delle caprette. Poi si torna nelle aule, si riprendono attività lasciate o se ne iniziano di nuove. I bambini hanno imparato, in questo tempo di autogestione, di autonomia, a darsi regole. Ossia, capiscono che è giusto non alzare la voce mentre un compagno sta lavorando in concentrazione, in quanto a loro stessi disturba essere interrotti… E‘ la base di ogni  reciprocità: la capacità di ascolto dei bisogni dell’altro!!!!

Quanto impegno da parte dei genitori che hanno iscritto i figli è necessario? Fate regolarmente riunioni, chi si occupa dell’amministrazione e della contabilità, c’è qualcuno che cura gli aspetti di rapporti con le istituzioni, avete suddiviso i compiti?
I genitori dei nostri bambini sono persone speciali! Sapevano da subito che questa scelta li avrebbe fortemente implicati, a tutti i livelli. Non è come lasciare un bimbo davanti al cancello della scuola e andare a riprenderlo sei/otto ore dopo.
Si occupano di tutto, in modo abbastanza equo. Fanno le pulizie a turno, vengono nel fine settimana a programmare la nostra splendida stufa, e a riempirla di pellet, si occupano della manutenzione ordinaria della casa, seguono l’aspetto amministrativo e i contatti con l’esterno.
Essendoci costituiti come associazione, ci riuniamo periodicamente nell’Assemblea dei soci, e con più frequenza come Consiglio direttivo.
Riguardo alla programmazione, devo dire che sentiamo davvero di avere carta bianca! E‘ una grande dimostrazione di fiducia e rispetto per il nostro lavoro. Naturalmente periodicamente incontriamo le famiglie per aggiornarle sul lavoro svolto, sui progressi dei bambini, e sulle loro piccole e grandi emozioni…

Come ha reagito il resto del mondo quando avete aperto la vostra scuola? Avete trovato sostegno oppure scetticismo? Quali sono le reazioni e i (contro)argomenti più sentiti?
Credo che nella nostra zona mancasse un’esperienza di questo tipo, e che per tanti genitori si sia trattato di una grande opportunità. Certo, è facile sentirsi dire frasi del tipo “ma imparano a scrivere?”… Come se si imparasse solo ed esclusivamente seduti per cinque ore di fila!!!
La gente fa fatica a digerire il concetto che si può apprendere in una dimensione di piacere, di appagamento, partendo da interesse e curiosità. Sembra quasi che non si fissino i concetti, i contenuti, se non si è passati per un po‘ di sofferenza e frustrazione! Invece è esattamente il contrario…
Mio figlio (che non ho spostato dalla sua scuola pubblica, visto che è in quarta elementare, ha un’insegnante molto in gamba, e una buona rete di amicizie) usa dire: “a scuola di mia mamma giocano e basta!”.
E‘ bello pensare che i bimbi della scuoletta piangono quando sono malati, perchè non possono venire a scuola…

A proposito di rapporti con le istituzioni, come funziona? Avete regolari contatti con la direzione scolastica locale?
Qui a Udine, a settembre verrà avviata una sezione Montessori sperimentale in una scuola pubblica. Una Dirigente davvero illuminata! Abbiamo scambi e contatti con questa realtà, e contiamo sul sostegno e la collaborazione reciproci.
Purtroppo è ancora difficile per le istituzioni capire, cogliere il senso di una scelta così importante. A volte veniamo visti come gli adepti di una qualche setta, da guardare con sospetto…non c’è ancora la cultura dell‘ homeschooling, anche se ci rendiamo conto che c’è sempre più fermento e consapevolezza.

Per quanto riguarda gli esami di idoneità previsti per scuole familiari, quali sono le vostre esperienze finora?
Ci stiamo interrogando in questi giorni, è il nostro primo anno! In realtà saremmo più orientati per fare l’esame, onde evitare di cozzare contro un muro, e ritrovarci a combattere battaglie senza fine. Se, come speriamo, l’esaminatrice conosce il metodo e ci permette di arrivare all’esame con il nostro materiale, allora siamo a cavallo!

Come giudichi l’esperienza che stai facendo, a livello di crescita personale?
Meravigliosa. Ma anche faticosa, pesante, forte, intensa…una scelta di vita. Anche i miei equilibri familiari hanno risentito del grande cambiamento: soprattutto nei primi mesi sapevo parlare solo della scuola! Ma pian piano, quando si comincia ad acquisire sicurezza, a capire che non è necessario colmarli di contenuti (che piovono dall’alto!) perchè apprendano, è davvero appagante. A volta mi capita di guardarli lavorare assorti, impegnati, entusiasti, e mi sento così…piena…

Quale consiglio puoi dare a chi pensa di fondare una scuola, quali sono i passaggi più importanti?
E‘ fondamentale formare un gruppo di persone molto motivate, che sono consce della portata (nel bene e nel male!) di questa scelta. Persone valide, che si mettono in gioco senza paura, senza riserve.
Anche la scelta dello spazio destinato alla scuola è importante: questa casetta in mezzo ai campi offre continue possibilità, in un ambiente che “parla” ai bambini, e impartisce silenziose lezioni di vita.
E in ultima analisi, chiarire da subito qual’è il progetto, quali i riferimenti teorici, i modelli (o l’assenza di modelli!) ai quali ci si ispira. Ci si rende identificabili, aperti, definiti, e si permette a chi vuole saperne di più di farsi da subito un’idea precisa (e non nebulosa).
Grazie cara Sybille!!!!!! Sai che sei stata una delle mie ispiratrici, vero???????

Grazie Gioia, ne sono onorata! È stato un grande piacere per me, vivere da lontano, grazie alle tue e-mail, la nascita e la crescita di questo meraviglioso progetto. Quasi nello stesso momento in cui noi abbiamo dovuto chiudere la nostra scuola, le porte della vostra si sono aperte. Spero possa essere un esempio per altre famiglie e insegnanti in Italia e oltre!

Per contatti:  joy.luce@libero.it
Fotografie by  „La Scuoletta“, riproduzione vietata

Per un approfondimento, mi permetto di segnalare questo articolo sulla scuola libera di BilinguePerGioco. Fra i commenti l’interessante testimonianza di Claudia, sempre di „La Scuoletta“!

Diesmal, nach dem Interview mit Familie Oberhofer, erzählt uns Gioia aus Udine über ihre Erfahrung mit dem Thema Hausschule. Ja, wirklich „Schule“, denn Gioia unterrichtet seit letztem Herbst in einer Freien Schule (rechtlich gesehen läuft das unter dem Homeschooling-Gesetz) namens „La Scuoletta“, mit Ausrichtung nach Montessorimethode.

Gioia, weshalb hast du nach einer Alternativen zur öffentlichen Schule gesucht? Hattest du negative Erfahrungen mit deinen Kindern gemacht oder hat dich das Thema Pädagogik einfach seit jeher interessiert?
Ich glaube beide Antworten treffen zu! Als ich das erste Mal die Montessorischule in Cortina d’Ampezzo besucht habe, wurde mir eine Welt eröffnet, ein Raum voller Möglichkeiten, wie ich sie mir vorher niemals denken hätte können. Ich habe festgestellt, dass es möglich ist, Entscheidungen und Rhythmen der Kinder WIRKLICH zu respektieren, einfach indem man Kinder in die Lage versetzt, auszuprobieren, zu versuchen, richtigzustellen. Die Rolle des Erwachsenen als „Regisseur“ und des Kindes als „Hauptdarsteller“ hat mich fasziniert… Dort habe ich begriffen, dass meine Kinder (vor allem der ältere, der wirklich unglückliche Schul-Zeiten erlebt hat!), etwas Großes, etwas Wichtiges, etwas Einzigartiges verpasst haben.

Erzählst du uns, wie eure Schule geboren wurde? Woher nahmt ihr eure Ideen und Inspirationen? Wie geht das eigentlich, „eine Schule gründen“?
Seit September 2008 hat sich eine kleine Gruppe von Eltern und Lehrpersonen regelmäßig getroffen, einmal wöchentlich, um sich über große Themenbereiche der Erziehung auszutauschen: Was wollten wir wirklich für unsere Kinder? Welche war die Schule und die Bildung und Erziehung, von der wir träumten? Wir waren sehr offen und aufmerksam, stets bereit, neue Hinweise und Inspirationen aufzunehmen… doch wir waren noch sehr weit entfernt vom konkreten Handeln.
Gleichzeitig zog eine besondere Person nach Udine: Frau Dr. Maria Pia Fini, eine Ausbildnerin und Lehrerin in Montessorimethode. Sie war unser „Sprungbrett“, unsere Muse! Sofort war sie bereit, uns zu helfen, zu beraten, uns zu unterstützen, was Gruppe, Bildung, Suche nach geeigneten Räumlichkeiten betraf. Tatsächlich, die geeigneten Räumlichkeiten zu finden war eine Hürde, die schwierig zu bewältigen war. Wir wollten eine gesunde Umgebung, fern von Umweltverschmutzungen, mit Grünfläche, und genügend groß. Gerade als es schon fast zu spät für das kommende Schuljahr war, im letzten August, fanden wir endlich einen Sitz für unsere „Scuoletta“!!! Ein Traumort: mitten in Feldern, mit kleinen Ziegen in der Nähe, die das Gras abweideten…
So haben wir einen Verein gegründet, nämlich „1,2,3… Liberi tutti!“ (d.h. „1,2,3… Alle frei!“), und haben dann den Mietvertrag abgeschlossen. Die Eltern teilen der Schuldirektion mit, dass sie sich für Homeschooling entscheiden, der Unterricht wird dann hier mit einer Lehrerin ausgeübt…

Kannst du  uns die Schule und das pädagogische Konzept beschreiben?
Derzeit besuchen sechs Kinder der ersten Grundschulklasse und fünf Kinder von 3-4 Jahren (Kindergarten) unsere Schule. Ich befasse mich mit der Gruppe der Älteren, während meine Kollegin Serena (was täte ich ohne sie?) sich um die Kleineren kümmert. Für nächsten Schuljahrbeginn im September mussten wir bereits die Einschreibungen sperren: es werden 10 größere und 10 kleinere Kinder sein!
Wir haben einen gemeinsamen Eingangsraum, der vermutlich nächstes Jahr auch als Mensa dienen wird. Derzeit steht dort ein riesiger Tisch für die Jause und auch ein Bereich zum Umkleiden ist dort. Im oberen Stockwerk gibt es verschiedene Räume, und viele abgeteilte Bereiche für bestimmte Tätigkeiten, Themenbereiche und Spiele. Sei es die Großen wie auch die Kleinen haben einen eigenen Gruppenraum, aber sie sind stets frei selbst zu entscheiden, wo sie sich aufhalten möchten und welche Tätigkeiten sie ausüben wollen.
In unserer Schule gibt es keinen Frontalunterricht. Ich würde es so beschreiben: wir Erwachsenen begleiten das Kind auf seinen Lernwegen und den Entdeckungen und Forschungen, die das Kind selbst auswählt.
Bestimmt ist eine unserer Hauptinspirationsquellen Maria Montessori, die von der „vorbereiteten Umgebung“ spricht: ja, es ist gerade dadurch, dass die Lernumgebung gestaltet, vorbereitet, errichtet wird im Sinne der aktuellen Bedürfnisse der Kinder und mit Materialien jeder Art, dass die angeborene Lernfähigkeit stimuliert wird, das selbsttätige Lernen erhält so Kraft und Sinn.
Popper sagte, die Schule sei immer noch der Ort, an dem Antworten auf nie gestellte Fragen gegeben werden! Und zugleich der Ort, an dem die wirklichen Fragen, die tatsächlichen Bedürfnisse, überhört und ignoriert werden…

Wie läuft ein typischer Tag in der Schule ab?
Die Kinder treffen  zwischen 8.15 und 8.45 Uhr ein. Es gibt einen „gemeinsamen Moment“ zusammen mit den Kleinsten, der es den Größeren erlaubt, sich als „ältere Geschwister“ wahrzunehmen. Gegen neun Uhr wechseln wir in die Räumlichkeiten für die Grundschüler (der Hauptraum, das Mathematikzimmer, den Raum für Kosmische Erziehung, die Werkstatt, die Sand-Ecke…) und setzen uns an einen Tisch für einen Morgengruß, eine Erzählung, einen Augenblick des Austausches. Ich frage die Kinder nach Vorschlägen zur Gestaltung des Vormittags.
Wenn die Kinder sich selbst organisieren und aktiv eine Tätigkeit beginnen, mache ich nichts anderes als sie zu beobachten, ihre Fragen zu beantworten, eventuell bei der Materialsuche zu helfen und Dinge hinzustellen, die sie gebrauchen könnten. Falls dies nicht geschieht, so gibt es eine Fülle von Materialien, die ich ihnen vorschlagen kann, Tätigkeiten oder Lektüre, die als Inspiration oder als Anregung dienen können.
Die größte Arbeit ist eben diese: stets gutes und brauchbares Material zur Stelle zu haben! Also angefangen bei einfachen Bildern, interessanten Geschichten, ein schönes Gedicht, ein Gemälde, ein Spaziergang, der Besuch eines Gastes… Jede dieser Dinge kann anregend sein und Inspiration zu jedem Fachgebiet bieten, die Kinder beginnen zu forschen, begreifen, entdecken, suchen!!! Und Anlass kann wirklich alles Mögliche sein, und das fächerübergreifende Lernen findet fast von selbst, auf natürliche und ungezwungene Weise, statt.
Etwa zur Hälfte des Vormittages nehmen wir eine Jause ein, spielen im Freien, machen einen Spaziergang in den Wald oder zum Zaun zu den Ziegen. Dann kehren wir zurück, die Kinder nehmen ihre Tätigkeiten wieder auf oder beginnen neue. Die Kinder haben schnell gelernt, sich die Zeit selbst einzuteilen und frei zu gestalten, und sich selbst Regelungen zu geben. Das heißt, es ist für sie klar, dass man nicht schreit während ein anderes Kind konzentriert und leise arbeitet, da es sie selbst ja auch stören würde. Das ist die Basis für die Wechselseitigkeit: die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Anderen zu verstehen und wahrzunehmen!!!

Wieviel Einsatz seitens der Eltern ist nötig? Gibt es regelmäßige Treffen, wer kümmert sich um Verwaltung und Buchhaltung, was ist mit den Beziehungen zu den Schulämtern und ähnlich?
Die Eltern unserer Schulkinder sind wunderbare Personen! Sei wussten von Anfang an, dass diese Entscheidung sie stark fordern würde, in jeder Hinsicht. Es ist nicht so, als ließe man sein Kind am Tor einer Schule aussteigen und holte es sechs-acht Stunden später wieder ab.
Sie kümmern sich um alles, und zwar ziemlich ausgeglichen. Sie putzen abwechselnd, kommen am Wochenende um sich um den Ofen zu kümmern und ihn mit Pellets zu füttern, sie besorgen die normalen Dinge, die in einem Haus zu tun sind, die Buchhaltung und all das. Da wir ein Verein sind, gibt es regelmäßige Mitgliederversammlungen, und auch Vorstandssitzungen.
Was das Schulprogramm betrifft, genießen wir seitens der Eltern große Freiheit! Es ist eine große Zusage an uns, und zeugt von Vetrauen und Verständnis für unsere Pädagogik und Respekt für unsere Arbeit. Natürlich treffen wir regelmäßig die Familien um sie über unsere Arbeit zu informieren, über die Fortschritte der Kinder  und über ihre großen und kleinen Gefühle…

Wie hat die Umwelt reagiert, als ihr eure Schule eröffnet habt? Fandet ihr Unterstützung oder Misstrauen? Welche sind die häufigsten Reaktionen?
Ich glaube, in unserer Gegend fehlte bisher die Erfahrung einer solchen Einrichtung, und für viele Eltern war das eine großartige Gelegenheit. Sicher, man hört rasch auch Sätze wie „Aber lernen sie dort überhaupt schreiben?“… So, als lernte man schreiben ausschließlich durch fünf Stunden lang Stillsitzen!!! Die Leute haben Schwierigkeiten mit einem Konzept, das vom Lernen mit Freude und Vergnügen ausgeht, von Zufriedenheit, aufbauend auf Interesse und Neugier und persönlichen Neigungen des Kindes. Man könnte fast meinen, man würde nichts Richtiges lernen, wenn es nicht mit Leiden, Mühe und Frustration einhergeht. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall…
Mein Sohn (der, weil er schon die vierte Klasse besucht, in der öffentlichen Schule geblieben ist, da er auch sehr gute Lehrerinnen hat und viele Freunde dort), meint oft: „In der Schule meiner Mutter können sie den ganzen Tag spielen und Basta!“ Es ist schön zu wissen, dass unsere Schulkinder weinen, wenn sie erkranken, weil sie dann nicht zur Schule kommen können…

Wie funktioniert eure Beziehung zu den Institutionen, habt ihr regelmäßig mit der Schuldirektion, die die Aufsichtspflicht ausübt, zu tun?
Hier in Udine wird im September in einer öffentlichen Schule eine Montessori-Pilotprojekt-Klasse als Versuch starten. Dort gibt es eine sehr erleuchtete, offene Schuldirektorin! Wir haben Kontakt und Austausch mit ihr und die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit wird bestimmt weitergehen.
Leider ist es für manche Institutionen noch schwierig, den Sinn einer Entscheidung wie der unseren zu verstehen. Manchmal werden wir angeschaut wie Mitglieder irgendeiner Sekte, der man misstrauen sollte… Es gibt noch keine Homeschooling-Kultur, auch wenn wir schon feststellen, dass letzthin solche Initiativen immer mehr Zuspruch erleben.

Zu den laut Gesetz vorgesehenen Eignungsprüfungen, wie sind bisher eure Erfahrungen damit?
Wir besprechen das gerade in diesen Tagen, es ist ja unser erstes Schuljahr! Wir denken eigentlich schon daran, diese Prüfungen zu machen, um nicht auf verhärtete Fronten im Falle von Verweigerung zu stoßen, und dann womöglich unendliche Kämpfe ausstehen zu müssen. Wenn, wie wir hoffen, die Prüfungskommissäre unsere Methode kennen und uns erlauben, dass die Kinder mit Montessorimaterialien zum Test antreten dürfen, dann ist sowieso schon alles super gelaufen!

Wie ist diese Erfahrung für dich ganz persönlich?
Wundervoll. Aber auch anstrengend, stark, intensiv… eine Lebensentscheidung. Auch mein familiäres Gleichgewicht hat die Änderung zu spüren bekommen, vor allem in den ersten Monaten konnte ich von nichts Anderem sprechen als von der Schule! Doch langsam, wenn man beginnt mehr Sicherheit zu erlangen, zu begreifen dass man die Kinder nicht mit Vorschlägen überschütten darf (die von oben herabregnen!) damit sie lernen, dann ist es wirklich sehr befriedigend. Manchmal beobachte ich die Kinder, wie sie in ihre Tätigkeiten ganz vertieft sind, voller Begeisterung und Hingabe, und dann fühle  ich mich so… erfüllt…

Welchen Ratschlag kannst du Familien oder Gruppen geben, die mit der Idee spielen, eine Schule zu eröffnen?
Ganz wichtig ist, eine Gruppe von sehr motivierten Personen zu haben, die sich der Vor- und Nachteile dieser Entscheidung bewusst sind. Menschen, die keine Angst haben sich zu engagieren. Auch die Wahl der Räumlichkeiten für eine Schule ist sehr wichtig: dieses Häuschen im Grünen gibt uns unglaublich viele Möglichkeiten, eine Umgebung also, die zu den Kindern „spricht“, und die dadurch lautlose Unterrichtsstunden in Lebenskunde gibt.
Und zuletzt, es gilt von vorneherein festzulegen, welches das Schulprojekt sein soll, welche theoretischen Grundlagen da sind, welche Modelle (oder das Fehlen von Modellen!) als Vorbild gelten. Man wird identifizierbar, offen, definitiv und klar, und so ist es auch leichter für jene, die danach dazustoßen und die gleich ein klar definiertes Bild vom Projekt bekommen, und nicht etwas Undeutliches, Schemenhaftes…
Danke liebe Sybille!!! Du weißt, dass du eine meiner Inspirationen bist, nicht wahr????

Danke dir, liebe Gioia, ich fühle mich geehrt! 🙂 Ich habe mich immer über deine E-mails mit Fragen oder Berichte über die Entwicklung eurer Schule gefreut. Fast im selben Moment, als unsere Schule ihre Tore endgültig geschlossen hat, ist eure Schule eröffnet worden! Ich freue mich über euren Erfolg, dieses Beispiel gibt sicher vielen anderen Familien und Lehrpersonen in Italien und darüber hinaus Mut zu Eigeninitiativen!

Für Kontakte (ital. oder engl.):  joy.luce@libero.it
Bilder: „La Scuoletta“ copyright


Buntglas Interview: „Weil es um ihre Bedürfnisse geht, nicht um unsere…“ *** „Perché si tratta delle loro esigenze, non delle nostre…“

26. März 2010

(1. Montessori-Schultag 2005 *** Primo giorno scuola montessoriana 2005)

Nach dem Interview mit Raffaella vor kurzem habe ich heute hier für die Buntglas-Interview-Serie wieder ein sehr interessantes Gespräch geführt. Familie Oberhofer aus Tramin/Klausen kennt nicht nur einen oder zwei Bildungswege. Nein, sie sind so ziemlich alle Wege gegangen, die in Südtirol derzeit möglich sind. Öffentliche Schule, Montessorischule, Homeschooling, Unschooling, Waldorfschule… Kurz gesagt: eine Familie, die Pro und Kontra jeder dieser Alternativen kennt, die aber stets bereit war, sich neu einzulassen auf das, was der Moment erforderte. Denn eines war ihnen vom Anfang an klar: Bedürfnisse und Situationen im Leben verändern sich, und wenn wir uns etwas Gutes tun wollen, dann passen wir unsere Welt diesen Bedürfnissen an, ohne uns durch irgendwelche starren –Ismen einzuschränken.
Das größte Kriterium bei Veränderungen war stets die Einbeziehung der Kinder bzw. deren eigenen Vorstellungen und Wünsche, auch wenn sie nicht unbedingt immer von den Eltern geteilt wurden…

Beginnen wir beim Anfang. Peter, heute fast 15 Jahre alt, besuchte zuerst den Kindergarten in eurem Dorf und dann die Grundschule. Welche Probleme tauchten dabei auf, die euch bewogen haben, eine andere Lösung für ihn zu suchen?
Peter war schon immer ein sehr aufgeweckter Junge, der immer in Bewegung sein wollte und musste. Im Kindergarten ging das ja noch einigermaßen, in der Schule dann war er (trotz Einschulung erst mit 7 Jahren) einfach überfordert mit dem Stillsitzen, den Hausaufgaben, dem im Stundentakt sich ändernden Themen. Obwohl er eigentlich ein sehr intelligenter Junge ist und Sachverhalte schnell begreifen konnte, wäre es für ihn sehr wichtig gewesen, dass das Lernen in seinem eigenen Rhythmus stattfinden hätte dürfen, was in einer Regelschule leider nicht oder nur teilweise möglich ist. So war er ständig hin- und hergerissen zwischen Nachholen/Nachschreiben, weil er während des Unterrichts nicht imstande war, sich genügend zu konzentrieren und zwischen Gelangweiltsein und daraus resultierendem Stören in der Klasse, wenn er es schaffte, konzentriert dabei zu sein, weil er dann Vieles schon lange vor den anderen Kindern verstanden oder auch erledigt hatte.
Seine Klassenlehrerin, die übrigens sehr aufgeschlossen war und alles in ihrer Macht Stehende tat, um Peter jene Freiheiten zu gewähren, die er so nötig brauchte, war es dann, die uns den Hinweis gab, Peter könnte ein „typisches Montessorikind“ sein. Sie hätte sich ein bisschen mit dieser Pädagogik auseinandergesetzt und sie könnte sich vorstellen, dass Peter unter solchen Voraussetzungen einfach leichter zum Lernen finden könnte.

So seid ihr auf eine privat geführte Schule mit Montessoriausrichtung gestoßen, in die Peter mit 10 Jahren eingestiegen ist. (Dort haben wir uns übrigens kennengelernt; Anmerkung der Red.) Weshalb habt ihr damals in dieser Art Pädagogik die „Rettung“ gesehen? Welche Dinge haben euch besonders überzeugt? Welcher Lernprozess fand bei euch Eltern statt und wie wirkte sich die veränderte Schulsituation auf den Familienalltag aus?
Genau zu diesem Zeitpunkt, als wir uns also nach einer solchen Schule umschauten, fiel uns zufällig (Zufälle gibt es eigentlich nicht!) ein Flugzettel von einem ‚Tag der offenen Tür’ einer uns bis dahin unbekannten Montessorischule im Nachbardorf in die Hände, und den besuchten wir dann natürlich. Wir und auch Peter waren sofort sehr angetan von der Energie, die dort herrschte, auch die Räumlichkeiten und die vorgestellten Materialien, die in dieser Schule verwendet wurden, beeindruckten uns sehr. Was sofort auffiel, war, dass Peter sich ungewöhnlich ruhig verhielt. Normalerweise war er in solchen Situationen eher noch aufgeregter und unruhiger als sonst. Beim Nachhausefahren dann saß Peter längere Zeit ganz still im Auto und sagte irgendwann, also, wenn er jetzt wählen dürfte, er würde sehr gerne sofort in diese Schule gehen. Mit dieser Aussage und den gewonnenen Eindrücken war unsere Entscheidung eigentlich schon gefallen.

Auch Tochter Anja, heute 10 Jahre alt, besuchte diese Schule, sie stieg mit 5 Jahren, also sozusagen als Kindergartenkind, ein. Wie verliefen diese Jahre, welche waren die guten Veränderungen, was war weniger gut?
Anja besuchte zu dieser Zeit eigentlich recht gern den Kindergarten im Dorf, nachdem sie aber von Peters Erzählungen hörte, wie toll es in der Montessorischule wäre, wollte sie bald auch unbedingt in diese Schule. Obwohl sie erst fünf war, in der Schule aber auch noch andere Kinder in ungefähr ihrem Alter waren, beschlossen wir, es einfach zu versuchen. Anja fand gleich eine Freundin, mit der sie fast den ganzen Tag verbrachte. Sie war sehr gern dort und fühlte sich auch sehr wohl.

Weshalb kam es im Frühling 2008 zur Entscheidung, die Kinder von der Schule zu nehmen und auf Homeschooling umzusteigen? Wo fandet ihr sozusagen den Mut zu diesem Schritt und wie verliefen die ersten Erfahrungen?

Leider musste die Montessorischule voll und ganz von einem privaten Trägerverein, d.h. eigentlich von den Eltern, finanziert werden. Da mit der Zeit einige Schüler aus der Schule ausschieden und sich nicht genügend „neue“ Kinder finden ließen, war der finanzielle Aufwand von den Übriggebliebenen irgendwann leider nicht mehr zu bewältigen und so musste die Schule schweren Herzens geschlossen werden. Damit stand wieder einmal eine Entscheidung an: Regelschule oder ?? Nein, das kam für uns nicht mehr in Frage, das war sicher. Wir suchten fieberhaft nach anderen alternativen Schulen, doch die nahmen entweder keine Quereinsteiger auf oder für die Kinder war die Entfernung auch mit Bus oder Zug einfach zu groß. Von Homeschooling hatten wir schon gehört – aber war das legal und überhaupt, konnten und wollten wir das überhaupt? Es wurde eine schwierige Zeit mit vielem Hin- und Herüberlegen, sich informieren über persönliche Gespräche mit anderen Homeschoolern, auch übers Internet, die rechtliche Lage klären, natürlich immer wieder mit den Kindern darüber sprechen, usw. Doch schließlich war für uns klar: Wir versuchen es einfach!!
So begannen wir, uns intensiv mit dem Lernprogramm unserer Kinder auseinanderzusetzen und Arbeitsmaterial für die jeweiligen Bereiche zu suchen und zu kopieren, Schulbücher zu kaufen, massenweise Arbeitsblätter aus dem Internet auszudrucken, u.v.m. und so fingen wir an mit dem sogenannten Hausunterricht. Wir genossen es sehr, nicht mehr unter Zeitdruck zu stehen, das begann schon am Morgen mit dem Aufstehen, Frühstücken ohne ständigen Blick auf die Uhr, damit die Kinder ja nicht den Schulbus verpassten. Dann erarbeiteten wir je nach Interesse der Kinder die unterschiedlichsten Bereiche, immer mit Blick auf die Montessoripädagogik. Natürlich verlief nicht jeder Tag optimal und die Kinder als auch wir waren immer wieder gefordert, die Grenzen neu auszuloten, da wir jetzt doch fast die ganze Zeit miteinander verbrachten und das jeden Einzelnen immer wieder an seine Grenzen bringt. Es war aber auch eine wunderbare Gelegenheit, einander noch besser kennenzulernen.

Im Herbst des ersten Homeschooling-Jahres bekamt ihr plötzlich die Gelegenheit, einige Monate in Australien zu verbringen. Mittlerweile war auch die dritte Tochter Maja 3 Jahre alt. Auch sie war bereits mit Leib und Seele Homeschoolerin und kannte das Wort „Kindergarten“ nur vom Hörensagen… Wie war diese australische Erfahrung, während der die „Unschooling-Methode“ angesagt war?
Wir verbrachten zweieinhalb Monate in Australien, waren da die ganze Zeit mit einem Mietwagen unterwegs: abwechselnd immer einige Tage täglich von einem Ort zum anderen und dann wieder 1-2 Wochen auf Biobauernhöfen, wo wir gegen Kost und Logis in den unterschiedlichsten Bereichen mithalfen. Das war eine wunderschöne Erfahrung für uns und auch für die Kinder, die gar nicht mehr genug kriegen konnten. Wir Erwachsenen hatten uns vorher mit einer privaten Englischlehrerin etwas vorbereitet, die Kinder hingegen kannten diese Sprache so gut wie gar nicht und trotzdem war das überhaupt kein Problem. Kinder sind da einfach herrlich unkompliziert und mit Händen und Füßen konnten sie sich auch mit den australischen Kindern ohne Probleme verständigen. Peter versuchte es sogar mit dem Englischsprechen und hat wertvolle Erfahrungen mitgenommen. Anja blieb meistens lieber beim Zuhören und Nachfragen und von Maja dachte man zuerst, dass sie das gar nicht berühren würde, doch gegen Ende unseres Aufenthaltes überraschte sie plötzlich mit deutschen Antworten auf englische Fragen, woraus man ersehen konnte, dass sie das Englische sehr wohl zu verstehen begann…

Kurz nachdem ihr von Australien zurückgekehrt wart, prallte der bürokratische Homeschooler-Alltag wieder auf euch. Die Schuldirektion, welche zuständig für die Aufsicht war, forderte die Abhaltung von Eignungsprüfungen, die Abgabe von detaillierten Lernplänen und Lernberichten. Wie habt ihr, wie haben die Kinder darauf reagiert?
Zuerst wollten wir die Prüfungen einfach verweigern, aber nach einigen Gesprächen wurde uns klar, dass diese Prüfungen von Seiten des Schulamtes auf jeden Fall durchgedrückt werden würden. Damit kamen wieder jede Menge Fragen auf: werden sie uns freundlich gesinnt sein oder werden sie unsere Homeschooler-Kinder erst recht auf Herz und Nieren prüfen, schaffen wir das mit der Prüfungsvorbereitung – wollen wir das überhaupt selber machen oder suchen wir uns einen Lehrer für gewisse Bereiche? Die Kinder konnten sich nicht so richtig etwas unter einer Prüfung vorstellen, aber schon rein vom Gefühl her wollten sie sie natürlich nicht machen..

Dann fiel die vorerst letzte große Entscheidung: der Eintritt in die Waldorfschule (Peter in die 3. Klasse Mittelschule, Anja in die 4. Klasse Grundschule). Was war ausschlaggebend für diesen Schritt? Wie sind eure Erfahrungen?

Eigentlich hatten wir uns entschieden, das mit den Prüfungen einfach so locker wie möglich anzugehen, d.h. die Kinder schon darauf vorbereiten, aber es war nicht so wichtig, ob die Prüfung nun bestanden wurde oder nicht, sondern einzig und allein, dass sie so gut wie möglich ÜBERstanden werden sollte. Dann würden wir einfach mit dem Homeschooling weitermachen, in welche Klasse die Kinder eingestuft würden, war uns ja sowieso egal, das war nicht wichtig. Doch dann kam alles anders: Peter, unser Ältester hatte schon einige Zeit Schwierigkeiten, sich zu Hause zum Lernen zu motivieren und als wir zum wiederholten Mal darüber sprachen und ihm klarzumachen versuchten, dass er sich jetzt einfach entscheiden müsse, was er eigentlich machen wollte, Homeschooling – Regelschule – Irgendwas, er könne auf jeden Fall nicht einfach zu Hause bleiben und „gar nichts“ machen, da überraschte er uns mit der Aussage, er wolle jetzt in die Waldorfschule gehen! Also das war erstmal ein kleiner Schock für uns! Erstens hatten wir uns fest darauf eingestellt, das mit dem Homeschooling durchzuziehen und zweitens war die nächste Waldorfschule 70-80 km von unserem Wohnort entfernt. Außerdem war es Mitte April und Peter bestand darauf, sofort umzusteigen (in die 2. Klasse Mittelschule). Also machten wir uns auf die Suche und hatten prompt Glück: die Waldorfschule in Brixen war bereit für ein erstes Gespräch und nahm ihn dann auch sofort auf! So besuchte Peter ab Anfang Mai die 7. Klasse dieser Schule, das hieß für ihn, jeden Tag um halb sechs Uhr aufstehen, um den Zug um Viertel nach sechs zu erwischen und nachdem dreimal nachmittags Unterricht war, kam er an diesen Tagen erst gegen 18 Uhr wieder nach Hause. Abgesehen von den langen Hin- und Rückfahrten waren diese 6 Eingewöhnungswochen bis zu den Sommerferien in jeder Hinsicht eine sehr anstrengende Zeit für ihn, aber Peter hatte sich das in den Kopf gesetzt, brachte deshalb die nötige Energie auf und schaffte es auch.
Anja wurde natürlich auch neugierig, machte ein paar Schnuppertage in dieser Schule und entschied sich dann ebenfalls dafür, hier ihre Schulkarriere fortzusetzen.
(Familie Oberhofer nutzte im Sommer die Möglichkeit, von Tramin nach Klausen umzuziehen, was viel näher an der Schule liegt. Anm. d. Red.)
Da waren wir Eltern nun mit unserem Montessorigedanken: wir waren (und sind es eigentlich auch heute noch) nach wie vor davon überzeugt, unsere Kinder aber hatten sich anders entschieden und so hatten besonders am Anfang sicher wir die größeren Schwierigkeiten mit der Umstellung auf diese auch sehr freundliche, aber eben doch sehr andere Pädagogik als unsere Kinder. Doch sie lebten sich gleich gut ein und fanden auch relativ schnell Freunde und so wurde uns wieder einmal klar, dass es ja in erster Linie um ihre Bedürfnisse ging und nicht um unsere und wenn sich die Kinder wohlfühlen, dann passt es für uns auch…

Die mittlerweile vierjährige Maja wollte vorerst nichts vom Waldorfkindergarten wissen, obwohl ihr die Probestunden recht gut gefallen hatten. Wie wird es mit ihrem Bildungsweg weitergehen?

Maja war in den letzten Sommerferien total davon überzeugt, dass sie im Herbst den Waldorfkindergarten besuchen würde. Wir als Eltern konnten uns das zwar nicht vorstellen, doch sie sollte es ruhig probieren, dann würde man ja sehen. Und tatsächlich: obwohl die Gruppe mit 12 Kinder klein und überschaubar war, war sie doch mit den vielen Eindrücken überfordert und probierte es nur für ein paar Tage. In den Monaten bis zu den Weihnachtsferien machte sie dann große Entwicklungsschritte in jeder Hinsicht. Obwohl sie aus unserer Sicht gerne zu Hause hätte bleiben können, sie es jedoch mit dem Kindergarten unbedingt wieder probieren wollte, wollten wir im Jänner mit nur einigen Tagen pro Woche starten, um ihr eine sanftere Eingewöhnungszeit zu gewähren. Sie jedoch wollte gleich aufs Ganze und bleibt seither tatsächlich täglich bis zur Mittagspause und kommt jetzt auch problemlos zurecht, sie geht sogar sehr gern in den Kindergarten.
Was ihren Bildungsweg betrifft: Wie uns die Erfahrung gelehrt hat, steht das noch völlig in den Sternen. Momentan sieht es so aus, als würde auch sie, wie ihre großen Geschwister, die Waldorfschule besuchen, aber ob es auch wirklich dazu kommt, wir werden ja sehen….

Peter steht kurz vor dem Abschluss der Mittelschule. Hat er bereits konkrete Pläne für die Zukunft?
Peter ist momentan mitten in der Pubertät und hat so mit seinem Körper und seinen Entwicklungen mehr als genug zu tun. Da die Anforderungen der Abschlussklasse in der Waldorfschule doch auch relativ hoch sind und er nach wie vor nicht besonders gut mit Druck umgehen kann, ist noch nicht klar, ob er die Abschlussprüfung bestehen wird. Falls ja, – Peter weiß schon seit einigen Jahren, dass er definitiv Schmied werden will – wird er das erste Fachschuljahr der Oberschule für Holz, Metall, Technik und Informatik besuchen und dann mit einer Lehre beginnen.

Hält ihr es im Nachhinein für richtig, die grundsätzlichen Entscheidungen (welche Schule usw.) den Kindern zu überlassen? Wenn ihr zurückkönntet, würdet ihr nun andere Entscheidungen treffen, z. B. sofortiger Eintritt in die Waldorfschule, oder hat gerade dieses „Experimentieren“ euch und eure Kinder bestärkt darin, dass jeder seinen eigenen Weg zum „eigenen“ richtigen Zeitpunkt findet?
Wir würden alles wieder so machen, es war und ist ein ständiges Wachsen und Weiterentwickeln mit allen Höhen und Tiefen und das jeder für sich selbst und gleichzeitig auch gemeinsam als Familie. Was will man mehr?

Wenn ihr auf eure reichhaltigen Erfahrungen zurückblickt, welchen Ratschlag könnt ihr Eltern geben, die auf der Suche nach der geeigneten Methode für ihre Kinder sind?
Sich in jede Richtung informieren, versuchen einzufühlen und dann einfach ausprobieren, man merkt dann ziemlich schnell, ob man auf dem richtigen Weg ist und allein schon das Auseinandersetzen damit macht es absolut wert, diese Erfahrung zu machen, unabhängig vom Ergebnis.

Dopo l’intervista con Raffaella poco fa oggi ho un’altra intervista molto interessante da farvi leggere. La famiglia Oberhofer di Termeno/Chiusa in merito al percorso scolastico dei suoi tre figli non conosce soltanto una o due vie possibili. No, loro hanno sperimentato praticamente piú o meno tutti i percorsi possibili nella nostra piccola provincia. Scuola pubblica, scuola montessoriana, homeschooling, unschooling, scuola steineriana… In poche parole, una famiglia che conosce i punti forti e deboli di tutti questi metodi, ma che é sempre pronta ad impegnarsi ex novo con quello che al momento é necessario per il benessere dei bambini. Perché una cosa per loro era chiara fin da principio: Se vuoi stare bene e crescere bene, devi adeguare il tuo mondo alle proprie esigenze, senza rigidi limiti di qualche –ismo. L’elemento piú importante nei loro cambiamenti é sempre stato il coinvolgimento attivo dei bambini nelle scelte da fare, anche se non necessariamente sono sempre state scelte condivise dai genitori…

Cominciamo dall’inizio della vostra storia. Peter, ora quasi 15 anni, ha frequentato la scuola materna nel vostro paese, e poi la scuola elementare – un percorso tradizionale, normale diciamo. Quali problemi sono emersi poi che vi hanno portato a cercare un’altra soluzione per lui?
Peter è sempre stato un ragazzo molto sveglio, che ha sempre voluto e ha anche avuto la necessitá di essere in movimento. All’asilo é andato abbastanza bene, poi é stato iscritto alla scuola elementare e, nonostante avesse iniziato a frequentarla un’anno piú tardi (a 7 anni), si sono subito create situazioni problematiche: per lui era una vera tortura, contro la sua natura, dover stare seduto fermo per ore,  fare i compiti, anche il cambio delle materie da un’ora all’altra per lui creava disturbi di concentrazione e attenzione. Anche se in realtà è un ragazzo molto intelligente ed è stato in grado di apprendere i contenuti in fretta, per lui sarebbe stato molto importante poter lavorare secondo il proprio ritmo, cosa che in una scuola tradizionale é difficilmente o solo in piccola parte attuabile. Cosí era costantemente lacerato tra recuperare le cose che durante la lezione non è stata in grado di svolgere perché non gli era stato possibile concentrarsi abbastanza, tra l’annioarsi da una parte e il dare fastidio agli altri come conseguenza; quando riusciva a concentrarsi capiva e concludeva le cose molto piú in fretta degli altri bambini e questo creava scombussolamenti per tutta la classe. La sua insegnante di classe, che, per inciso, è stata molto aperta e propositiva di fronte a questa situazione e ha fatto tutto quello che poteva fare per concedere a Peter la libertá di apprendimento di cui aveva bisogno, dopo tre anni ci disse che secondo lei Peter era un “tipico bambino montessoriano”. Lei si era interessata un po’ di questo metodo educativo e ci suggerí di cercare la possibilitá di inserire Peter in una scuola con questa pedagogia perché Peter, cosí immaginó lei, in un ambiente strutturato in un’altra maniera avrebbe potuto svilupparsi meglio e secondo la sua natura.

Cosí siete arrivati alla scuola montessoriana, in cui Peter é entrato all’etá di 10 anni. (A proposito, é stato lí che ci siamo conosciuti, nota della red.) Perché avete vissuto questo tipo di pedagogia come “salvataggio”?  Quali elementi vi hanno particolarmente convinto? Qual è il processo di cambiamento che ha avuto luogo in voi genitori, immergendovi in questa pedagogia, e come é cambiata la vita familiare con il cambiamento di situazione scolastica? Proprio quando avevamo deciso di cercare un’altenativa come suggerito dalla maestra, improvvisamente abbiamo trovato un volantino che invitava alla “giornata delle porte aperte” di una scuola montessoriana in un vicino paese. (Puro caso? Il caso non esiste…) Non ne avevamo mai sentito parlare e subito abbiamo partecipato a questa occasione. Sia noi che Peter siamo stati immediatamente molto colpiti dall’energia che ha prevalso là, dalla struttura e dai materiali didattici presentati. La cosa che abbiamo notato subito era che Peter, che di solito in una situazione nuova reagiva in modo eccitato e inquieto, invece si é comportato in modo molto tranquillo e rilassato. Tornando a casa in macchina, era molto silenzioso e dopo un po’ ha detto che gli piacerebbe andare a scuola qui, se fosse possibile. Ecco, fra questa sua scelta e le nostre impressioni della scuola, la decisione era giá stata presa…

Anche la figlia Anja, ora 10 anni, ha poi frequentato questa scuola. Ha iniziato a 5 anni, praticamente all’etá in cui normalmente i bambini frequentano la scuola materna. Come sono andati questi anni, quali sono stati i cambiamenti positivi, e quali sono stati i momenti negativi di questa esperienza?
All’epoca Anja frequentava la scuola materna nel nostro paese e le piaceva molto. Dopo aver sentito parlare da Peter in modo cosí entusiasmante della scuola, anche lei voleva andarci. Anche se aveva solo 5 anni abbiamo deciso di farla provare, visto che c’erano anche altri bambini piú o meno della sua etá. Infatti Anja ha subito trovato un’amica con cui ha passato il tempo quasi tutto il giorno. Lei era molto felice e si sentiva molto bene, a suo agio.

Perché in primavera 2008 avete deciso di togliere i bambini dalla scuola e di iniziare con l’homeschooling? Dove avete trovato il coraggio di fare questo passo e come sono state le prime esperienze? Purtroppo la scuola montessoriana era gestita unicamente da un’associazione di genitori, vale a dire che doveva essere finanziata e organizzata effettivamente dalle famiglie. Con il passare degli anni e l’inizio della crisi economica  vennero iscritti sempre meno bambini nuovi, mentre alcune famiglie si erano ritirate. L’onere economico era sempre piú difficile da affrontare e alla fine la scuola ha dovuto chiudere i cancelli per sempre.Ed eccoci di fronte alla domanda: che fare ora, tornare alla scuola pubblica? Questa non era un’opzione per noi. Abbiamo cercato freneticamente altre scuole alternative, ma o non erano pronte a prendere bambini che non avessero iniziato il ciclo scolastico da loro, oppure le distanze erano troppo grandi. Di homeschooling avevamo soltanto sentito che esisteva – ma, potevamo farlo, era legale, saremmo stati in grado, lo volevamo fare davvero? È stato un periodo molto difficile per tutta la famiglia, le abbiamo pensate tutte, ci siamo informati anche attraverso internet sulle esperienze di altri homeschoolers, abbiamo cercato di capire bene la situazione giuridica, ne abbiamo discusso tantissimo con i bambini, finché abbiamo deciso tutti insieme: Sí, ci proviamo!
Così abbiamo iniziato. Per prima cosa ci siamo immersi nei progammi di apprendimento, abbiamo organizzato materiale didattico, libri di scuola, abbiamo stampato moltissimo materiale da internet eccetera. La nostra scuola familiare é iniziata! Il nuovo ritmo di famiglia ci piaceva molto: non avere piú nessuna fretta di alzarsi la mattina per riuscire a prendere il scuolabus, fare colazione in pace… In base agli interessi dei bambini abbiamo realizzato diversi contenuti per le varie materie, sempre con attenzione alle pedagogia montessoriana. Naturalmente non ogni giornata procedeva in modo ottimale, sia noi che i bambini eravamo sempre in cerca di capire dove stavano i limiti e le sfide, visto che per la prima volta passavamo tutta la giornata insieme, questo all’inizio é un grande cambiamento per ognuno. Peró é stata un’occasione unica e meravigliosa per conoscerci meglio…

Nell’autunno del vostro primo anno di homeschooling improvvisamente vi si é presentata l’occasione di passare alcuni mesi dall’altra parte del mondo, in Australia. Nel frattempo, la terza figlia Maja aveva compiuto 3 anni; lei fin dalla nascita é stata una vera homeschooler, conosceva la parola “scuola materna” solo da quello che raccontavano gli altri. Com’é stata questa esperienza australiana, durante la quale é prevalso il ‘metodo unschooling’?
Abbiamo passato due mesi e mezzo in Australia, per tutto il tempo giravamo con un auto a noleggio: per alcuni giorni si andava da un posto all’altro, poi in alternanza stavamo 1-2 settimane in diverse fattorie con agricoltura biologica, dove abbiamo dato una mano nei lavori in cambio di vitto e alloggio.  Questa è stata un’esperienza meravigliosa per noi e anche per i bambini che avrebbero voluto rimanere lí a fare questa vita per sempre… Noi adulti prima di partire avevamo preso lezioni d’inglese con un’insegnante privata, i bambini invece praticamente non conoscevano l’inglese ma questo non rappresentava nessun problema! I bambini sono meravigliosamente semplici e con mani e piedi sono riusciti a communicare con i bambini australiani… Peter ha anche imparato un po’ l’inglese in questa occasione. Anja preferiva rimanere in ascolto. Per quanto riguarda Maja, pensavamo che a lei della lingua non importasse nulla, ma verso la fine del nostro viaggio ci ha sorpresi rispondendo in tedesco a delle domande poste in inglese, significava che comunque era in grado di capire!

Poco dopo il vostro ritorno dal paese dei canguri, a febbraio, avete constatato che vi attendevano gli impegni burocratici per homeschoolers, siete tornati da uno stile di vita molto libero improvvisamente nel bel mezzo della questione di esami di idoneitá, sorveglianza sul diritto di istruzione, programmi scolastici da svolgere, relazioni da consegnare… Come avete reagito voi, e come i bambini?
Per prima cosa abbiamo pensato di rifiutare semplicemente di svolgere questi esami, ma dopo alcune discussioni abbiamo capito che la direzione scolastica intendeva in ogni caso di insistere su questo punto. Cosí ci siamo tormentati con molte domande: la direzione scolastica ci accoglierá con simpatia oppure vorrá dimostrare che siamo degli irresponsabili? Ce la faremo in questi pochi mesi a preparare i bambini per gli esami? Lo vogliamo fare davvero o sarebbe meglio trovare un’insegnante privata che si occupa di questo? I bambini non riuscivano ad immaginare cosa potesse significare fare un esame di idoneitá in tutte le materie, ma intuitivamente hanno detto che non avrebbero voluto fare questi test…


Poi , all’ultimo momento, un’altra decisione importante: l’ingresso nella scuola Waldorf. Cosa è stato fondamentale per questo passo? Quali sono le vostre esperienze?

In realtà nel frattempo avevamo deciso di affrontare i test di idoneitá richiesti dalla scuola con la calma e la tranquillitá maggiormente possibili. Vale a dire: dare una mano ai bambini a prepararsi per gli esami ma senza l’urgenza di farcela ad ogni costo. Per noi non era importante se la scuola avesse dato una valutazione positiva o negativa, casomai avrebbero detto che i bambini dovevano “ripetere” la classe, e noi eravamo decisi a continuare con l’homeschooling a modo nostro…
Ma poi tutto cambió. Da quando eravamo tornati dall’Australia, Peter mostrava sempre piú difficoltá a trovare la motivazione per studiare. Ne parlavamo spesso per capire dove aiutarlo e in quale modo. Gli abbiamo detto che comunque in una direzione o nell’altra doveva decidere cosa fare: homeschooling? scuola? insegnante privato? qualsiasi cosa ma non potevamo permettergli di stare semplicemente a casa a “non fare niente”. E un bel giorno lui ha dichiarato che vorrebbe frequentare una scuola steineriana! Questo era un piccolo shock per noi. Per prima cosa perché ci eravamo abituati all’idea di proseguire con l’homeschooling, per seconda cosa perché la scuola steineriana piú vicina era a 70-80 km da casa nostra. Inoltre eravamo a metá aprile e Peter insisteva per iscriversi subito e iniziare subito con la frequentazione della seconda media…Allora ci siamo informati, e che fortuna: sí, la scuola steineriana di Bressanone dopo un primo incontro era pronta a iscriverlo subito! Cosí dai primi di maggio Peter ha iniziato a frequentare la settima classe. Questo significava per lui di doversi alzare ogni giorno alle cinque e mezza, andare in stazione, prendere il treno delle sei e un quarto e, visto che in tre pomeriggi c’era lezione, tornare a casa solo verso le 18, fare i compiti (spesso fino alle 11 di sera) ecc. A parte il lungo viaggio a scuola e di ritorno, queste sei settimane fino all’inizio delle vacanze d’estate erano in ogni senso molto dure per Peter. Ma lui aveva deciso di voler fare questo e con una certa testardaggine trovó l’energia per farlo!Ovviamente dopo un po’ anche Anja si incuriosí. Decise di fare qualche giorno di prova nella scuola steineriana e poi a continuare la sua carriera scolastica qui, a settambre. (La famiglia, per fortuna, durante l’estate trovó l’occasione di cambiare casa e di andare ad abitare in una cittadina vicino alla scuola, n. d. red.)
Ed eccoci qui, noi genitori montessoriani, con i nostri bambini steineriani! Noi siamo tuttora convinti della pedagogia montessoriana, ma i nostri figli hanno deciso diversamente e cosí all’inizio siamo stati piú noi a doverci adeguare al cambiamento. Sí, la pegadogia Waldorf é molto simpatica, ma anche molto diversa. Ma i bambini si sono adeguati subito, hanno trovato amici in poco tempo, e cosí ancora una volta noi genitori abbiamo capito che in prima linea sono i loro bisogni, le loro necessitá, a dover essere al centro della nostra attanzione… E se i nostri figli stanno bene, allora stiamo bene anche noi!

Maja, che ora ha quattro anni, all’inizio non voleva sentire nulla della scuola materna steineriana, nonostante le ore di prova le siano piaciute. Come proseguirá il suo percorso educativo?Maja durante l’estate del nostro trasloco e cambiamento era profondamente convinta di frequentare, da settembre, la scuola materna steineriana. Noi non ne eravamo tanto convinti, ma eravano d’accordo di farla provare e poi si vedrá. Infatti: nonostante il suo gruppo fosse abbastanza piccolo (12 bambini), le attivitá e il ritmo da scuola materna per lei erano troppo, e dopo alcuni giorni di prova ha voluto rimanere a casa. Poi, nei mesi fino al periodo di Natale, ha fatto grandi passi nello sviluppo in ogni senso. Anche se avrebbe potuto ancora rimanere a casa se fosse stato per noi, improvvisamente lei ha chiesto di provare di nuovo ad andare alla scuola materna. Cosí a gennaio abbiamo deciso di portarla lí qualche giorno ogni settimana, per agevolare l’inserimento lento. Ma lei ha insistito di voler fare una full immersion e infatti da quel giorno frequenta la scuola materna tutti i giorni fino a mezzogiorno. Le piace moltissimo e non ha presentato nessun problema di inserimento.
Per quanto riguarda il suo futuro percorso scolastico: al momento sembrerebbe che continuerá con il percorso Waldorf come i suoi fratelli, ma staremo a vedere, non si sa mai le cose come si sviluppano…

Peter fra poco concluderá la scuola media. Ha gia´dei progetti concreti per il suo futuro?
Peter è attualmente nel mezzo della pubertà e quindi é molto occupato con il sviluppo del suo corpo, del suo carattere e queste cose. Poiché il livello di studio dell’ultima classe nella scuola steineriana é molto elevato e Peter comunque presenta qualche problema nell’affrontare pressione e stress, non é ancora chiaro se passerá all’esame di terza media.  Se sí – Peter da alcuni anni sa che assolutamente vuole diventare fabbro – frequenterá l’anno formativo della scuola superiore professionale nella categoria legno, metallo, ingegneria e informatica; e poi potrá iniziare a fare l’apprendista da un fabbro.


Guardando indietro nel passato, secondo voi era giusto lasciare scegliere ai bambini il percorso scolastico? Se potreste tornare indietro, le vostre decisioni sarebbero diverse, tipo iniziare subito con la scuola steineriana?
Faremmo tutto di nuovo in questo modo. È stato ed é ancora una continua crescita, una continua evoluzione: la ricerca, lo sviluppo individuale, voler capire cosa é giusto in questo momento, per ognuno di noi e anche per tutti noi insieme come famiglia. Cosa si puó volere di piú?


Quali consigli potete dare ai genitori che sono in cerca di un metodo adatto per i loro figli?

Informatevi in ogni direzione possibile, cercate di sentire se potrebbe essere la cosa giusta, e provate direttamente: solo provando si riesce a capire (e anche abbastanza in fretta) se si é sulla strada giusta, e giá il confronto con le varie possibilitá ed alternative merita assolutamente di fare questa esperienza, a prescindere dal risultato.


Buntglas Interview: „Partire dal bambino…“ *** „Vom Kind ausgehen…“

15. März 2010

Dopo l’intervista interessante con Carmen di qualche settimana fa oggi é la mia cara homeschooling-amica Raffaella che racconta qui delle sue esperienze.
L’inizio dell’esperienza con „metodi di educazione a misura di bambino“ di Raffaella risale al 1996 quando due genitori le chiesero consiglio sulla situazione scolastica della figlia, una bimba estremamente intelligente che però a scuola sembrava bloccarsi e che viveva la scuola ormai da tre anni come un incubo, somatizzando vari malesseri e accumulando tensioni che le impedivano di dormire. Raffaella consigliò di tenerla a casa, e si offrì per farle da insegnante. Nacque così, quasi per caso, la sua esperienza con l’homeschooling.

Perchè consigliasti l’homschooling e come andò quell’esperienza?
Il consiglio fu un’intuizione. Conoscevo quella bambina da quando aveva tre anni, le volevo molto bene e vedevo nei suoi occhi ancora la voglia di imparare che sembrava perduta. Sentivo che continuare ad andare a scuola era per lei come continuare a sbattere contro un muro, non era di alcuna utilità. Iniziammo a fare scuola a casa mia ed ebbi l’intuizione di partire da lei. Misi da parte tutta la mia formazione di insegnante, tutte le cose che avevo studiato, e mi disposi in ascolto. Inutile dire che i malesseri scomparvero all’istante e pian piano tornò l’appetito per la vita, la storia, le lettere, la grammatica e la matematica. Facevamo lezione il più possibile all’aria aperta, sotto un albero o vicino al torrente. Facevamo le cose più bizzarre, ad esempio, preparavo alcuni argomenti e invece di spiegarli li… cantavo! Così, imparata insieme la canzone, era imparato il concetto! Oppure scrivevo delle filastrocche: abbiamo imparato l’origine dell’universo con un poema in rima che finiva per „… e così tu sei fatta di carne, ossa e pelle/ ma sei fatta anche di polvere di stelle“. La bimba rinacque letteralmente, e io con lei, nel senso che nacque la mia vera identità e vocazione di insegnante. Fu il mio battesimo, il momento in cui compresi che l’educazione e l’istruzione hanno senso solo se partono realmente dal bambino. Poi l’avventura si allargò ad altre famiglie fino alla fondazione di una piccola scuola parentale, che coordinai per circa 8 anni.

In questo momento fai da homeschooling-teacher a tuo figlio Samuel, 6 anni. Perché questa scelta?
Non è stata una scelta presa a priori o per principio, in qualche modo è nata spontaneamente dal nostro stile di vita. Quando Samuel aveva tre anni, l’età in cui si comincia normalmente l’asilo, mio marito ed io vedevamo chiaramente che non sarebbe stato utile alterare i ritmi biologici naturali del bambino (Samuel faceva ancora due sonnellini quotidiani) per dargli qualcosa che poteva trovare anche a casa. Vedevamo regolarmente bambini con cui giocare, facevamo tante esperienze insieme (il pane in casa, le manipolazioni di materie plastiche, la pittura, le gite ecc.) Inoltre io da bambina non ho frequentato l’asilo (a quei tempi si pensava ancora che stare con la mamma in casa fosse la cosa migliore, e le mamme che dovevano lavorare si rammaricavano di dover mandare i loro figli all’asilo… ) e quindi sono sempre cresciuta con la sensazione che non sia un’esperienza indispensabile per crescere.
Quest’anno abbiamo continuato con l’homeschooling perchè sentiamo che in questo momento è la strada di apprendimento più adatta allo stile cognitivo proprio di Samuel: molto creativo, indipendente, pieno di iniziative, con cipiglio da autodidatta, e soprattutto cinestetico, cioè basato sul movimento, l’esperienza. La flessibilità dell’homeschoolig ben si confà allo stile libero di Samuel.

Tuo figlio come ha reagito quando ha scoperto che i suoi coetanei vanno a scuola, lui invece no? Si sente diverso? Soffre di questa diversitá oppure si sente privilegiato? Non ha mai chiesto di “essere uguale agli altri”?
Adesso che è più grande facciamo più fatica a trovare bambini con cui giocare adatti alla sua età (non per forza coetanei, ma interessati agli stessi giochi dinamici e forti) perchè soprattutto d’inverno sono risucchiati dalla scuola, dai compiti e dagli impegni extra scolastici. Sicchè un giorno Samuel mi ha chiesto con fervore „perchè gli altri bambini devono andare a scuola?“… a volte mi chiede perchè non facciamo qualcosa per non far andare gli altri bambini a scuola o per annullare i compiti, così si può giocare insieme. Non si è mai posto il problema al contrario, cioè „perchè io non vado a scuola?“. Per lui è chiaro, mi pare, che la socializzazione è stare insieme agli altri liberamente, nel gioco spontaneo, non stare fermi ad ascoltare qualcuno che spiega qualcosa.

Non avete mai preso in considerazione di provare con la scuola pubblica, oppure altre alternative all’homeschooling, come una scuola Waldorf, Summerhill, Montessori o qualcosa del genere?
Nella eventuale scelta di una scuola mio marito ed io abbiamo sempre sentito l’esigenza di trovare un ambiente che garantisca un continuum con lo stile educativo della nostra famiglia, che è sostanzialmente democratico, rispettoso della libertà propria e altrui, rispettoso degli interessi e ritmi personali.
Devo confessare, rischiando di provocare forse una brutta reazione in qualche insegnante che mi sta leggendo… devo confessare che l’potesi della scuola pubblica non è stata neanche mai presa in considerazione nella nostra famiglia. Non perchè la demonizzi: credo che anche la scuola pubblica abbia dei pregi, offra occasioni di crescita, e sia valorizzata da bravi insegnanti; ma mio marito ed io non crediamo nella politica dei grandi numeri, nella politica del voto e della punizione, in un insegnamento direttivo, in un apprendimento sostanzialmente mnemonico da esercitare prevalentemente da seduti, e in ritmi e contenuti di apprendimento decisi unicamente dall’alto.Summerhill sarebbe il nostro sogno, ma è troppo lontana. Sarebbe la scuola ideale per Samuel perchè credo si adatterebbe molto bene al suo stile di apprendimento e risponderebbe anche al suo bisogno di incontrare gli altri per giocare liberamente, visto che Summerhill funziona come una comunità e i bambini sono sempre presenti gli uni agli altri, senza che le famiglie riempiano le loro agende di impegni.
L’anno scorso abbiamo lavorato sodo con un gruppetto di genitori per creare una piccola scuola ad ispirazione Montessori. La scuoletta è partita lo scorso ottobre, e forse il prossimo anno Samuel la frequenterà. Purtroppo è discretamente lontana dalla nostra abitazione, ci richiederà quasi un’ora di auto arrivarci, e questo ci tiene ancora nel dubbio.

Come sono state le reazioni della scuola nel luogo dove vivete, dei parenti e degli amici, quando hanno sentito della vostra scelta?
La nostra dirigente didattica è stata molto comprensiva e collaborativa. Purtroppo ora stiamo per cambiare residenza, quindi cambieremo anche distretto scolastico, e quindi dovremo fare nuovi colloqui, conoscere nuove persone. Spero vada tutto per il meglio.
Amici e parenti sono abbastanza abituati alle nostre scelte un po‘ alternative (abitare in campagna, niente televisione, alimentazione biologica, parto in casa, allattamento a richiesta, svezzamento spontaneo, rispetto del diritto di sporcarsi..) quindi in qualche modo se lo aspettavano. Alcuni nostri amici non ci criticano apertamente, ma neanche ci approvano apertamente… diciamo che evitano il discorso. Altri ci ammirano, altri ancora hanno fatto la nostra stessa scelta. Sommariamente posso dire che ci sentiamo rispettati.

Tuo figlio passa molto tempo con te, non ti sembra un rapporto troppo stretto, troppo esclusivo? Insomma non vi sembra di vivere troppo “fuori dal mondo”?
Ah! Mi piacciono le provocazioni!
Dunque, bisogna assolutamente dire che io non sono una fanatica dell’homeschooling, non credo sia la strada per eccellenza, e soprattutto non credo vada bene per tutti e sempre. Io tento onestamente ogni giorno di stare in ascolto di Samuel. Ascolto sia le sue parole, quello che mi racconta, sia quello che non dice e che mi esprime con il suo corpo, le sue emozioni, il suo vissuto, la luce dei suoi occhi. Il nostro rapporto non è, a mio giudizio, troppo stretto perchè, per mia impostazione educativa, lui è molto libero. Io lavoro molto su di me per non ingabbiarlo nei miei modelli e nelle mie idee. Tento, con i miei difetti e i miei limiti naturalmente, e sbagliando spesso, ma tento sempre di partire davvero da lui, così com’è. Educare per me non vuol dire cambiare una persona, ma „condurla fuori“, permetterle di sbocciare. Mi esercito costantemente nell’accettazione.Partendo da questi presupposti, sono pronta a terminare l’esperienza dll’homeschooling nel momento in cui diventerà una gabbia, per me o per lui, nel momento in cui questa esperienza diventerà esclusiva di altre esperienze di cui verrà voglia a Samuel.
Se viviamo fuori dal mondo… dipende da qual è il mondo di cui parliamo. Se parliamo di un mondo che va veloce, frenetico, dove conta chi ha di più, dove non ci si occupa dell’altro, dove si urla senza ascoltare, dove impera l’antagonismo, dove l’importante è vincere, il mondo degli spot televisivi, del „grande fratello“ e dei quiz a premi … si, forse siamo fuori dal mondo. Però, qual è il vero mondo? Non dimentichiamo che questo è lo stile di vita di solo una parte del mondo, di una società occidentale – così superba, permettetemi di dirlo, da considerarsi IL mondo… ma è solo una parte dell’umanità, e neanche la più grande…

Come defineresti il vostro metodo di istruzione: homeschooling, unschooling, una via di mezzo? Usate un programma o vivete la giornata a secondo degli attuali interessi?
Il nostro stile è vivere il presente. Essere presente a me stessa, a Samuel, e vedere cosa nasce da questo, giorno per giorno. Sicuramente assomiglia di più all’unschooling, la non scuola. Ma ci tengo a far capire che l’unschooling non è il principio: il principio è l’ascolto, partire dal bambino.
Sia io che mio marito (anche lui segue Samuel, anche se saltuariamente) partiamo sempre dall’interesse di Samuel, che si approfondisce e si dirama verso vari argomenti, o diventa l’espediente per spiegare qualcosa di nuovo.Io sono convinta che l’interesse sia la forza vitale che muove il bambino nella vita così come nell’apprendimento. Ma anche l’insegnante, se può trasmettere una propria passione, si accende, e questo spesso provoca una meravigliosa alchimia per cui il piacere che lui prova nel fare una cosa, può travasarsi per ormosi in piacere di apprendere nel bambino. Ad esempio, mio marito ama la matematica, e quando Samuel conta con lui è più bravo, ha intuizioni magnifiche, scopre cose che con me non s’immagina nemmeno!
Quindi partiamo sempre da ciò che ci piace. Lo so, sembrerà che ci facciamo beffe del detto „prima il dovere e poi il piacere“, ma forse val la pena di sperimentare il motto „se parto da ciò che mi piace, farò tutto con piacere“. So che rischio di creare qualche equivoco parlando di piacere… ciò che piace, come lo intendo io, è ciò che mi interessa e mi appassiona. Noi siamo abituati a concepire il piacere come un’evasione fine a se stessa, io invece qui sto parlando del piacere profondo che si prova quando si possono coltivare le proprie autentiche passioni.

Come possiamo immaginare la vostra giornata-tipo?
Non so se ci sarà ancora spazio nel blog di Sybille 😉 dopo tutte queste parole…
La nostra giornata tipo inizia senza sveglia. Samuel apre gli occhi spontaneamente, ci coccoliamo nel letto, poi facciamo colazione, e quindi Samuel di solito si siede al suo tavolino e comincia a disegnare e scrivere cose sue. Io mi siedo con lui e disegno anch’io, e qualcosa che non ci aspettiamo nascerà.Quando ci stanchiamo di stare seduti, inizia il gioco, spesso un gioco simbolico.Passiamo un po‘ di tempo all’aperto ogni giorno, almeno un’ora se fa freddo. Usciamo con quasiasi tempo. Lavoriamo all’aperto, giochiamo, andiamo in bicicletta.Ogni giorno abbiamo qualche incombenza da svolgere, per la famiglia, e anche questo credo abbia il suo carattere educativo.Un altro momento importante è la lettura. Leggo ad alta voce romanzi per bambini e ragazzi. La lettura passiva è secondo me un ottimo esercizio, per tantissimi motivi.Alcuni pomeriggi incontriamo alcuni bambini per giocare. In altri samuel sta con una ragazza madrelingua e giocano parlando in inglese.Io mi preparo qualche argomento, partendo dai suoi interessi. Samuel mi ha chiesto un anno fa di insegnargli a scrivere e leggere, perciò io un po‘ ogni giorno rispondo a questa domanda. Ora per esempio ho preparato un teatrino per spiegare la C G e Ch Gh. Però aspetto il momento opportuno per presentarlo. Adesso è da quasi una settimana che è pronto, ma il momento non è ancora arrivato, allora aspetto. Potrebbe arrivare durante un momento di gioco, o mentre siamo con altri bambini, o quando siamo seduti, o alla sera, quando meno me lo aspetto… Il criterio per capire quando è il momento giusto… è un si che parte dalla mia „pancia“, un fatto di intuito.Molto importante è la nostra apertura alla vita della piccola comunità in cui siamo. I nostri vicini sanno che siamo a casa per buona parte della giornata, così ci chiamano, ci chiedono aiuto a volte. Questo per me è molto educativo. Una volta abbiamo cucinato per la vicina ammalata, o abbiamo dovuto accompagnare qualcuno in fretta e furia in stazione… Credo si impari l’apertura alla vita e alle persone in questo moodo. Per le feste, prepariamo piccoli doni per tutti, bussare alla porta per chiedere o augurare qualcosa è un’esperienza quasi quotidiana.
Anche accudire gli animali fa parte della nostra routine, e gestire i piccoli incidenti che a volte accadono attorno a loro.

Per te come mamma e donna com’é stare insieme al figlio per l’intera giornata? Quali sono i momenti piú difficili da gestire, e quali quelli che non vorresti scordare mai piú?
A volte siamo saturi uno dell’altra e abbiamo imparato a dircelo e ad allontanarci in quei momenti. E‘ importante che Samuel possa dirmi liberamente quando la mia presenza è troppo „ingombrante“. Abbiamo in genere un buon equilibrio, dove possiamo fare ciò che ci piace autonomamente, rispettandoci. A volte vorrei avere più tempo per i miei progetti, che relego in ore notturne, ahimè. A volte sono stanca, e perdo l’entusiasmo, e le buone idee vanno a farsi friggere. Difficili anche i momenti in cui non ho la pazienza che vorrei, non sto abbastanza in ascolto di Samuel e quindi non lo capisco, creando conflitti.
Ma i momenti di difficoltà sono ben ripagati da quei momenti in cui Samuel impara qualcosa, ha un’intuizione geniale accompagnata da una luce nello sguardo, o ha tracciato la prima lettera, ha letto la prima parola… momenti che sono grata di aver vissuto insieme a lui perchè rendono profonda la nostra relazione e completano il nostro conoscerci reciprocamente.

Qual é secondo te il più grande pregio dell’homeschooling, e quale il suo più grande limite?
Il pregio più grande è non slegare l’apprendimento dalla vita. Una scuola tende a creare una forma mentis nell’individuo impostata così: c’è un posto in cui si impara, fuori da quel posto non si impara più. Questo è il risultato di un apprendimento strutturato e organizzato nei tempi e nei luoghi. Io credo che  il vero insegnante del bambino sia la vita, tutta la vita, in ogni istante, non solo qualcosa accuratamente scelto e trascritto sui libri.
Il limite più grande: il rischio di modellare i figli a propria immagine e somiglianza, approfittando della vicinanza intima e quotidiana per realizzare noi stessi attraverso di loro.

Avete mai pensato di lasciare l’Italia per andare in cerca di un posto dove uno stile di educazione diverso é visto e vissuto in maniera piú naturale e rilassata?
Ho pensato di lasciare l’Italia per permettere a mio figlio di frequentare Summerhill! E poi abbiamo più volte accarezzato l’idea di crearci uno stile di vita in viaggio, studiando dal vivo paesi e culture… che meraviglioso homeschooling sarebbe!!!

Per quanto tempo pensate di continuare la vostra esperienza di homeschooling?
Il criterio e la cornice del nostro homeschooling è sempre l’ascolto.Samuel ci ha già precisato che lui pensa di andare a scuola un giorno. Come ho detto, forse Samuel frequenterà il prossimo anno la piccola scuola Montessori che abbiamo creato con un gruppo di genitori. Ma si tratta, nei limiti del possibile, di una scuola attiva, che tenta di non scindere l’apprendimento dall’esperienza.

Quali consigli ti senti di dare a chi sta pensando di scegliere la scuola familiare?
1. Di riflettere bene: la scuola a casa non fa per tutti e non è la strada ideale e perfetta. Credo che ogni bambino sia diverso, e quindi l’ideale è estremamente soggettivo.
2. Di riflettere ancora: l’homeschooling non deve essere una fatica, per nessuno. Se pensare all’istruzione familiare vi mette ansia, tensione o senso di fatica, non fa per voi. Deve venirvi spontaneo, partirvi dalla pancia, essere già insito nel vostro stile di vita.3. Di avere il coraggio di sottrarre il bambino da una eventuale situazione scolastica negativa o dannosa. Penso che la felicità del bambino venga prima dell’importanza di sapere quando è morto Napoleone o qual è la capitale dell’Ecuador.4. Per chi fa già ‚homeschooling, mi sento di consigliare di fidarsi della vita e di avere fiducia nelle potenzialità del bambino, sempre. Di non leggere mai quelle mostruose tabelle che dicono cosa i bambini devono sapere a che età, ma di vivere nel presente insieme al proprio figlio. Nessuno sa quali tappe e quali percorsi lui dovrà seguire per imparare a scrivere o a leggere: quello che potete fare però è accompagnarlo nell’avventura, con gioia.
5…. e ricordarsi sempre che l’apprendimento, come scriveva J. Holt, non è il prodotto dell’insegnamento.

Cosa ti auguri per il vostro futuro?
Auguro a mio figlio di non perdere l’abilità e la disponibilità ad imparare tutto, sempre, dappertutto. E mi auguro di riuscire a ridare a mio figlio il gioco da cortile: uno spazio e un tempo per giocare liberamente con altri bambini. Mi sono molto piaciute le parole di Homer Lane, che scrive che la vera socializzazione si fa attraverso il gioco spontaneo, e quindi mi vien da constatare che moltissimi bambini nei nostri paesi e città, se non tutti, non riescono a socializzare perchè il gioco spontaneo è in pericolosa via di estinzione. Auguro a tutti noi di riportarlo nei nostri cortili, e di ridare ai nostri figli quella salutare valvola di sfogo del gioco collettivo autogestito, da cui si torna sudati, con le ginocchia un po‘ sbucciate, ma con un senso di piena felicità umana.

Nach dem interessanten Interview mit Carmen vor einigen Wochen erzählt hier nun meine liebe Homeschooler-Freundin Raffaella über ihre Erfahrungen in diesem Bereich.
Der Beginn von Raffaellas Erfahrung mit “kindgerechten Erziehungsmethoden” geht zurück auf das Jahr 1996, als eine Familie sie um Ratschläge zur Schulsituation ihrer kleinen Tochter bat. Es handelte sich um ein sehr intelligentes Mädchen, das aber in der Schule zu Lernblockaden tendierte und seit nun drei Jahren die Schule als Alptraum erlebte, was durch psychosomatische Symptome zum Ausdruck kam, bis sie schließlich kaum noch schlafen konnte. Raffaella empfahl den Eltern, das Mädchen zuhause zu behalten, und schlug ihnen vor, sie selbst zu unterrichten. So kam es fast zufällig zu ihrer ersten Homeschooling-Erfahrung.

Warum hast du ausgerechntet Homeschooling empfohlen, und wie war diese Erfahrung?
Der Ratschlag war reine Intuition. Ich kannte jenes Mädchen, seit es drei Jahre alt war, ich mochte sie sehr gerne und erkannte in ihrem Blick eine große Lust zum Lernen und Verstehen, die verloren gegangen schien. Ich fühlte, dass ein weiteres Zurschulegehen für sie dasselbe gewesen wäre, wie mit dem Kopf gegen eine Mauer zu schlagen, also von keinerlei Nutzen gewesen wäre. Wir begannen mit dem Homeschooling bei mir zuhause und ich folgte meinem Gefühl, vom Kind selbst auszugehen. Ich legte meine gesamte pädagogische und didaktische Ausbildung als Lehrerin sozusagen in die Schublade, vergaß alles, was ich studiert hatte, und begann mit Zuhören und Beobachten. Es ist fast überflüssig zu sagen, dass ihre Krankheitssymptome und ihr Unbehagen rasch verschwanden und dafür die Freude am Leben und Lernen wieder kamen. Die Geschichte, das Lesen, auch Grammatik und Mathematik machten ihr auf einmal Spaß. Wir machten soviel wie möglich Unterricht an der freien Luft, im Außenbereich, unter einem Baum oder neben dem Bächlein. Wir machten die komischsten Dinge: ich bereitete zum Beispiel einige Argumente vor, doch anstatt sie zu erklären, …. sang ich sie vor! Sobald dann das Lied erlernt war, war auch sein Inhalt gelernt. Oder wir schrieben viele Gedichte: so haben wir den Ursprung des Universums in Reime gefasst, die letzten Zeilen dieses Gedichts gingen so: „… und so bist du aus Fleisch gemacht, aus Knochen und Haut / doch auch aus Sternenstaub.“ Das Mädchen blühte wahrlich auf, und ich mit ihr, im Sinne dass ich meine wahre Identität und meine Berufung als Lehrerin neu entdeckt habe. Es war eine Art Taufe für mich, jener Moment, in dem ich begriffen habe, dass Bildung und Erziehung nur dann einen Sinn haben, wenn sie wirklich vom Kind ausgehen…
Später wuchs dieses erste kleine Abenteuer, weitere Familien schlossen sich der Idee einer anderen Erziehungsform an, bis das schließlich zu einer kleinen Familienschule führte, die ich dann für etwa 8 Jahre geleitet habe.

Derzeit bist du Homeschooling-Lehrerin deines eigenen Sohnes Samuel, 6 Jahre. Warum diese Entscheidung?
Es war keine grundsätzliche Entscheidung oder eine Entscheidung, die für uns von vorneherein klar war, irgendwie hat es sich aus unserem Lebensstil heraus so entwickelt. Als Samuel drei Jahre alt war, also in jenem Alter, in dem man gewöhnlich den Kindergarten besucht, haben mein Mann und ich deutlich erkannt, dass es keinen Sinn gehabt hätte, den biologischen Rhythmus von Samuel in so drastischer Weise umzukrempeln (Samuel machte noch zwei Schläfchen am Tag), nur um dafür etwas zu bekommen, das er eigentlich auch daheim haben konnte. Er traf sich ja oft mit anderen Kindern zum freien Spiel, wir machten viele interessante Tätigkeiten zusammen (selbstgemachtes Brot, Malerei und Basteln, Ausflüge usw.). Ich selbst hatte auch als Kind keinen Kindergarten besucht; (damals war man der Meinung gewesen, dass es für ein Kind das Beste sei, zu Hause mit seiner Mutter zu bleiben, und dass jene Mütter, die arbeiten gingen, dies bereuen würden…) und so bin ich eigentlich mit dem Gefühl aufgewachsen, dass Kindergarten keine unersetzbare Erfahrung ist, die man unbedingt machen muss um zu wachsen.
Heuer haben wir mit Homeschooling weitergemacht weil wir spüren, dass diese Art zu Lernen momentan für Samuels Lernstil die geeignetste ist: kreativ, unabhängig, voller Selbstinitiative, mit autodidaktischer Anlage, und vor allem mit viel Bewegung und auf der Grundlage von praktischen Erfahrungen. Die Flexibilität, die das Homeschooling ermöglicht, passt wunderbar zum freien Lernstil von Samuel.

Wie hat dein Sohn reagiert, als er entdeckt hat, dass seine Freunde im Gegensatz zu ihm zur Schule gehen? Fühlt er sich irgendwie anders? Leidet er unter diesem Unterschied oder fühlt er sich privilegiert? Möchte er nicht so sein „wie alle anderen“?
Jetzt, wo er etwas größer ist, ist es schon schwieriger geworden, Kinder zum Spielen zu finden, auch nicht unbedingt Kinder seines Alters sondern solche, die seine Interessen teilen und an dynamischen Spielen Spaß haben; denn vor allem im Winter sind alle vom Schulalltag und von den Hausaufgaben „aufgesaugt“, die Straßen und Spielplätze sind leer. Eines Tages hat er mich ganz hartnäckig danach gefragt, warum die anderen Kinder zur Schule gehen müssten… Manchmal fragt er, warum wir nicht etwas tun, damit die anderen Kinder nicht mehr zur Schule gehen müssen oder damit wenigstens keine Hausaufgaben mehr gegeben werden, damit mehr Zeit zum Spielen bliebe. Das umgekehrte Problem, also wieso er nicht zur Schule geht, hat er sich noch nie gestellt. Für ihn ist es klar, so scheint es mir, dass Sozialisierung bedeutet, mit anderen zusammenzusein, Spaß zu haben, zu spielen, das tun, wozu man Lust hat, frei und spontan; und nicht ruhig sitzen und jemanden zuhören zu müssen, der etwas erklärt.

Habt ihr nie daran gedacht, es mit der Schule zumindest zu versuchen, oder mit anderen Alternativen zum Homeschooling, wie einer Waldorf- oder Montessori- oder Summerhill-Schule oder ähnlich?
Was die eventuelle Wahl einer Schule betrifft, so haben mein Mann und ich immer das Bedürfnis empfunden, eine Umgebung zu finden, die eine Kontinuität zur unserem Erziehungsstil bildet, welcher grundsätzlich demokratisch ist, die Freiheit des Einzelnen und der Anderen stark respektiert und ebenso die persönlichen Rhythmen und Interessen.

Ich gestehe, ich riskiere, etwas provokant zu klingen und daher einige unangenehme Reaktionen von Lehrpersonen zu erleben, die dies hier lesen… Ich muss gestehen, dass der Gedanke der öffentlichen Schule von unserer Familie niemals in Betracht gezogen worden ist. Nicht, weil ich sie etwas dämonisieren würde: auch ich glaube daran, dass die öffentliche Schule Vorteile bietet, Gelegenheiten des persönlichen Wachstums und der Reife gibt, und dass gute Lehrpersonen einen großen Wert darstellen; doch mein Mann und ich glauben einfach nicht an die „Politik der großen Zahlen“, an die Politik der Bewertungen und Bestrafungen, in einen direktiven Unterricht, ins Auswendiglernen, und dies alles meistens im Zustand des Stillsitzenmüssens, in Rhythmen und Lerninhalten, die ausschließlich von Oben beschlossen werden.
Summerhill, ja das wäre unser Traum, doch es ist zu weit entfernt. Es wäre die ideale Schule für Samuel, weil ich denke, dass dieses Lernen sich seinem Lernstil wunderbar anpassen würde und auch seinem Bedürfnis entsprechen würde, anderen zu begegnen, frei zu spielen. Summerhill funktioniert ja als eine Gemeinschaft und die Kinder verbringen den Tag gemeinsam, ohne dass die Familien ihre Kalender mit organisierten Tätigkeiten vollplanen.
Voriges Jahr haben wir gemeinsam mit einer Gruppe von Eltern am Aufbau einer kleinen Schule im Montessori-Stil gearbeitet. Die Schule ist letzten Oktober gestartet, und vielleicht wird Samuel sie nächstes Jahr besuchen. Leider liegt sie ziemlich weit entfernt von unserem Wohnort, man muss fast eine Stunde lang mit dem Auto fahren um hinzugelangen, daher haben wir uns noch nicht ganz entschlossen…

Wie waren die Reaktionen der Schule im Ort, wo ihr lebt, und der Verwandten und Bekannten, als sie von eurer Entscheidung erfahren haben?
Unsere Schuldirektorin ist sehr verständnisvoll uns gegenüber. Leider werden wir bald umziehen und daher auch einer neuen Schuldirektion zugeordnet werden, und dann fängt alles vom Neuen an – Treffen, Besprechungen, neue Erfahrungen. Ich hoffe, alles wird gutgehen.
Freunde und Bekannte sind es schon ziemlich gewohnt, dass unsere Lebensweise etwas alternativ ist (auf dem Land zu leben, keinen Fernseher zu haben, biologische Ernährung, Hausgeburt, Stillen nach Bedürfnis, eigenständiges Abstillen, Rücksicht auf das Recht sich schmutzigzumachen…), daher haben sie es sich eigentlich eh erwartet. Einige unserer Bekannten kritisieren uns nicht offen, doch sie finden es auch nicht wirklich gut… sagen wir so, sie vermeiden es, darüber zu sprechen. Andere bewundern uns, und andere haben es uns nachgemacht. Grundsätzlich kann ich sagen, dass unsere Entscheidung respektiert und akzeptiert wird.

Dein Sohn verbringt ziemlich viel Zeit mit dir, findest du nicht, dass diese Bindung etwas zu eng, zu exklusiv ist? Also kommt dir nicht vor, ihr lebt etwas „außerhalb der Welt“?
Ah! Ich mag Provokationen!
Also, ich möchte absolut klarstellen, dass ich keine Homeschooling-Fanatikerin bin, ich glaube nicht daran, dass es “der” Weg ist, und vor allem glaube ich nicht daran, dass dieser Weg immer und für alle gut geht. Was ich einfach versuche zu tun, ist Tag für Tag Samuel zuzuhören, seinen Worten zuzuhören, dem, was er erzählt, dem, was er nicht sagt und mit seinem Körper ausdrückt, seinen Gefühlen, seinen Erlebnissen, dem Licht in seinen Augen. Unsere Beziehung ist nicht allzu eng, er ist, entsprechend meiner pädagogischen Ausrichtung, sehr frei darin. Ich arbeite sehr an mir, um ihn nicht irgendwie unabsichtlich einzuzwängen in meine Modelle und Ideale. Ich versuche, natürlich mit meinen Grenzen und in meiner Inperfektion und oft mit Fehlern, wirklich von ihm auszugehen, so wie er ist. Erziehen bedeutet für mich nicht eine Person zu ändern, aber sie weiterzuführen, ihr erlauben zu erblühen. Ich übe mich ständig im Annehmen.
Davon ausgehend, bin ich bereit, die Homeschooling-Erfahrung abzubrechen in dem Moment, in dem es eine Art Käfig werden könnte, für mich oder für ihn, im Moment in dem diese Erfahrung die Überhand nehmen würde gegenüber anderen Erfahrungen, die Samuel machen möchte.
Ob wir „außerhalb der Welt“ leben… es hängt davon ab, von welcher Welt wir sprechen. Wenn wir von einer Welt sprechen, die schnell und hektisch läuft, wo es zählt, wer am meisten hat, wo man sich nicht umeinander kümmert, wo man schreit ohne zuzuhören, wo Kämpfen und Gewinnen das Wichtigste ist, die Welt der Fernsehspots, des „Großen Bruders“ und der Gewinnspiele… ja, dann leben wir schon „außerhalb der Welt“. Doch vergessen wir nicht, dass dieser Lebensstil nur jener eines Teils der Welt ist, einer Gesellschaft, die so eingenommen von sich ist – erlaubt mir das zu sagen – dass sie sich für „die“ Welt hält… aber es ist nur ein Teil der Menschheit, und nicht einmal der größte…

Wie definierst du deinen Bildungsstil: Homeschooling, Unschooling, oder ein Mittelding? Arbeitet ihr mit einem Programm oder Tag für Tag nach den aktuellen Interessen?
Unser Stil ist, die Gegenwart zu leben. Für mich selbst präsent zu sein, für Samuel, und zu sehen was daraus erwächst, Tag für Tag. Sicher ähnelt das am meisten dem Unschooling, der Nicht-Schule. Doch ich bestehe darauf zu erklären, dass Unschooling nicht das Prinzip ist: das Prinzip ist das Zuhören, und vom Kind auszugehen.
Sei es ich als auch mein Mann (auch er kümmert sich um Samuel, wenn auch nicht so regelmäßig wie ich) starten immer vom Interesse von Samuel aus, das sich in einige Elemente vertieft und dann auf andere Inhalte hinauswächst, oder zum Anlass wird, neue Dinge zu erklären und zu zeigen.
Ich bin davon überzeugt, dass das Interesse jene Lebenskraft ist, die ein Kind bewegt, im Leben und im Lernen. Doch auch der Lehrende, wenn er eine authentische Begeisterung zeigen darf und für etwas leuchtet, erzeugt auf diese Weise eine besondere Alchemie, die seine Begeisterung auf das Kind übertragen kann. Zum Beispiel liebt mein Mann die Mathematik, und wenn Samuel gemeinsam mit ihm mit Zahlen umgeht, dann geht es viel leichter, er zeigt wunderbare Intuition für Mathematik, er entdeckt Dinge, die er sich mit mir gar nicht vorstellen könnte!
So starten wir immer von dem, was uns gefällt. Ich weiß, es sieht danach aus, als würden wir spotten über das Motto „Zuerst die Pflicht, dann das Vergnügen“, doch vielleicht lohnt es sich, dieses Motto einmal auszuprobieren: „Wenn ich von dem ausgehe, was ich mag, dann tue ich alles mit Vergnügen.“ – Vermutlich werde ich einige Missverständnisse auslösen, wenn ich von Vergnügen spreche… Was gefällt, so wie ich es meine, ist das, was interessiert und begeistert. Wir sind daran gewöhnt, das Vergnügen und die Lust als etwas für sich Stehendes wahrzunehmen, ich hingegen meine die tief empfundene Freude die man fühlt, wenn man die wahrhaftigen und authentischen eigenen Interessen pflegen und erforschen kann.

Wie kann man sich einen Tag bei euch vorstellen?
Ich weiß nicht, ob auf Sybilles Blog nach so vielen Worten noch Platz dafür ist… 😉

Unser typischer Tag beginnt ohne Wecker. Samuel öffnet die Augen, wir kuscheln ein bißchen im Bett, dann gibt es Frühstück, und meistens setzt Samuel sich dann an sein Tischlein und beginnt zu zeichnen und zu schreiben, was er mag. Ich setze mich dann dazu und zeichne auch, und dann entsteht irgendetwas, von dem wir noch nichts wussten…
Später wird gespielt, oft ein symbolisches Spiel. Wir verbringen viel Zeit draußen, täglich, wenn es sehr kalt und unfreundlich ist mindestens eine Stunde. Wir gehen bei jedem Wetter hinaus. Wir arbeiten draußen, wir spielen, wir fahren mit dem Fahrrad.
Jeden Tag gibt es Dinge, die zu erledigen sind, für Haus und Familie, auch das hat einen eigenen erzieherischen Charakter.
Ein weiterer wichtiger Moment ist das Lesen. Ich lese laut vor, Romane für Kinder und Jugendliche. Dieses passive Lesen ist, denke ich, eine wunderbare Übung, aus vielen Gründen.

An manchen Nachmittagen treffen wir andere Kinder zum Spielen. Oft verbringt Samuel einige Stunden mit einem jungen Mädchen englischer Muttersprache, sie spielen und sprechen dann in Englisch.
Ich bereite mich auf einige Inhalte vor, dabei starte ich bei Samuels aktuellen Interssen. Samuel hat mich vor einem Jahr gefragt, ich solle ihm schreiben und lesen beibringen, also versuche ich täglich, ihm hierzu etwas anzubieten. Jetzt habe ich zum Beispiel ein kleines Theater vorbereitet, und das C, G, Ch und Gh zu erklären. Aber zum Präsentieren warte ich noch auf den geeigneten Moment. Es steht seit fast einer Woche vorbereitet hier, aber der geeignete Augenblick ist noch nicht da, also warte ich. Der richtige Moment kann plötzlich kommen, während des Spielens, oder während der Zeit mit anderen Kindern, oder einfach so, abends, wenn man es sich am wenigsten erwartet… Das Kriterium um zu entscheiden, dass der richtige Moment da ist, hat mit Gefühl zu tun, mit Intuition.
Sehr wichtig ist die Öffnung zum Leben in der kleinen Gemeinschaft, in der wir uns befinden. Unsere Nachbarn wissen, dass wir meistens daheim sind, und rufen uns, wenn sie unsere Hilfe brauchen. Das ist sehr lehrreich, finde ich. Wir haben für die kranke Nachbarin gekocht, begleiten jemanden zum Bahnhof… Ich glaube, vom Leben und vom Alltag direkt, und von den Menschen, kann man sehr viel lernen. Bei Festtagen bereiten wir kleine Geschenke für alle her; an Türen klopfen, um um etwas zu bitten oder um Hilfe zu bringen, ist eine sehr wertvolle Erfahrung, die wir nahezu täglich machen können.
Auch Tiere zu pflegen gehört zu unserem Alltag, ebenso wie mit kleinen Unfällen, die rund um sie manchmal geschehen, umzugehen..

Für dich als Mutter und Frau, ist es nicht manchmal anstrengend, den ganzen Tag mit deinem Kind zu verbringen? Welche sind die schwierigsten Momente, und welche sind jene, die du nie mehr missen möchtest?
Manchmal sind wir sozusagen „satt“ voneinander, wir haben gelernt, uns das mitzuteilen, und uns in solchen Momenten voneinander zu distanzieren. Es ist wichtig, dass Samuel mir alles frei sagen kann, vor allem auch, wenn meine Gegenwart ihm zuviel wird. Allgemein haben wir in dieser Angelegenheit ein ausgewogenes Gleichgewicht, wo wir in Eigenständigkeit das tun können, was wir gerne tun möchten.  Manchmal hätte ich gerne mehr Zeit für meine Projekte, das mache ich dann eben in der Nacht, tja. Manchmal bin ich müde, verliere die Lust, und die guten Ideen verschwinden. Schwierig sind auch die Momente, in denen ich nicht die Geduld habe, die ich gerne hätte, dann höre ich nicht genug zu und habe dann nicht genug Verständnis für Samuel, dann gibt es Konflikte.
Doch die schwierigen Momente sind nichts im Gegensatz zu den schönen, wenn Samuel etwas Neues lernt, von alleine, wenn er eine geniale Intuition hat und jenes besondere Licht im Blick, wie als er den ersten Buchstaben geschrieben hat, das erste Wort gelesen hat… Momente, für die ich unendlich dankbar bin, dass ich sie erleben durfte, weil sie unsere Beziehung zueinander vertiefen und ergänzen, weil wir uns dadurch noch besser kennenlernen können.

Was ist für dich der größte Vorteil von Homeschooling, und welches ist die größte Grenze?
Der größte Vorteil ist, dass das Lernen nicht vom Leben abgekoppelt ist. Die Schule führt zu einem getrennten Denken: da gibt es einen Ort, an dem man lernt, und außerhalb dieses Ortes lernt man nicht mehr. Das ist das Ergebnis der strukturierten Bildung, die Zeit und Inhalte und Ort organisiert. Ich denke, die echte Lehrerin des Kindes ist das Leben, das ganze Leben, in jedem Moment, nicht nur wenn etwas sorgfältig ausgewählt und aus Büchern herausgeschrieben wird.
Die größte Begrenzung ist das Risiko, die Kinder nach dem eigenen Bild zu formen, durch die große Nähe und dem gemeinsam verbrachten Alltag, um uns selbst durch sie zu realisieren.

Habt ihr jemals daran gedacht, Italien zu verlassen um einen Ort zu finden, an dem ein solcher Lebens- und Lernstil mehr anerkannt und geschätzt wird?
Ich dachte daran, Italien zu verlassen um meinem Sohn das Besuchen einer Summerhill-Schule zu ermöglichen! Und schon öfter haben wir daran gedacht, Lebensstil zu ändern, im Sinne eines umherreisenden Lebens, um Länder und Kulturen in Echt zu erleben und davon zu lernen… das wäre ein wundervolles Homeschooling!!

Wie lange wollt ihr eure Homeschooling-Erfahrung fortführen?
Den Rahmen gibt immer Samuel selbst vor, daher ist unser Beobachen und Zuhören so wichtig. Er hat bereits gesagt, dass er eines Tages zur Schule gehen wird. Wie gesagt, vielleicht besucht er nächstes Jahr diese kleine Montessorischule, die von einer Elterngruppe gegründet wurde, es handelt sich dabei um möglichst aktives und freies Lernen, das auf Lernen durch Begreifen und Erfahren fußt.

Welche Ratschläge kannst du jemanden geben, der an Homeschooling denkt?
1. Gut zu überlegen: Homeschooling ist nicht für jeden gemacht und es ist weder ein idealer noch ein perfekter Weg. Jedes Kind ist anders, daher ist das Ideale auch sehr subjektiv zu sehen.
2. Nochmal zu überlegen: Homeschooling darf keine Mühe sein, für niemanden. Wenn euch die Vorstellung daran Angst, Druck oder das Gefühl von Anstrengung vermittelt, dann ist es nicht das Richtige für euch. Es muss euch irgendwie spontan kommen, vom Bauch her, irgenwie bereits mit eurem Lebensstil verbunden und damit stimmig.
3. Den Mut zu haben, das Kind aus einer bestehenden negativen Schulerfahrung herauszunehmen. Ich denke, das Glück des Kindes kommt vor der Wichtigkeit zu wissen, wann Napoleon gestorben ist und wie die Hauptstadt von Equador heißt.
4. Für jene, die bereits Homeschooler sind, fühle ich mich zu empfehlen, dem Leben zu vetrauen und dem Potential des Kindes, immer. Nicht jene monstruösen Tabellen zu lesen, in denen steht, was ein Kind in welchem Alter können und wissen muss. Im Jetzt mit dem Kind  zu leben. Niemand weiß, welche Wege das Kind gehen muss, um lesen oder schreiben zu lernen: was man tun kann, ist, das Kind auf diesen Wegen mit Freude und Aufmerksamkeit zu begleiten.
5…. und sich immer daran erinnern, dass das Lernen, wie J. Holt schreibt, nicht das Ergebnis des Unterrichts ist.

Was wünschst du dir für eure Zukunft?
Ich wünsche meinem Sohn, nicht seine Fähigkeit und seine Lust zum Lernen und Begreifen zu verlieren, für das Überall-und-immer-Lernen. Und ich wünsche mir, meinem Sohn das freie Spiel im Hof und im Garten wiederbringen zu können: Orte und Zeiten für Kinder, frei zu spielen mit anderen. Mir haben die Worte von Homer Lane sehr gefallen, der schreibt, dass wirkliche Sozialisierung nur durch spontanes Spielen entstehen kann, und ich bemerke, dass viele Kinder in unseren Dörfern und Städten es nicht schaffen, zu sozialisieren, weil das freie Spielen vom Aussterben bedroht ist. Ich wünsche uns allen, dies wieder in unsere Höfe, Gärten und Straßen bringen zu können, damit unsere Kinder wieder dieses gesunde, gemeinschaftliche und selbstverwaltete Spielen erhalten können, von dem man verschwitzt heimkehrt, mit etwas aufgeschürften Knien, aber mit einem Gefühl des Glücks…


How to become a Learning Companion, English version!

4. März 2010

Here ist the English version of my last Buntglas-Interview with Carmen. Enjoy!